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Neubau des Wiesseer Badeparks: Nachbarn zweifeln an Zeitplan

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Von: Alexandra Korimorth

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Wartet auf den Abriss: Der marode Badepark in Bad Wiessee soll zugunsten eines Neubaus weichen. Der Abbruch hat sich allerdings verzögert.
Wartet auf den Abriss: Der marode Badepark in Bad Wiessee soll zugunsten eines Neubaus weichen. Der Abbruch hat sich allerdings verzögert. © Thomas Plettenberg

Wie geht es weiter mit den Plänen für ein neues Schwimmbad in Bad Wiessee? Im Rottacher Gemeinderat kamen jetzt Zweifel an der stringenten Umsetzung des Badepark-Neubaus auf.

Rottach-Egern/Bad Wiessee –Seit Frühjahr 2020 hat der Wiesseer Badepark nun schon geschlossen. Seit einem Bürgerentscheid im September vergangenen Jahres steht fest, dass er nicht wieder öffnet und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Nach der Abstimmung hatten sich alle anderen Tal-Gemeinden dafür ausgesprochen, sich per Defizitvereinbarung am Betrieb eines Sportschwimmbeckens zu beteiligen. Rottach-Egern beispielsweise wäre gemäß dem Verteilerschlüssel mit bis zu 76.000 Euro jährlich mit dabei. Der neue Badepark sollte Ende 2025/Anfang 2026 in Betrieb gehen.

Rottacher Gemeinderat Kaiser sorgt sich um finanzielle Lage der Nachbargemeinde

Bezüglich des Zeitplans kamen jetzt – da das Bad den zweiten Winter in Folge für Sportler, Erholungssuchende, den Nachwuchs und die Gäste des Tegernseer Tals nicht zur Verfügung stehen wird – beim Rottacher Gemeinderat Sepp Kaiser (parteilos) Zweifel auf. In der jüngsten Sitzung bat er daher Bürgermeister Christian Köck, doch bei der nächsten „dieser ominösen Talbürgermeisterbesprechungen“ nach dem Zeitplan für das Hallenbad zu fragen. Er habe in Anbetracht der Berichterstattung in den Medien über die finanzielle Lage der Nachbargemeinde so seine Bedenken. „Ich plädiere dafür, dass das Hallenbad als Gemeinschaftsaktion gebaut wird, damit es vorwärts gehen kann. Das ist wichtig für das ganz Tal“, forderte Kaiser.

Bürgermeister Köck: Planung und Bau des neuen Badeparks allein Sache der Wiesseer

Der Bürgermeister räumte ein, dass der Verlust des Badeparks allen Gemeinden Probleme bereite, vor allem bezüglich des Schwimmunterrichts und des Trainings der Rettungsorganisationen. Im gleichen Atemzug erinnerte Köck aber auch daran, dass die getroffene Defizitvereinbarung ausschließlich für den Betrieb des Schwimmbads gelte. Die Projektentwicklung und der Bau des neuen Badeparks seien allein Sache der Wiesseer. Köck verwies dabei auf das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung, gegen das man in keinem Fall verstoßen wolle. „Es steht uns nicht zu, uns in die Belange der Nachbargemeinde einzumischen. Das wäre anmaßend“, sagte der Rottacher Rathaus-Chef. Zudem würde es keinen Sinn machen, da Druck aufzubauen. „Wir müssen uns zurücknehmen.“

Gemeinderat Erlacher bringt Gründung eines Zweckverbands ins Spiel

Andreas Erlacher (FWG) sprang Kaiser zur Seite. „Das Bad ist für Einheimische und den Tourismus wichtig. Deshalb sollten wir alle zusammenhelfen“, meinte Erlacher. Man könne ja vielleicht ein Signal aussenden, dass man als Gemeinde Rottach-Egern durchaus bereit sei, sich über die Defizitvereinbarung hinaus finanziell an dem Projekt zu beteiligen. Dabei schwebte Erlacher die Gründung eines Zweckverbands vor.

Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) wandte ein, dass man – sollte man sich mit Geld am Bau beteiligen – auch mitsprechen wolle, wie der Bau aussehen soll. „Darüber müsste man ausführlich reden. Und ob Bad Wiessee das will, ist die zweite Frage.“ Christian Köck stimmte zu: „Da werden sich die Geister scheiden. Das würde den Prozess verkomplizieren und sicherlich auch verzögern.“

ak

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