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In die Jahre gekommen sind die Gebäude der Seniorenresidenz Wallberg. Die Einrichtung soll deutlich erweitert und auch renoviert werden.  

Nachbarn haben viele Einwände

Neuer Investor für Seniorenresidenz  Wallberg: Erweiterungspläne werden überarbeitet 

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Die Seniorenresidenz Wallberg soll von 103 auf 163 Plätze erweitert werden. Doch der erste Investor hat sich verabschiedet, jetzt hat das Unternehmen Primus Concept übernommen. 

Rottach-Egern– Mehr Einzelzimmer und auch mehr Bewohner: Peter Wisgott, der die Seniorenresidenz Wallberg in Rottach-Egern seit 2006 mit viel Einsatz und Herzblut führt, will die Einrichtung erweitern, von 103 auf 163 Plätze. Geplant ist unter anderem der Neubau eines viergeschossigen Westtrakts. Weil er das allein nicht stemmen kann, holte Wisgott vor drei Jahren einen Partner ins Boot. Der Mediziner Fred Maleika stieg als Investor ein. Doch das Bündnis hielt nicht, wie jetzt bei der Sitzung des Rottacher Gemeinderats öffentlich wurde. Aber Wisgott hat einen neuen Investor gewonnen. Es ist Werner Schilcher mit seinem Unternehmen Primus Concept. Er hat die Immobilie im November übernommen und lässt die Planung aktuell überarbeiten. Voraussichtlich in der September-Sitzung wird der Gemeinderat über einen geänderten Entwurf abstimmen. Dazu können dann wieder Bürger und Behörden Stellung beziehen.

Verfahren war zwischenzeitlich gestoppt

Doch so weit ist es noch nicht. Bei der jüngsten Sitzung hatte der Gemeinderat das mit dem früheren Investor begonnene Verfahren abzuarbeiten. Wie Bauamtsleiterin Christine Obermüller erläuterte, hatte die Gemeinde den Vorgang wegen des Investorenwechsels zunächst gestoppt. Inzwischen ist der Weg klar: Die Primus Concept will mit Wisgott als Geschäftsführer der Einrichtung das Projekt umsetzen. Im Frühjahr könnte die Baugenehmigung vorliegen.

Wie sehr der Gemeinde die Zukunft der Seniorenresidenz am Herzen liegt, machte Bürgermeister Christian Köck (CSU) im Gemeinderat deutlich. Mehr als ein Drittel der Rottacher sei über 65 Jahre alt, der Bedarf an Heimplätzen für Senioren entsprechend hoch. Ältere würden in der heutigen Zeit oft an den Rand gedrängt, meinte Köck. Es sei wichtig, Senioren würdevoll in Einzelzimmern unterzubringen. Man dürfe sie nicht „einfach mit einem Fremden zsammsperrn“. Seit vielen Jahren schon leiste Wisgott sehr gute Arbeit. Die Gemeinde tue gut daran, voll hinter dem Projekt zu stehen.

Bürgermeister appelliert an Grundstücksnachbarn

Dies hielt Köck in einem leidenschaftlichen Appell drei Grundstücksnachbarn entgegen, die zahlreiche Einwände gegen die aktuelle Planung erhoben haben. Wie berichtet, fürchten die Anlieger eine Belastung durch zusätzlichen Verkehr und Lärm. Um ihre Rechte geltend zu machen, haben sie Anwälte eingeschaltet. Ihre umfangreichen Stellungnahmen und die Erwiderungen dazu verlas Köck in der Sitzung. Abzustimmen war dort über die Abwägung der Anregungen und Bedenken im Rahmen der zweiten Bürgerbeteiligung. Nach der Lesestunde gab Köck einen persönlichen Kommentar ab. Die Einwender mögen bedenken, dass sie vielleicht selbst oder einer ihrer Angehörigen einmal einen Platz im Seniorenheim brauchen könnten, meinte der Bürgermeister. Zudem könne es doch eigentlich keinen ruhigeren Nachbarn geben.

Neubau ist auch im Gemeinderat umstritten 

Aber auch im Gemeinderat ist das Projekt umstritten. Die von Köck verlesene Abwägung wurde nicht einmütig, sondern mit 13:6 Stimmen befürwortet. Zu den Gegnern gehört Josef Kaiser (CSU): Der Baukörper am Rand des Naturschutzgebiets sei zu mächtig. Dagegen kann sich Thomas Tomaschek (Grüne) mit dem Vorhaben arrangieren. „Klar hat jeder Bauschmerzen mit der Größe“, meinte Tomaschek. Er halte es aber für besser, im Bestand zu erweitern als irgendwo einen Neubau auf die grüne Wiese zu setzen.

Franz-Josef Maier (CSU) regte an, die Planer zu bitten, auf die Belange der Nachbarn einzugehen. Belüftung und Müllpresse könnten doch auch anderes angeordnet werden. Da sei mit Sicherheit einiges möglich, erwiderte Köck. Schließlich findet gerade eine Überarbeitung der Planung statt. Doch es gelte: Was immissionsschutzrechtlich von den Behörden abgesegnet sei, dürfe auch so umgesetzt werden.

Große Änderungen sind beim neuen Entwurf nicht zu erwarten. Der neue Westtrakt wird gebaut, und auch die Gebäude-Höhen dürften dieselbe sein. Im Zuge der Erweiterung entstehen auch Personalwohnungen. Darauf hatte die Gemeinde gedrungen – ohne Wohnraum ist Personal kaum zu gewinnen. Zudem muss die schmale Straße zu einer ordentlichen Erschließungsstraße ausgebaut werden.

Lesen Sie auch: Fred Maleika steigt bei Seniorenresidenz ein

Erweiterung der Seniorenresidenz rückt näher

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