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Gemeinsam schnippeln für das Nationalgericht Kabuli Palau: Afghanische und Rottacher Schüler bei ihrem Kochprojekt mit Lehrerin Barbara Heimkreitner.

Afghanische Küche in der Mittelschule

Projekt mit Würze: Flüchtlinge kochen mit Schülern

Rottach-Egern - "Heute gibt es Kabuli Palau", hieß es am Dienstag in der Rottacher Mittelschule. Afghanische Flüchtlinge kochten gemeinsam mit einheimischen Schülern - und lernten sich ganz nebenbei kennen.

In der Mittelschule Rottach riecht es nach exotisch gewürztem Fleisch. Während die Rottacherin Regina (15) gerade den Tisch deckt, steht der Afghane Reza am Herd und rührt im Kochtopf. Die Flüchtlinge aus dem Haus Rheinland in Bad Wiessee sind zu Gast in der Küche des Schulhauses. Die aus Afghanistan stammenden Jugendlichen sind alle unbegleitet nach Deutschland gekommen. Sie gehen seit November gemeinsam in die sogenannte „Vorklasse zum Berufsintegrationsjahr“ in der Grundschule Bad Wiessee. Dort bekommen die Minderjährigen Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie deutsche Sozial- und Gesellschaftskunde. 

Doch auch ihre heimatlichen Bräuche und Traditionen sind interessant. Darum kochen Schüler der neunten Klasse zusammen mit den Flüchtlingen das afghanische Nationalgericht Kabuli Palau. Die Zutaten sind Reis, Lammfleisch und Rosinen. Initiiert wurde die Kochaktion von der Hauswirtschaftslehrerin Barbara Heimkreitner. Sie ist sowohl an der Grundschule Bad Wiessee als auch an der Mittelschule Rottach-Egern tätig. In Kooperation mit der Lehrerin der Flüchtlingsklasse, Frederike Wolf, organisierte sie das gemeinsame Kochen der Schüler. 

Dass sich die Schüler währenddessen auch unterhalten konnten, liegt am guten Deutsch der jugendlichen Migranten. „Deutsch lernen macht mir Spaß“, sagt der 17-jährige Reza, der später Architekt werden will. Auch seine Lehrerin Frederike Wolf ist begeistert: „Die Jungs lernen unfassbar schnell und können sich schon problemlos auf deutsch verständigen.“ Bei der Aktion sollte vor allem die Interaktion zwischen den Jugendlichen im Vordergrund stehen. „Ich seh’ Flüchtlinge jetzt ganz anders“, sagt auch Regina. Sie gibt auch gleich allen, die sich von Flüchtlingen bedroht fühlen, einen Ratschlag: „Man sollte sich einfach immer bewusst sein, dass Flüchtlinge auch Menschen sind.“ 

Einen kleinen Wermutstropfen gab es dann aber doch, wie Barbara Heimkreitner verrät: „Die Jungs aus meiner Klasse waren ein wenig enttäuscht als sie erfahren haben, dass nur männliche Flüchtlinge kommen.“

Von Ludwig Graf von Brühl

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