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Pete York und seine Freunde rockten das Seeforum.

Legendärer Drummer rockt das Seeforum

Pete Yorks geniale Einstandsparty in Rottach

Rottach-Egern - "Drumboogie“ war wohl die genialste Einstandsparty, die ein Rottacher Neubürger je ablieferte: Pete York und seine Freunde rockten das Rottacher Seeforum.

Pete York rockte das Seeforum. Mit dabei Boogie Woogie-King Christoph Steinbach und Rythm and Blues-Legende Albie Donnelly.

Es sollte das Best Ager-Publikum, das anfangs noch auf Sitzplätzen bestand und es sich im Seeforum an Tischen bequem machte, nicht lange auf den ihren Stühlen halten: Vom ersten Song an – „Keep on running“, einem der Hits der Spencer Davis Group, der Pete York einst angehörte – heizte der legendäre Drummer den Rottachern ein. Unterstützt vom Youngster der Truppe Christoph Steinbach (Piano), und den musikalischen Weggefährten Stephan Holstein (Saxophon und Klarinette) und Schorsch Angerer (Gitarre) ließ Pete York keinen Zweifel daran, um was es an diesem Abend gehen sollte: Um echte, vitale, handwerkliche Musik, die verbindet und aus der jenseits irgendwelcher synthetischer Nachbesserungen und nach Optik und Marketing-Kriterien gecasteter Bandmitglieder ein einzigartiger und mitreißender Sound und ein Musikerlebnis der Extraklasse entstehen. 

Wie viel spielerisches Können dahinter stand, bewies, dass Piano und Schlagzeug einfach mal so den Bass ersetzten, der auf den ersten Blick zu fehlen schien. Die spielerische Leistungen war durchweg eindrucksvoll: Die Musiker ließen ihren Emotionen bei diversen Soli freien Lauf, was das Publikum immer wieder mit frenetischem Zwischenapplaus und Jubelrufen belohnten. Sängerin Nina Michelle faszinierte mit ihrer Soulstimme, die man der zierlichen Blondine gar nicht zugetraut hätte. Christoph Steinbach aus Kitzbühl sorgte durch seine sensationelle Technik und das Affentempo, mit dem er in die Tasten haute, für ein regelrechtes Piano-Beben. Bis zu neun Paare tanzten. Rythm and Blues-Legende Albie Donnelly, einst Bandleader von Supercharge, entlockte seinem Saxophon die unglaublichsten Töne und fesselte als Frontmann mit seiner knurrenden Gesangsstimme wie seinem recht trockenen Humor: „Wir haben kleine kompakte Weihnachtsgeschenke dabei. Ja, wir haben auch Viagra, aber ich spreche von unseren CDs.“ 

Sein „early in the morning and I got nothing but the blues“ wurde zu einem der Sound-Höhepunkte des Abends. Dicht gefolgt vom Posaunen-Sound des eigens aus England eingeflogenen Martin Doughty und (Chuck Berrys) „Johnny be good“, das Schorsch Angerer in guter alter Rocker-Manier zum Besten gab, indem er sein Instrument über den Boden rutschend aufheulen ließ und hinter dem Kopf spielte. Ein Jungbrunnen für das Publikum, bei dem es dann auch einfach kein Halten mehr gab. Alter? Ob bei den Musikern oder beim den Zuschauern: Was bedeutet das schon, wenn Musik energetisiert? 

Was das angeht, war Pete York selbst das eindrucksvollste Vorbild. Der 73-jährige Schlagzeuger setzte mit „I’m a man, yes I am“ (wieder ein Hit der Spencer Davis Group“) den Soultrain in Gang, der die Fans schlichtweg überrollte. In einem minutenlangen Solo, das ihm Kommentare wie „Wow“, „irre“, „phantastisch“ einbrachte, legte er alle musikalischen Aspekte des Schlagzeugs dar: Es klang wie Kriegs- und Gladiatorentrommeln, wie ein Glockenspiel, wie ein Marsch. York ging in die Vollen, bediente sämtliche Drums und Becken, bespielte sogar die Ständer. Es war ein Sound-Universum, das er ausbreitete, das der aufbrandende Applaus, die Jubelrufe und die Zugabe-Forderungen nicht wegspülen konnten. Zweimal legten die Vollblutmusiker noch nach und dann auch noch mit einem Versprechen: „Drumboogie war ein Versuch. Aber ich garantiere Euch: Wir werden weitermachen!“

Von Alexandra Korimorth

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