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Der Reifekeller im Voitlhof ist eröffnet (v. l.): Hans Leo (Geschäftsführender Vorstand), Sabine und Klaus Rest von der Rest Bau GmbH und Naturkäserei-Betriebsleiter Franz Stuffer. 

Früher eine Kegelbahn:

Naturkäserei präsentiert ihren neuen Reifekeller

Wo einst die Kegelkugeln rollten, rollen in gut zwei Wochen Kreuther Käselaibe. Zum Tag der Milch hat die Naturkäserei Tegernseer Land ihren neuen Reifekeller im Rottacher Voitlhof präsentiert.

Rottach-Egern/Kreuth„Seit 2011 haben wir auf einen zusätzlichen Reifekeller hingearbeitet“, erklärte Hans Leo, Geschäftsführender Vorstand der Naturkäserei Tegernseer Land am Samstag rund 40 Interessierten, Genossen, Produzenten und Mitarbeitern, die zur Erstbesichtigung zum Voitlhof gekommen waren.

Hier in der einstigen Kegelbahn haben die Kreuther Käse-Genossen gemeinsam mit der Gemeinde Rottach-Egern Platz geschaffen für 4990 Laibe Bergkäse. Insgesamt 500.000 Euro wurden investiert. Rund 250.000 Euro nahm Rottach-Egern als Vermieter für den Umbau des Baukörpers in die Hand. Jetzt führt eine für Lieferwagen bequem zu befahrende Rampe hinunter in die Abladezone. Diese geht über in die Anlieferzone und den Vorraum. Von dort aus zugänglich sind das Käselager mit 216 Quadratmetern, die Umkleiden, ein Waschraum, ein Raum für die Trocknung der Bergkasbretter aus Fichtenholz und ein Technikraum. Bei der Planung hatten Naturkäserei und Gemeinde darauf achten müssen, dass alles den Hygienebestimmungen zur Lebensmittelproduktion entspricht.

Über 200.000 Euro flossen von Seiten der Genossen allein in die Technik: In die Kühlanlagen, die die Reifetemperatur zwischen neun und elf Grad halten. In die Luftfilter, die für eine Luftfeuchtigkeit zwischen 90 und 93 Prozent und geruchsfreie Abluft rund um den Voitlhof sorgen. In die zur Lebensmittelherstellung notwendige Spezialbeschichtung der Böden und Wände. Und in das Alarmsystem, falls technisch mal was ausfallen sollte und die Reifebedingungen über Stunden gehalten werden müssen.

Bei der Einrichtung mit vier Reihen Edelstahlregalen und den drei Arbeitsstraßen wurde in die Zukunft gedacht: Der Reifekeller ist so eingerichtet, dass irgendwann einmal das Schmieren der Käselaibe, das aktuell noch per Hand gemacht wird, von einem Roboter übernommen werden kann. „Mit dem neuen Reifekeller können wir die große Nachfrage nach dem Bergkäse bedienen“, erklärte Betriebsleiter Franz Stuffer mit Blick auf die sechs Laibe, die allein in den 24 Stunden vor der Besichtigung verkauft wurden. „Und wir haben nun die Möglichkeit, unser Sortiment zu erweitern und verschieden alte Bergkäse – sechs, zwölf oder noch mehr Monate lang gereiften Kas – zu machen.“

Für die Entwicklung des Betriebs sei der Reifekeller sehr wichtig, hieß es, auch wenn das bedeutet, dass die Genossen ihre Dividende zunächst weiterhin in Naturalien ausgezahlt bekommen. „Wir sind sehr froh, dass wir einen Standort in der Nachbargemeinde und nur fünf Autominuten weg von der Kaserei gefunden haben“, sagte Käserei-Chef Leo und wies darauf hin, dass die Konfektionierung des Käses weiter im Reißenbichlweg stattfindet. Die Reifekeller-Alternativ-Standorte Valley, Gmund, Bad Wiessee und Kreuth seien entweder an Bau-, den Folgekosten oder den Wegen gescheitert.

Sein Dank galt der Gemeinde Rottach-Egern. Vizebürgermeister Josef Lang freute sich seinerseits, dass für die einstige Kegelbahn eine vernünftige Nutzung und mit der Käserei ein solider Mieter gefunden sei: „Das passt zu Museum, Café und zur Gaststätte.“ Dass die Naturkäserei Tegernseer Land – nach den Startschwierigkeiten von einst – nun doch ein Standbein in Rottach-Egern hat, ließ Lang ein bekanntes Volkslied zitieren: „Der Weg zu mein Dirndl is stoani.“ Aber „alloani“ habe die Kaserei den Weg zum lange ersehnten Reifekeller dann doch nicht gehen müssen.

Alexandra Korimorth

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