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Thomas Tomaschek, Marcus Staudacher und Gunter Mair am Rottachdamm. 

Aktion des Grünen-Ortsverbands Tegernseer Tal 

Neues Grün am Rottachdamm: Anwohner werden befragt

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Für den neuen Rottachdamm mussten herrliche alte Bäume fallen. Jetzt hat das Wasserwirtschaftsamt neu gepflanzt. Aber vielleicht geht noch mehr, meint der Ortsverband der Grünen. 

Rottach-EgernDer Rottachdamm ist nun einen halben Meter höher als zuvor. Damit sollte er auch bei Starkregen standhalten. Dass mehr Hochwasserschutz nötig ist, wurde spätestens beim Unwetter 2013 klar. Damals wäre der Damm um ein Haar gebrochen. Der zusätzliche Schutz kostete jedoch nicht nur viel Geld, sondern auch stattliche Großbäume. Im Frühjahr 2018 bot sich nach einem Kahlschlag zwischen der Tuftenbrücke und der Brücke an der Bundesstraße ein trauriges Bild. Inzwischen grünt es dort wieder. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim hat am Damm viel Neues gepflanzt.

Anerkennung für Ersatzpflanzungen des Wasserwirtschaftsamts

Dafür stellt auch Thomas Tomaschek als Sprecher des Ortsverbands der Grünen im Tegernseer Tal dem Wasserwirtschaftsamt ein gutes Zeugnis aus. „Die haben das toll gemacht“, meint er anerkennend. Entlang des Dammwegs und an den Böschungen ließ das Amt kleine und mittlere Gehölze in großer Zahl setzen, auch Großbäume wurzeln dort wieder.

„Auf diesem hohen Niveau“, so Tomaschek, blieben aber noch Wünsche offen. Zum einen hält der Ortsverband direkt an der Brücke beim Seeforum sowie auf dem Südufer bis zur Duselbrücke weitere Großbäume für wünschenswert, zum anderen geben es noch kahle Grundstücke an der neuen Mauer. „Da könnte man vielleicht in Einzelfällen noch nachbessern“, meint Tomaschek. Voraussetzung ist, dass die Anlieger dies auch wünschen. Schließlich gilt es, Grenzabstände einzuhalten.

Ortsverband der Grünen befragt Anwohner 

Um den Willen der Anwohner zu erkunden, startet der Ortsverband jetzt eine schriftliche Befragung. Etwa 20 Grundstücksbesitzer werden ein Schreiben der Grünen erhalten. „Wir schreiben Ihnen, um festzustellen, welche Anwohner die Idee unterstützen, eine möglichst vielfältige und sinnvolle Bepflanzung in die Wege zu leiten, die noch über die jetzige Bepflanzung des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim hinausgehen könnte“, heißt es in dem Brief.

Um die Möglichkeiten im Detail zu erörtern, habe das Wasserwirtschaftsamt einen Ortstermin zugesagt, erklärt Tomaschek. So kann im Gespräch geklärt werden, ob das, was den Anliegern behagt, dem Damm auch nicht schadet. Es wird um die Duldung von Pflanzungen auf oder nahe dem Privatgrund, aber auch um die Finanzierung gehen. Tomaschek zufolge biete die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal eine Baumspende an. „Aber im Moment ermitteln wir erst den Bedarf“, meint Tomaschek, der die Aktion mit seinen Mitstreitern entworfen hat. Insbesondere Gunther Mair hat sich sehr mit dem Thema beschäftigt. Wie berichtet, stiftete Mair der Gemeinde Rottach-Egern bereits 2019 13 000 Euro für neue Bäume.

Entscheidung über weitere Bepflanzung liegt bei den Anliegern

Die Aktion findet auch die Zustimmung von Bürgermeister Christian Köck (CSU). Die Entscheidung über Pflanzmaßnahmen auf Privatgrund bleibe aber den Anliegern vorbehalten: „Wenn jemand das nicht will, ist das auch zu respektieren.“ Mancher freue sich auch, dass es am Damm jetzt lichter sei.

Insgesamt sind die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Rottach nun fast abgeschlossen. Demnächst geht es auch an der Felitzerbrücke weiter, die von der Gemeinde Rottach-Egern und der Stadt Tegernsee gemeinschaftlich erneuert wird. Vorarbeiten sind erledigt, die Fortführung habe sich wegen Corona verschoben, berichtet Köck: „Einige Arbeiter kommen aus Kärnten, das hat es schwierig gemacht.“ Er gehe aber davon aus, dass die Brücke im Sommer nutzbar sei. „Also dann, wenn auch unsere Gäste wieder kommen.“

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