Die neue Grundschule der Gemeinde Rottach-Egern wird mit zehn Millionen Euro deutlich teurer werden als ursprünglich kalkuliert.  Foto: Thomas Plettenberg
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Die neue Grundschule der Gemeinde Rottach-Egern wird mit zehn Millionen Euro deutlich teurer werden als ursprünglich kalkuliert.

Einzug am 19. Mai

Neue Grundschule Rottach-Egern: Optimierungswünsche bis zum Schluss

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Mit leichter Verspätung biegt der Neubau der Rottacher Grundschule auf die Zielgerade ein. Der 19. Mai ist als neues Datum für den Einzug gesetzt.

  • Die Baukosten für die neue Grundschule steigen auf zehn Millionen Euro.
  • Nachträglicher Einbau von Waschbecken in die Klassenzimmer ist nicht möglich.
  • Statt Teppich werden aus Gründen der Hygiene Kunststoffböden verlegt.

Rottach-Egern – Die neue Grundschule, die derzeit in Rottach-Egern entsteht, soll alle Bedürfnisse des modernen Schullebens erfüllen: Sie bietet künftig nicht nur acht Klassenzimmer, sondern auch Lernlandschaften, Räume für Förderunterricht, einen Speisesaal und eine Bibliothek. Ein Manko gibt’s nach Ansicht von Schulleitung und Eltern aber doch: Nicht jedes Klassenzimmer soll ein eigenes Waschbecken bekommen, stattdessen sind die Waschgelegenheiten ausschließlich auf den Gängen und in den Toiletten geplant. Für Rektor Ulrich Throner ist dies „nicht zielführend“. Auch nach Corona werde man sich mit Viren konfrontiert sehen, argumentiert der Schulleiter. Die Kinder müsse man zum Händewaschen dann jedes Mal auf den Gang hinaus schicken. Nach einer Begehung stieß der Elternbeirat nun ins gleiche Horn – und bat den Schulverband Tegernseer Tal darum, hier noch einmal nachzubessern.

Waschbecken für jedes Klassenzimmer: „Nicht darstellbar“

Bei der jüngsten Sitzung der Verbandsvertreter wurde nun aber klar: Die Schulfamilie wird die Kröte der fehlenden Waschbecken schlucken müssen. Der Baufortschritt sei bereits zu weit gediehen, erklärt Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU) auf Nachfrage. „Der nachträgliche Einbau der Waschbecken wäre ein enormer Aufwand.“ Nicht darstellbar, lautete daher letztlich die Entscheidung des Schulverbands.

Computer-Raum wird sofort eingerichtet

Bei einem anderen „wesentlichen Wunsch“ (Köck) konnte der Bauherr den Eltern allerdings noch entgegenkommen. Auch dabei spielt die Hygiene eine maßgebliche Rolle: So hatten die Eltern angeregt, nicht – wie geplant – das gesamte Schulhaus mit Teppichböden auszustatten, sondern stattdessen einen Kunststoffboden zu verlegen. Dieser sei leichter zu reinigen. Ein Argument, das für den Schulverband offenbar nachvollziehbar war – er gab die Umbestellung des Bodenbelags in Auftrag. Auch das Anliegen Throners, dass ein Computer-Raum im Untergeschoss – entgegen dem ursprünglichen Beschluss – nun doch gleich eingerichtet werden soll, wurde vom Schulverband stattgegeben.

Throner ist froh darüber: „Gerade die jetzige Zeit zeigt uns ja, wie wichtig die Digitalisierung an den Schulen ist.“ Bei allen kontroversen Diskussionen zeigt sich der Leiter der Rottacher Grund- und Mittelschule insgesamt zufrieden mit dem entstehenden Neubau: „Das ist zweifellos ein Bau, der in die richtige Richtung läuft.“

Baukosten steigen auf zehn Millionen Euro

Dafür nimmt der Schulverband einen großen Batzen Geld in die Hand. Rund 7,4 Millionen Euro waren ursprünglich einmal für den Neubau der Grundschule angesetzt – eine Summe, die nicht zu halten sein wird. Am Ende, so kündigte Köck an, werde der Neubau inklusive Gestaltung der Außenanlagen und Zufahrten wohl rund 10 Millionen Euro verschlingen. Doch der Bürgermeister zeigt sich überzeugt: „Es ist eine Investition in die Zukunft.“ Er gehe davon aus, dass die Grundschule mit dem zweistöckigen Neubau für die nächsten 30 Jahre gut gerüstet sei. Köck dankt in diesem Zusammenhang nicht nur der Schulleitung („in der Diskussion ging es immer ausschließlich um die Sache“), sondern ausdrücklich auch den anderen Talgemeinden für ihr Engagement im Schulverband. Köck: „Die Solidarität im Tal wird ja oft angezweifelt – es gibt sie aber doch.“ Am 19. Mai, also einige Wochen später als ursprünglich gedacht, soll das Gemeinschaftsobjekt Grundschule bezugsfertig sein.

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