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Am Rottacher Warmbad waren neue Überbauten bislang verboten. 

Vorher wäre das verboten gewesen

So ist die Gemeinde nervige alte Rechte losgeworden

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Mit dem Kauf und Verkauf des Gästehauses Mahler ist der Gemeinde Rottach-Egern ein Coup geglückt.  Jetzt ist der Weg frei für Neuerungen an Warmbad und Seeforum.

Rottach-Egern – An Warmbad und Seeforum hat die Gemeinde Rottach-Egern sich Handlungsfreiheit verschafft. Wie berichtet, ist dies durch den Erwerb des bereits wieder verkauften Gästehauses Mahler geglückt. „Wir haben eine historische Chance genutzt“, erklärt Bürgermeister Christian Köck (CSU).

Dabei ging es der Gemeinde nicht um das Gäste- und Geschäftshaus an sich, sondern um alte Rechte, die dafür eingetragen waren. Aus Gründen des Lärmschutzes waren der Gemeinde Überbauten am Warmbad ebenso verboten wie die Nutzung einer Terrasse am Seeforum. „Wir durften dort nicht mal ein Fenster aufmachen“, berichtet Köck. Gespräche mit dem früheren Eigentümer scheiterten. Nach dessen Tod kam mit dessen Erben eine Einigung zustande. Für drei Millionen Euro konnte die Gemeinde das Anwesen an der Seestraße kaufen und die Rechte löschen lassen.

Damit wäre zum Beispiel der Weg frei für eine Umwandlung der alten Liegehalle im Warmbad. Dort können sich Schwimmer bei schlechtem Wetter aufhalten. Ein Angebot, das laut Köck nicht mehr genutzt wird. „Die Leute kommen nur bei schönem Wetter. Und unsere Frühschwimmer gehen nach Hause, wenn sie ihre Bahnen gezogen haben.“ Zudem sei das Gebäude sehr in die Jahre gekommen. Aktuell gebe es keine Planung, was an Stelle der Liegehalle entstehen könne, so Köck. Angesichts der großen Projekte, die zur Zeit zu stemmen seien, werde die Gemeinde in naher Zukunft dort nichts Neues entwickeln.

Gleiches gilt fürs Seeforum. Allerdings kann eine vorhandene kleine Terrasse jetzt zumindest für Rauchpausen besser genutzt werden. Der Bau einer größeren Terrasse ist vorerst nicht geplant, wäre aber zumindest möglich.

Das Gästehaus selbst gehört nun Korbinian Kohler, Eigentümer des Hotel Bachmair Weissach. „Über den Kaufpreis haben wir Stillschweigen vereinbart“, erklärt Köck. Kohler will das Haus sanieren und mindestens zwölf Ferienwohnungen einbauen. Sein Konzept überzeugte den Gemeinderat. „Wir hatten mehrere Bewerber. Am Ende ist der Plan von Herrn Kohler im Gemeinderat am besten angekommen“, berichtet Köck.

Das Gästehaus Mahler wird schon seit einiger Zeit nicht mehr als solches betrieben. In dem Anwesen, bestehend aus den Gebäuden Seestraße 8 und 10, sind auch mehrere Geschäfte untergebracht. Deren Zukunft scheint offen. Die Pachtverträge laufen laut Köck noch bis 2020. Kohler selbst hat erklärt, die Überlegungen stünden noch am Anfang.

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