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Ein gewaltiges Loch wurde an der Werinherstraße in Rottach-Egern ausgehoben. Dort entsteht die Tiefgarage. Parallel dazu wird bereits an den Wohnhäusern gearbeitet.

Großprojekt in der Werinherstraße

Beim Anblick von Riesen-Baustelle: Anlieger sorgen sich wegen Hochwasser

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Lange haben die Rottacher Gemeinderäte mit den Plänen für ein Neubauprojekt an der Werinherstraße gehadert. Mittlerweile macht die Baustelle das ganze Ausmaß der Bebauung deutlich. Anlieger sind besorgt.

Rottach-Egern – Wo einst die private Villa des berühmten Krebsarztes Josef Issels stand, klafft heute ein gewaltiges Loch. Die W2 Verwaltungs GmbH aus Grünwald verwirklicht auf dem etwa 6000 Quadratmeter großen Areal direkt am See ein üppiges Projekt: Oberirdisch entstehen zwei Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäuser, unterirdisch kommt eine Tiefgarage, deren Ausmaße auf Druck der Gemeinde etwas verringert worden waren: Von den ursprünglich geplanten 44 Stellplätzen sind noch 33 übrig geblieben. Die Länge ist allerdings geblieben, die Tiefgarage misst nun 2624 Quadratmeter.

Für die Nachbarn in der Werinher- und der Kobellstraße gibt vor allem die Dimension der Tiefgarage Anlass zur Sorge. Schon beim Jahrhundert-Hochwasser im Jahr 2013 sei die Kobellstraße 50 Zentimeter unter Wasser gestanden, berichtet Anlieger Andreas Toth. „Wo“, so fragt er sich mit Blick auf die neue Tiefgarage, „bahnt sich das Grundwasser künftig seinen Weg?“. Ihm sei es völlig unverständlich, warum das Landratsamt Miesbach als zuständige Behörde diese „maximale Bebauung“ genehmigt habe.

Ähnlich sieht es Doris Barnloher, die direkt gegenüber von den künftigen Neubauten wohnt. Das gesamte Grundstück werde rundherum zu zementiert. Auch sie hat deshalb die Befürchtung, dass ihr Anwesen bei künftigen Hochwasserereignissen absaufen könnte.

Dem widerspricht ein Gutachten des Wasserwirtschaftsamtes, das die Sorgen der Nachbarn im Vorfeld als unbegründet eingestuft hatte. „Es hat Probebohrungen gegeben, auch ein Geologe wurde mit einbezogen“, erklärt Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU) auf Nachfrage. Nur unter dieser Auflage sei das Projekt überhaupt erst möglich geworden.

Der Rathaus-Chef betont in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinde nur bedingt Einflussmöglichkeiten auf das Genehmigungsverfahren gehabt habe. „Die Gemeinde hat nur über das Einfügungsgebot zu befinden, alles andere ist Sache der Unteren Baubehörde am Landratsamt und der Fachbehörden.“ Der Rathaus-Chef jedenfalls scheint selbst nicht glücklich zu sein mit dem riesigen Bauprojekt: „Für mich ist das schon grenzwertig in dieser Lage“, sagt er. Er verstehe da teils die Welt nicht mehr. Immerhin liegen die neuen Häuser samt Tiefgarage im Hochwasserschutzgebiet.

Ganz ähnlich ergeht es Angela Brogsitter-Finck, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), wenn sie die Baustelle betrachtet. Hier werde ein Grundstück in äußerst sensiblem Bereich komplett versiegelt, moniert sie. „Es geht um den maximalen Profit.“ Wo früher ein einzelnes Anwesen, umgeben von vielen Bäumen und viel Grün, gestanden habe, entstehe nun eine Bebauung gewaltigen Ausmaßes.

Lesen Sie hier: Bauwut in Rottach-Egern: „So können wir nicht weitermachen“

Ein Beispiel für ein Bauverhalten, wie es gerade die Gemeinde Rottach-Egern häufig erlebt und dem man inzwischen versucht, mit der Aufstellung von Bebauungsplänen beizukommen. Für Brogsitter-Finck ist jedenfalls eines klar: Wenn das so weiter gehe, habe das Tegernseer Tal als Tourismus-Region keine Zukunft mehr.

gab

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