Rottacher Wehr bittet Tal-Gemeinden um Unterstützung

Drehleiter: Nicht alle zeigen sich solidarisch

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Rottach-Egern - Die Rottacher Feuerwehr soll eine neue Drehleiter bekommen. Das ist kostspielig, daher ist die Solidarität der anderen Tal-Gemeinden gefragt. Doch nicht alle wollen mitziehen.

Die Drehleiter der Rottacher Feuerwehr ist 26 Jahre alt und dringend erneuerungsbedürftig. Bei der nächsten technischen Überprüfung im Herbst, so Kommandant Josef Stadler, müsste die gesamte Hydraulik ausgetauscht werden. Weil dies nicht mehr lohnt, wird nun eine Drehleiter angeschafft. Kosten: 640.000 Euro.

Der Freistaat Bayern schießt insgesamt 247.500 Euro zu. Geliefert wird die Leiter im Januar 2017. Die Gemeinde Rottach-Egern hat im aktuellen Haushalt 250.000 Euro für die Anschaffung der neuen Leiter eingeplant. Auch die Feuerwehr selbst, erklärte Bürgermeister Christian Köck (CSU) im Gemeinderat, werde Geld für die Anschaffung beisteuern.

Das neue Modell wird, wie das bisherige, ausgefahren eine Höhe von 30 Metern erreichen. Nachdem das gesamte Tegernseer Tal profitiert, sind auch die anderen Gemeinden um Unterstützung gebeten. Bis auf Tegernsee: Die dortige Feuerwehr hat eine eigene Drehleiter. Und die Gemeinde Gmund lehne eine Unterstützung ab, teilt der Rottacher Gemeinde-Geschäftsleiter Gerhard Hofmann mit.

Der Gemeinderat Bad Wiessee hat jetzt in seiner Sitzung beschlossen, die Anschaffung der Rottacher Drehleiter mit 15.000 Euro – verteilt auf zwei Jahre – zu unterstützen. Allerdings fiel die Entscheidung nicht ohne Diskussion und auch nicht einstimmig.

Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD) wollte nicht mitziehen: „Ich halte nichts von der Geld-Hin- und Herschieberei in diesen vergleichsweise kleinen Dimensionen“, sagte er. Stattdessen sollten die Tal-Gemeinden lieber bei großen Projekten wie dem Badepark zusammenhelfen. Hier sei die Solidarität aller gefragt.

Anders sah das Florian Sareiter von der CSU. Für ihn stehe es außer Frage, die Anschaffung der Drehleiter zu unterstützen. Sareiter ging sogar noch weiter: Er forderte, die Wiesseer Beteiligung auf 20.000 Euro aufzustocken. „Die Solidarität beginnt auch bei kleinen Sachen“, meinte er. Zudem bekomme der Kurort in naher Zukunft viele große Gebäude hinzu. Es könne gut sein, dass die Drehleiter dann dringender benötigt werde als bisher.

Die Fraktionskollegen Ingrid Versen („die Ausführungen Hubers gehen am Thema vorbei“) und Kurt Sareiter („es geht um die Sicherheit der Bürger“) schlossen sich ihrem Vorredner an. Bernd Kuntze-Fechner (SPD) dagegen konnte die Argumentation Hubers durchaus nachvollziehen und wollte ebenfalls nicht ganz einsehen, warum neben Tegernsee nun auch noch Rottach-Egern eine neue Drehleiter benötige.

Letztlich aber stimmten alle bis auf Huber für eine Kostenbeteiligung in Höhe von 15.000 Euro. Die von Sareiter beantragten 20.000 Euro fanden keine Mehrheit – nur drei Gemeinderäte waren dafür.

Rubriklistenbild: © picture alliance

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