Hecken, Laterne, Fahnenstangen: Vor dem Seeforum ist es eng, die Gemeinde forciert dennoch einen Radweg. Einige Umbauten sind dafür notwendig.
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Hecken, Laterne, Fahnenstangen: Vor dem Seeforum ist es eng, die Gemeinde forciert dennoch einen Radweg. Einige Umbauten sind dafür notwendig.

Rottach-Egern will Gefahrenstelle entschärfen – Test mit einem Provisorium

Radweg am Seeforum wird kniffelige Aufgabe

  • Alexandra Korimorth
    VonAlexandra Korimorth
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Die Gemeinde Rottach-Egern bemüht sich um Fahrradfreundlichkeit und somit um Anerkennung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern. In der jüngsten Sitzung beratschlagte der Gemeinderat Maßnahmen, um die Eng- und Gefahrenstelle an Seeforum zu entschärfen.

Rottach-Egern - Am Seeforum, wo Radler auf der Seerunde von der Schwaighof-Anlage kommend und den Parkplatz am Seeforum tangierend ein Stück auf der B307 fahren müssen, bevor sie über den Max-Josef-Weg in Richtung Kuranlage und Seestraße geleitet werden, soll ein Radlweg entstehen. „Es ist wichtig, dass wir die Radlfahrer weg von der Kreuzung von Nördlicher Haupt- und Seestraße bekommen“, betonte Bürgermeister Christian Köck, wohlwissend, dass ein Radweg vor dem Seeforum wegen der beengten Platzverhältnisse und Kombination mit dem regen Verkehr rund um die Querungshilfe kniffelig umzusetzen ist.

Das Ingenieurbüro Lorenz Strohschneider wurde deshalb mit der Planung der Wegführung beauftragt. In Absprache mit Amtstechniker Stefan Staudinger, mit der Arbeitsgruppe „Rottach radelt“ und der Radverkehrsbeauftragten Christine Obermüller wurden mehrere Maßnahmen überlegt: Es müsste ein Stück der Rasenfläche am Parkplatz weichen. Ebenso einige Steinquader, die den Eingang des Seeforums vom Fußgängerbereich trennen. Die niedrigen Hecken müssten entfernt und deren Gräben mit Beton aufgefüllt werden. Außerdem wären die Lampen und ein Wegweiser zu versetzen. In dem Zuge könnte die Querungshilfe mit größeren Leuchten versehen werden.

„Wir müssen diesen Bereich sicherer machen“, bekräftigte Köck seine Forderung mit Blick auf den regen Verkehr, selbst in den Morgenstunden.

Radweg am Seeforum: Zunächst ist ein Provisorium geplant

Unsicherheit herrschte, ob die Maßnahmen ausreichen und ob die Verkehrsführung für die Radlfahrer und der Radweg auch für die Fußgänger und den Autoverkehr klappen würden. So diskutierte das Gremium zunächst die Erstellung eines provisorischen Radwegs, bevor größere Planungs- und Umbaukosten entstünden.

Bis auf Josef Kaiser (parteilos) konnten sich alle Gemeinderäte fraktionsübergreifend mit der provisorischen Lösung inklusive Testphase anfreunden. Kaiser indes fand: „Es ist Irrsinn, vor dem Seeforum mit Gewalt einen Radlweg machen zu wollen.“ Ihm fehlte zwischen Café, Straßenübergang, Eingang zum Seeforum einfach der Platz für einen Radweg. Er fand es für die Radfahrer zumutbar, dass diese absteigen und ihr Rad das Stück schieben. „Was für ein Aufwand für die paar Meter“, monierte er. Überdies würde seiner Ansicht nach das ganze Ensemble regelrecht zerrissen.

Radweg am Seeforum: „Mehr Grün statt Schotter“

Mit dieser Argumentation stieß er bei den Ratskollegen auf wenig Verständnis. Zwar wünschte sich Thomas Tomaschek (Grüne) mehr Grün statt Schotter, aber sein Fraktionskollege Alexander von Schoeler fand die Vorschläge gut: „Wir sollten es ausprobieren, um dieser hochproblematischen Stelle entgegenzuwirken.“ Für Stefan Niedermeier (Blitz) sprachen die Schnelle und kostengünstige Umsetzung für das Provisorium, während Michael Hagn (Blitz) feststellte, dass ein gescheites Provisorium oft besser und länger halte als so manche voreilig durchgeplante und ungetestete Maßnahme. „Dinge muss man ausprobieren. Starten wir also mit dem Provisorium und testen, ob es sicher hinhaut“, schloss Georg Höß die Diskussion.  

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ak

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