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Die neue Voliere: Stolz präsentieren Johanna Ecker-Schotte und Markus Glanz das mit eine stabilen Dach versehen Außengehe. Fünf Rabenkrähen verbringen hier den Winter.

Winterquartier für fünf Rabenkrähen

Neue Voliere: Tierheim bietet Wildvögeln Schutz

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Das Rottacher Tierheim hat eine neue Voliere mit stabilem Dach bekommen. Darin können nun Wildvögel überwintern. Aktuell warten hier fünf Rabenkrähen auf den Frühling.  

Rottach-EgernAls der erste Schnee fiel, war es mit dem Federkleid der fünf Findlinge noch nicht weit her. „Mauserprobleme“, sagt Markus Glanz, Leiter des Rottacher Tierheims. Darum durften die fünf jungen Rabenkrähen bleiben. Es ist das erste Mal, dass Wildvögel im Tierheim an den Weissachauen überwintern. Möglich macht es die neue Voliere. Sie hat ein stabiles Dach, bietet den nötigen Wetterschutz.

„Die ist wirklich toll“, freut sich Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal. Der Verein ist Träger des einzige

n Tierheims im Landkreis. Rund 8000 Euro hat die neue Voliere gekostet. Für den Bau bekam der Verein viel Unterstützung. „Es gab drei Spender, die gezielt die Voliere fördern wollten“, berichtet Ecker-Schotte.

Der Neubau gibt dem Tierheim die Möglichkeit, auch Wildvögel zu überwintern. Das ist Glanz wichtig. Tierschutz, findet er, dürfe nicht nur den Haustieren gelten. Darum sei ein Tierheim nicht nur für Hund, Katze, Maus da, sondern auch für Wildtiere in Not. Hilflose Vögel werden dem Tierheim-Team häufig gebracht. Etwa 30 seien 2017 in den Weissachauen versorgt worden, berichtet Glanz. Wobei er Tierfreunde bittet, einen im Gras hockenden Jungvogel nicht gleich mitzunehmen. „Die Leute meinen es gut“, weiß Glanz. Aber oft sei nur ein Flugversuch eines Nestlings oder Ästlings missglückt, die Eltern warteten in der Nähe. „Man sollte schon immer erst fragen, bevor man ein Tier anfasst“, erklärt Glanz.

Erfahrung mit Wildvögeln hat der Tierheimleiter inzwischen reichlich – wobei Greifvögel zur Pflegestation von Alfred Aigner nach Otterfing gebracht werden. Glanz hat schon winzige Rotkehlchen, Meisen, Buntspechte aufgepäppelt, die Kleinsten rund um die Uhr. Sein Wissen hat er mithilfe von Experten erweitert, sich auch in der Münchner Uni-Klinik Rat geholt. „Wildtiere sind sensibler als Haustiere“, meint Glanz. Die Krähen über den Winter zu bringen, sei schon eine Herausforderung.

Nach der nächsten Mauser wird Glanz seine Schützlinge auswildern, wahrscheinlich Ende April. Das braucht Zeit, Erfahrung, Fingerspitzengefühl. Damit die Krähen in der Natur zurechtkommen, dürfen sie mit Menschen nicht zu vertraut sein. „Ich darf sie deshalb nicht zu sehr an mich ranlassen“, weiß Glanz. Das ist nicht einfach, die klugen Vögel werden schnell zahm. „Aber wenn sie draußen freudig einen Menschen anfliegen und eine Watschn kassieren, ist das halt nichts“, meint Glanz.

Die Voliere haben die fünf Rabenkrähen bis zum Frühjahr für sich. Neuankömmlinge kommen in andere Behausungen, sonst könnte es Dramen geben. Das Tierheim hat auch kleinere Volieren und ein Vogelzimmer. Dort leben derzeit unter anderem Nymphensittiche, die einen neuen Besitzer suchen. Sie sollten zusammenbleiben dürfen und genug Platz haben. Vögel in winzige Käfige zu sperren, findet Glanz, „ist eine Quälerei“.  jm

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