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Karl Maurers Wallberg-Abfahrten sind legendär. Am 21. Februar ist Maurer im Alter von 89 Jahren gestorben.

SC Rottach trauert um Karl Maurer

Der Skipionier vom Wallberg ist gestorben

Rottach-Egern – Karl Maurer war ein Skifahrer durch und durch - bis zu seinem schweren Unfall. Jetzt ist der Rottacher im Alter von 89 Jahren gestorben.

„Er war ein außergewöhnlicher Sportler“, erinnert sich der Vorsitzende des Ski-Club Rottach-Egern, Albert Meier. Noch heute erzählen die Vereinsmitglieder begeistert von ihrem ehemaligen Vorsitzenden, dem „Stier vom Wallberg“.

1950 ist der gebürtige Garmisch-Partenkirchner nach Rottach gezogen. Dass der Karl ein ganz Großer ist, wussten die Rottacher schon 1946. Beim ersten Skirennen der Nachkriegszeit am Wallberg war er eine Minute schneller als der Rest. Die Chronik des SC Rottach erzählt die Begebenheit: „Ein Offizieller nahm Karl zur Seite: ,Die Zeit glaubt dir keiner. Alle meinen, die Uhr ging falsch.‘ Karl fuhr dann nochmal fast die gleiche Zeit. Anschließend musste er zeigen, wo er gefahren war. ,Grad runter halt, in der Falllinie‘, meinte er lapidar.“ Es sind Geschichten wie diese, die Maurer Anfang der 50er Jahre berühmt machten.

Zweimal war er Deutscher Abfahrts-Meister und gewann mehrere bayerische Titel, auch in der Vierer-Kombination, einer Mischung aus Skispringen, Langlauf, Slalom und Abfahrt. Seine spektakulärsten Triumphe feierte Maurer aber am Wallberg. 1951 gewann er hier das erstmals ausgefahrene Goldene Schild. So war es vermutlich auch sein Schicksal, dass er ausgerechnet hier seinen schwersten und folgenreichsten Sturz erleiden sollte. „Während eines Trainingslaufs am 6. März 1953 verriss es ihm den rechten Ski“, erzählt Meier. Ungebremst raste er in die Bäume. Maurer überlebte, verlor aber beide Beine. „Trotzdem hat er sich nie über sein Schicksal beklagt.“ Am 21. Februar ist Maurer im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Rottacher Skiclubler werden ihr Ehrenmitglied nie vergessen, betont Meier. „Er war ein Aushängeschild und ein Vorbild für uns alle.“

Von Sebastian Grauvogel

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