Reich verziert ist die Prachtkutsche des Kini: Der originalgetreue Nachbau sollte eigentlich im Rottacher Kutschenmuseum eine neue Heimat finden.
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Reich verziert ist die Prachtkutsche des Kini: Der originalgetreue Nachbau sollte eigentlich im Rottacher Kutschenmuseum eine neue Heimat finden.

Exponat zu schwer fürs Rottacher Museum

Prachtkutsche des Kini kommt doch nicht an den Tegernsee

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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  • Gabi Werner
    Gabi Werner
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Kein königlicher Glanz für Rottach-Egern: Der Nachbau der Prachtkutsche von König Ludwig II. kommt doch nicht an den Tegernsee. Der Koloss ist zu schwer fürs Kutschenmuseum.

Rottach-Egern – Der Handel war eigentlich perfekt, die Vorfreude bereits groß: Das Kutschenmuseum in Rottach-Egern wollte von der Bavaria Film GmbH einen Nachbau der Prachtkutsche von König Ludwig II. als Dauerleihgabe übernehmen. Doch daraus wird nun nichts: Das wertvolle Filmrequisit – ein goldener Koloss mit vielen Schnörkeln – ist laut Gemeinde schlichtweg zu schwer, um es im Obergeschoss des Museums unterzubringen.

Bürgermeister hatte von neuer Attraktion bereits geschwärmt

„Dort ist ein Standort für die 1,2 Tonnen schwere Stahlkonstruktion aus statischen Gründen leider nicht möglich“, teilte Bürgermeister Christian Köck jüngst im Gemeinderat mit. Wie berichtet, hatte sich der Rathaus-Chef noch im März hocherfreut darüber gezeigt, dass das Museum mit der Kutsche des Kini eine neue Attraktion bekommen werde. Auch die Platzverhältnisse im Gsotthaber Hof waren bereits überprüft worden – der Weg für das neue Exponat schien geebnet.

Kutsche wirkt nach außen filigran, ist innen aber mit Stahl verstärkt

Dass der originalgetreue Nachbau, der bis vor Kurzem noch ein beliebtes Ausstellungsstück in der Bavaria Filmstadt war, nun doch zu massiv ist, stellte sich bei einer Inaugenscheinnahme von Rottacher Bauhof-Mitarbeiterin in München heraus. Die Kutsche wirke nach außen hin zwar filigran und sei aus Holz gefertigt, innen aber sei sie komplett mit Stahl verstärkt, berichtet Initiator Georg Höss. Fürs Obergeschoss des Museums komme sie daher nicht in Frage – „wir können ja nicht riskieren, dass die Kutsche plötzlich im Parterre steht“, sagt Höss. Er hatte als Rottacher Gemeinderat und Justiziar von Bavaria Film den Handel zwischen Gemeinde und der Münchner Filmfirma eingefädelt.

Der Rottacher bedauert es, dass aus dem Projekt nichts geworden ist. „Die Kutsche hätte man sicher gut vermarkten können“, ist Höss überzeugt. Schließlich habe der bayerische Kini eine riesige Fangemeinde. Der Initiator sieht’s aber auch pragmatisch: „Wir haben es versucht – aber manchmal scheitern Dinge eben auf den letzten Metern an Details. Wir haben einen Haken dran gemacht.“

Leiter der Bavaria Filmstadt will Kutsche Bewunderern zugänglich machen

Noch eine Weile beschäftigen wird die Prachtkutsche dagegen die Eigentümer von der Bavaria Filmstadt. Deren Leiter Stefan Bryxi hatte die Kutsche in Rottach-Egern eigentlich schon in guten Händen gewähnt. Nun hat er die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung angeschrieben, ob die nicht vielleicht ein Platzerl für das Prunkstück hat. Eine fixe Zusage gibt es laut Bryxi noch nicht. Für ihn seht aber fest: „Ich werde alles dafür tun, dass die Menschen die Kutsche auch künftig bewundern können.“

gab/ak

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