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Die provisorische Tür ist schon drin: Käserei-Vorsitzender Hans Leo vor dem neuen Reifekeller unter den ehemaligen Gsotthaber Stuben in Rottach-Egern.

Neuer Reifekeller für Naturkäserei

Mehr Platz für den Bergkäs

Rottach-Egern/Kreuth - Hier erhält der Bergkäs der Naturkäserei künftig sein besonderes Aroma: Am Voitlhof in Rottach-Egern entsteht gerade ein neuer Reifekeller. 

Anfang Dezember eröffnete der Voitlhof und krempelte einen Ortsteil von Rottach-Egern komplett um. Die Bauarbeiter sind aber noch nicht ganz abgerückt: An der Ostseite des Hofs, unter der ehemaligen Gsotthaber Stuben, entsteht ein neuer Reifekeller für die Naturkäserei.

Eigentlich hätte alles schneller gehen sollen, doch an der Ostseite der ehemaligen Gsotthaber Stuben an der Rottacher Feldstraße herrscht noch immer rege Bautätigkeit. Im Keller des Gebäudeteils, der der Gemeinde gehört und wo sich früher Kegelbahnen befanden, entsteht gerade der neue Reifekeller der Naturkäserei. Allerdings verzögert sich die Fertigstellung. „Der Bau stammt aus den 70er-Jahren, die Bodenplatte war nass“, berichtet Hans Leo, Vorsitzender der Genossenschaft. „Sie musste komplett entfernt werden, sonst hätte es Probleme mit der Hygiene gegeben.“

Inzwischen ist die neue Platte gegossen, die Arbeiten für alle Versorgungsanschlüsse und der Bau der Zufahrtsrampe können also weitergehen. Entstehen wird ein 320 Quadratmeter großer Keller, in dem künftig der Alte Bergkäs heranreifen soll. Für optimale Bedingungen mit einer Temperatur von zwölf Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent wird eine ausgereifte Klimatechnik sorgen. Jeden zweiten Tag wird ein Mitarbeiter nach dem Rechten sehen, „ansonsten hat der Kas da unten sei Ruah“, sagt Leo. Mindestens zwölf Monate, vielleicht auch 15, um seinen Geschmack noch intensiver auszuprägen. 4000 Laibe werden hier heranreifen und die Käserei damit von einer ihrer größten Sorgen befreien: dem Platzmangel. Am Käserei-Standort am Reißenbichlweg wäre ein Kellerbau wegen der schwierigen Grundwasser-Situation nicht möglich gewesen, erklärt Leo. Der Bau eines Reifekellers unter den ehemaligen Gsotthaber Stuben sei ideal – auch aus finanziellen Gründen: Rottach-Egern übernimmt die Baukosten. „Wir zahlen für 25 Jahre die Pacht“, sagt Leo. Zu den genauen Zahlen wolle er nichts sagen.

Der neue Reifekeller eröffnet den Käsemachern von Kreuth ganz neue Möglichkeiten. „Wir können nun auch den Sommer- und Winterkäse trennen“, sagt der Vorsitzende und erklärt den Unterschied: Im Winter produzierter Käs habe wegen eines härteren Milchfetts mehr Struktur, während der Sommer-Bergkäs über mehr ungesättigte Fettsäuren verfüge. „Wir können also differenzieren und unser Sortiment erweitern“, so Leo.

Akribisch arbeitet die Käserei mit ihren derzeit 23 Heumilchlieferanten und 38 Mitarbeitern am Ausbau der Qualität. „Wir müssen Vollgas geben“, sagt Leo. „Wenn wir das halbherzig machen, dann wird das nichts.“ Die Qualitäts-Steigerung auf ganzer Linie – vom Stall bis zur Ladentheke – werde konsequent weiterverfolgt. Leo ist überzeugt: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Um weitere mögliche Baumaßnahmen nicht in Einzelschritten durch die Genehmigungs-Prozedur schicken zu müssen, habe man mit der Gemeinde Kreuth einen Bebauungsplan erarbeitet. „Da haben wir alles reingepackt“, sagt Leo. „Das war wichtig.“

Vorerst ruhen die Pläne für einen natürlichen Reifekeller im ehemaligen Bergwerksstollen in Fischbachau. Die Rede war von einem Schaustollen als Touristen-Attraktion, doch die Verhandlungen mit dem Besitzer, dem Energiekonzern E.ON, seien noch nicht so weit. „Außerdem wären die Hygienevorschriften dort nur schwer zu erfüllen“, glaubt Leo. Ganz ausschließen möchte er diesen Plan für die Zukunft aber nicht.

Zunächst richten sich alle Augen auf den neuen Reifekeller in Rottach-Egern. Hier wird der Alte Bergkäs ab Ende März gelagert, ehe er als Verkaufsschlager und begehrtestes Produkt der Käserei zu seinen Kunden darf.

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