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Quartett auf der Anklagebank: Vier Männer aus Nordrhein-Westfalen sitzen wegen eines Raubüberfalls am Tegernsee in U-Haft. Ralf K. (2.v.l.) soll der Anstifter sein, die Männer neben ihm sollen den Überfall ausgeführt haben.

"Abends stundenlang Akten gewälzt"

Raubüberfall: Miesbacher Ermittler liefert neue Details

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  • Veronika Stangl
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Rottach-Egern - Fast zwei Jahre ist der brutale Raubüberfall in Rottach-Egern her - die Opfer leiden noch immer. Jetzt hat im Prozess gegen die mutmaßlichen Täter ein Miesbacher Kriminaler ausgesagt.

Über 16 Stunden dauerte das Martyrium des Ehepaars J. aus Rottach-Egern. In dieser Zeit erlebten die beiden Senioren die wohl schlimmsten Stunden ihres Lebens: Am Abend des 8. Januar 2014 überfallen zwei Männer die beiden in ihrer Villa, schlagen, fesseln und knebeln sie und rauben sie aus. Beuteschaden: rund 250.000 Euro.

Nach umfangreichen Ermittlungen gelingt es der Polizei, im Herbst 2014 zwei Tatverdächtige sowie einen Drahtzieher und einen Händler festzunehmen. Seit Anfang November wird ihnen in München nun der Prozess gemacht.

Wie aufwendig die Ermittlungen waren, zeigte die Aussage eines Beamten der Kripo Miesbach am Mittwoch. Stundenlang habe er abends Akten gewälzt, um hinter die Täter zu kommen. Dabei sei ihm klar geworden, dass Ralf K., der mutmaßliche Drahtzieher der Tat, schon mehrmals - er ist bereits 17-fach vorbestraft - die gleiche Masche angewandt habe: Immer wanzte er sich sich an reiche Damen heran, um sie später von Mittätern ausrauben zu lassen. Bei den Überfällen selbst war er nie dabei. So auch beim Ehepaar J. aus Rottach-Egern, die er über eine reiche Rottacherin kennengelernt hatte.

Kritik musste sich der Ermittler vom Verteidiger des Ehepaares gefallen lassen. Bis zu zehn Mal seien die Kriminalpolizisten nach der Tat bei den J.s gewesen, um sie zu befragen. "Sind Sie nicht auf die Idee gekommen, dass das retraumatisierend sein könnte?" Wie berichtet, leidet die Ehefrau immer noch massiv unter der Tat, hat Angstattacken und traut sich kaum allein aus dem Haus. Der Miesbacher Beamte rechtfertigte sich: Man sei sehr darauf bedacht gewesen, die Frau nicht weiter zu verängstigen. Außerdem habe die Polizei dem Paar Tipps gegeben, wie sie sich vor weiteren Überfällen schützen können. Der Prozess dauert weiter an.

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