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Neue Pläne für Seniorenresidenz Wallberg - Erste Präsentation in nicht öffentlicher Sitzung

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Von: Christina Jachert-Maier

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Die Lage der Seniorenresidenz Wallberg an den Weissachauen ist idyllisch, der bauliche Zustand lässt Wünsche offen. Foto:
Die Lage der Seniorenresidenz Wallberg an den Weissachauen ist idyllisch, der bauliche Zustand lässt Wünsche offen. © THOMAS PLETTENBERG

Die Pläne für Umbau und Erweiterung der Seniorenresidenz Wallberg waren weit gediehen, als der Leiter und Betreiber Peter Wisgott im Februar 2021 im Alter von 51 Jahren starb. Jetzt wollen neue Investoren übernehmen – mit neuen Ideen. Einen ersten Entwurf hat der Gemeinderat schon gesehen.

Rottach-Egern – Peter Wisgotts Tod war ein Schock. Der 51-Jährige starb bei einem Urlaub in Kroatien. Mit viel Leidenschaft hatte der gelernte Fachkrankenpfleger und Betriebswirt seit 2006 die Seniorenresidenz Wallberg in Rottach-Egern geführt. Das Haus ist in die Jahre gekommen, Wisgott wollte es erneuern und auch erweitern, von 103 auf 163 Plätze. Erst im Januar 2020 hatte Wisgott mit Co-Geschäftsführer Gerhard Göttert die Sympathia gegründet, ein Dienstleistungszentrum im Gesundheitswesen. Die Planung für die Rundum-Erneuerung der Seniorenresidenz war zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten. Sie sah unter anderem den Neubau eines viergeschossigen Westtrakts vor.

Erste Gestaltungsvorschläge in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt

Nach Wisgotts Tod wurde es still um die Zukunftsplanung des Seniorenheims. „Die Erben mussten sich ja auch erst einig werden“, erklärt Bürgermeister Christian Köck. Am Ende sei die Entscheidung gefallen, die Seniorenresidenz in andere Hände zu geben. Die Gemeinde stehe bereits in Kontakt mit den künftigen Eigentümern. Um wen es sich handelt, gibt Köck noch nicht preis. Man habe Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Die neuen Investoren wollen das Seniorenheim weiter betreiben und für ein modernes Gebäude sorgen. Erste Gestaltungsvorschläge haben sie dem Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt. „Das Verfahren läuft“, so Köck.

Neue Planung optisch gefälliger

Die jetzige Planung habe mit der ursprünglichen wenig gemeinsam. „Sie ist optisch gefälliger als vorher“, stellt Köck fest. Der „unwahrscheinlich massive Glasvorbau“ der ersten Planung sei schon eine Herausforderung gewesen, erinnert sich Köck. Anwohner hatten mit den Entwurf schwer gehadert und ihre Einwände mit Unterstützung eines Rechtsanwalts eingebracht.

„Jetzt ist es besser gelöst, sonst hätten wir auch keine Zustimmung in Aussicht stellen können“, erklärt Köck. Die künftigen Betreiber hätten einen neuen Architekten engagiert. Die Gemeinde habe ihre Position sehr deutlich gemacht. „Wir wollen Rechtssicherheit haben, dass es auf jeden Fall eine Seniorenunterkunft bleibt und keiner anderen Nutzung zugeführt wird.“ Dies schreibe auch der bereits ausgearbeitete Städtebauliche Vertrag fest. Rottach-Egern brauche eine Einrichtung für Senioren, die auch bezahlbar sei, so Köck. Angesichts des demografischen Wandels stehe dies außer Frage: „In den nächsten Jahren wird sich die Situation noch zuspitzen.“

Jetziger Zustand nicht mehr zeitgemäß

Bauliche Verbesserungen seien in der Seniorenresidenz überfällig, meint der Bürgermeister: „Der jetzige Zustand ist nicht mehr mit den Anforderungen der Heimaufsicht zu vereinbaren.“ Aber es bestehe Bestandsschutz, der Betrieb sei nicht gefährdet. Es hapere zum Beispiel an der Barrierefreiheit, auch andere heute üblichen Annehmlichkeiten fehlten.

Die Lage direkt am Schutzgebiet Weissachau, meint Köck, erfordere eine besondere Sensibilität bei der Planung. Der Gemeinde sei bewusst, dass der Neubau funktional sein müsse: „Aber wir wollen nicht, dass da ein totaler Fremdkörper entsteht.“ Im Rathaus warte man nun auf einen konkreten Bauantrag. Dieser müsse „zumindest eine Verwandtschaft mit unserer Satzung aufweisen“, merkt Köck an. Der Sache wegen werde die Gemeinde an der einen oder anderen Stelle Zugeständnisse machen.

Die jetzige Geschäftsführung der Seniorenresidenz ließ eine schriftliche Bitte um Stellungnahme unbeantwortet. Bürgermeister Köck rechnet damit, dass die künftigen Betreiber bald einen Bauantrag einreichen. Dann soll auch Schluss sein mit der Geheimhaltung: Der Ortsplanungssausschuss, kündigt Köck an, werde sich schon bald in öffentlicher Sitzung mit den Plänen befassen.

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