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Busverbindung von Monialm zum Spitzingsee eingestellt

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Von: Alexandra Korimorth

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Busverbindung von Monialm zum Spitzingsee eingestellt
Noch stehen die Haltestellenschilder der RVO: Doch künftig wird die Busstrecke von der Monialm über die Valepp zum Spitzingsee nicht mehr bedient. © Thomas Plettenberg

Unmut im Rottacher Gemeinderat: Bürgermeister Christian Köck berichtet, dass der RVO, die Linie 9560 von der Monialm über die Valepp zum Spitzingsee nicht bedienen wird.

Rottach-Egern Unmut machte sich im Rottacher Gemeinderat breit, als Bürgermeister Christian Köck (CSU) von der Entscheidung der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) berichtete, die Linie 9560 von der Monialm über die Valepp zum Spitzingsee nicht mehr zu bedienen. Das Angebot hätte mit dem Start des Sommerfahrplans am Samstag, 30. Mai, eigentlich wieder aufgenommen werden sollen.

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Busverbindung von Monialm zum Spitzingsee eingestellt

RVO-Niederlassungsleiter Andreas Peschel hatte sich schriftlich auf die Gesetzesnovelle der Straßenverkehrsordnung berufen, wonach Fahrzeuge – also auch Busse – jetzt in einem Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern Radfahrer und Fußgänger zu passieren haben. Die einspurige, im Durchschnitt drei Meter breite Straße in die Valepp würde das nicht hergeben. Die 2,40 Meter breiten Busse müssten dann lange hinter einem Radler herfahren. „Ein gesicherter Fahrbetrieb wäre nicht möglich“, stellte Peschel gegenüber unserer Zeitung fest. Im Sommer seien auf der Strecke rund 200 Radfahrer täglich unterwegs. Die Einstellung der Linie sei auch mit dem Landratsamt abgestimmt.

Der Gemeinderat reagierte durch die Bank weg betroffen und war sich einig, dass man diese Linie allein schon aus touristischer Sicht als wertvoll erachtet. Viele wanderten oder führen mit der Seilbahn über die Sutten zum Spitzingsee und würden von dort den Bus zurück nehmen. Vizebürgermeister Josef Lang (CSU) befand: „Es ist ein Unding, dass in Zeiten, in denen der Individualverkehr eingeschränkt werden soll, der öffentliche Personennahverkehr eingestellt wird.“

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Er mutmaßte eher wirtschaftliche Aspekte, die zur Einstellung der Linie geführt haben. Denn wenn die Straße in die Valepp durchschnittlich nur drei Meter breit ist, so hätte der Abstand nach alter Gesetzeslage (ein Meter) auch weder für Busse noch für Pkw gereicht. Für ihn sei die Gesetzesnovelle auch angesichts anderer kleinerer Straßen im Landkreis, auf denen durchaus RVO-Busse fahren, nicht durchdacht.

Im Übrigen erinnerte der pensionierte Polizeibeamte daran, dass im Straßenverkehr immer noch das Generalgebot der Rücksichtnahme und gegenseitigen Verständigung gelte. „Da fährt doch jeder Radler zur Seite, wenn er merkt, dass hinter ihm ein Bus hängt.“ Für Lang hat die Entscheidung einen faden Beigeschmack. Die Strecke, auf der durchaus bereits mehrere Unfälle mit Radlern passiert seien, würde von den Fahrern nur ungern bedient. Und kostentragend sei sie vermutlich auch nicht.

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