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Der Neue am Seil: Zdenkó Kosovszky – Zahnarzt und ehedem Fünfkämpfer bei Olympischen Jugendspielen – hat sich bereit erklärt, die fünfminütigen Einsätze an der Egerner zu übernehmen.

Herr über die Friedensglocke 

Ein Olympionike läutet Die Egerner 

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Rottach-Egern  - Er ist der neue Glöckner von Egern: Dr. Zdenkó Kosovszky (65) läutet ab sofort die große Glocke, genannt Die Egerner,  bei der Überfahrt.

Wenn künftig Die Egerner ihren Klang über den Tegernsee schickt, steht dahinter ein neuer Mann: Dr. Zdenkó Kosovszky (65) läutet ab sofort die große Glocke bei der Überfahrt. „Die Lehre“, sagt der ehemalige Chefarzt eines eigenen Zahnzentrums, „habe ich schon hinter mir.“

Die große, schwere Glocke, die direkt am Ufer gegenüber der Tegernseer Point positioniert ist, tut ihren Dienst immer dann, wenn ein besonderer Anlass danach verlangt. Zur Eröffnung der Rottacher Kunst- und Kulturtage etwa, zum Rosstag und zum Tag der Deutschen Einheit oder – wie erst kürzlich – zum Rottacher Seefest. Für den 65-jährigen Dr. Zdenkó Kosovszky war es der zweite Einsatz als neuer Glöckner von Egern. Erst im Juni hatte er die Aufgabe von Dr. Wolfgang Kroll übernommen, der seit 2005 – dem Jahr, als die Glocke aufgestellt und eingeweiht wurde – diesen Dienst versehen hatte. Aus gesundheitlichen Gründen musste er aufhören, der Förderverein Kunst und Kultur begab sich auf die Suche nach einem Nachfolger. Und er wurde fündig. 

Kosovszky, der zuletzt ein namhaftes Zahnzentrum in Baden bei Wien führte und seit dreieinhalb Jahren den Ruhestand in seiner Wahlheimat Rottach-Egern genießt, erklärte sich bereit, künftig die Glocke zu läuten. An 14 Terminen im Jahr, jeweils fünf Minuten lang. So ist es verfügt, und daran will sich Kosovszky halten. „Ich habe immer eine Uhr dabei“, sagt er mit einem Augenzwinkern. 

Die Egerner wurde seinerzeit als Friedensglocke vom Rottacher Ehepaar Gries gespendet und zusammen mit der Gemeinde aufgestellt. Sie soll, so heißt es, die Bürger und Gäste des Tals erfreuen und an ein friedliches Zusammenleben erinnern. Die 926 Kilo schwere Glocke in Gang zu setzen, sei nicht sonderlich schwierig, meint Kosovszky. Für den gebürtigen Budapester, der in seinen Jugendjahren als moderner Fünfkämpfer sogar für die Olympischen Spiele der Junioren nominiert war und noch heute gerne mit dem Mountainbike zur Auer Alm hochradelt, ein Kinderspiel. 

Das ehrenamtliche Engagement besteht vielmehr darin, die festgelegten Termine gewissenhaft wahrzunehmen. „Ich habe schon eine Liste bekommen und die Termine in meinen Kalender übertragen“, erzählt der neue Glöckner. Sollte aus irgendeinem Grund – wenn beispielsweise der Boden unter der Glocke stark vereist ist – das Läuten nicht möglich sein, „kriege ich aber auch keine schwarzen Punkte“, meint Kosovszky schmunzelnd. Sich ehrenamtlich in die Gesellschaft einzubringen, ist für den Ruheständler nichts Neues. Auch als Zahnmediziner – in seiner Klinik in Niederösterreich – habe er sich für bedürftige Patienten sozial engagiert. 

Die Behandlung von behinderten Menschen sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen. Seine Laufbahn in Deutschland führte Kosovszky über Stationen in Bonn und in Saarbrücken auch nach Dürnbach, wo er vor seiner Zeit in Baden fast zehn Jahre lang eine Praxis führte. In dieser Zeit sei ihm das Tegernseer Tal ans Herz gewachsen, sagt der 65-Jährige. So sehr, dass es ihn im Ruhestand hierher zurückzog. „Es gibt schöne Flecken auf der Erde – hier ist einer davon.“

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