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Der alte Pfarrhof ist bereit für die große Sanierung. Der Anbau (r.) wird abgerissen.

Da fehlt noch einiges

Pfarrhof-Sanierung beginnt erst im Herbst

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Das alte Egerner Pfarrhaus ist fast leer geräumt. Die Sanierung beginnt allerdings erst am 25. Oktober. Es fehlt noch was Wichtiges. Dafür ist der Termin für die Einweihung gesetzt.

Rottach-Egern„Der Auszug war etwas verfrüht“, räumt Monsignore Walter Waldschütz als Leiter des Pfarrverbands ein. Die Entrümpelung läuft schon seit Oktober 2016. Wie berichtet, haben Kirchenpfleger Kajetan Liedschreiber, seine Familie und zahlreiche Helfer viele Stunden aufgewandt, um das gesamte Inventar zu sichten und abzutransportieren. Das meiste wird zwischengelagert.

Die Hoffnung war, schon im Frühjahr mit der Sanierung des historischen Pfarrhofs beginnen zu können. Der Anbau sollte schnell abgerissen werden. Aber letztlich, so Waldschütz, erfordern Planungen und Genehmigungen eben viel Aufwand. „Wir haben jetzt erst eine konkrete Zeitschiene.“ Festgezurrt wurde diese bei einer Besprechung mit den Planern und Vertretern des Erzbischöflichen Ordinariats. Demnach erfolgt der Baubeginn am 25. Oktober. Bis Weihnachten 2018 soll die Generalsanierung des denkmalgeschützten Pfarrhofs abgeschlossen sein und der Anbau eines Saals für 100 Besucher stehen. 3,5 Millionen Euro kostet die Rundum-Erneuerung. Den Löwenanteil zahlt das Ordinariat, 150 000 Euro übernimmt die Pfarrei aus eigener Tasche. Die Gemeinde Rottach-Egern schießt 200 000 Euro zu.

Ganz leer ist der Pfarrhof noch nicht. „Wir machen das alles ja ehrenamtlich“, erklärt Liedschreiber. Zuletzt hatten zwei Heiligenfiguren aus dem 18. Jahrhundert den Helfern viel abverlangt. Sebastian und Florian, beide zwei Meter hoch und aus massivem Holz geschnitzt. „Die standen jahrzehntelang auf dem Speicher“, berichtet Liedschreiber. Den Abtransport übernahm schließlich der Restaurator. Ihr tristes Dasein in der Abstellkammer soll übrigens ein Ende haben. Die beiden Heiligenfiguren sollen Liedschreiber zufolge das Leichenhaus verschönern, auf Anregung des Stellvertretenden Bürgermeisters Josef Lang. Über den Umfang der Restaurierung sei noch zu beschließen.

Die Historie des alten Pfarrhofs verlangt viel Sorgfalt, was wiederum einen beträchtlichen Aufwand erfordert. So begleitet auch ein Archäologe die Arbeiten. Zudem ist ein Bodengutachten nötig. „Da wird zwölf Meter in die Tiefe gebohrt“, erklärt Pfarrer Waldschütz. Um sicherzustellen, dass die historischen Mauern tragen, überprüft noch einmal ein Statiker das gesamte Projekt. „Die Baugenehmigung bekommen wir erst, wenn der sein Okay gibt“, berichtet Waldschütz. Darum müsse auch der Anbau des Pfarrhofs vorerst stehen bleiben. Einige Vorarbeiten wie zum Beispiel die Öffnung der historischen Böden dürfen aber erledigt werden. Auch die Verlegung von Wasserleitungen steht an.

Unterdessen haben die Gruppen, die den alten Pfarrhof nutzen, Übergangsquartiere bekommen. Die Bücherei ist schon vor einiger Zet in den gemeindlichen Lesesaal umgezogen. Die frühere Mesner-Wohnung im Dachgeschoss wurde aufgelöst. In den Räumen wird ein Archiv eingerichtet. Freuen können sich die Rottacher auf den großen Saal, Jugendräume und ein neues Pfarrbüro. Die Sanierung beschert der Pfarrei ein neues Schmuckstück. Dafür müssen die Rottacher nun eine Weile ohne den Pfarrhof auskommen. Kein großes Problem, meint Waldschütz – auch wenn der Umstand, dass das Haus schon frühzeitig geräumt wurde, teils für Kritik sorge. Im Grundsatz gelte aber: „Alle haben viel Verständnis.“

jm

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