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Im Garten der Schönheitsfarm sollte der Pavillon entstehen. Die Gestaltung missfiel den Gemeinderäten aber gründlich.

„Keine Gefälligkeitsentscheidung“

Pavillon widerspricht Ortssatzung: Rottach-Egern erteilt Ehrenbürgerin Gertraud Gruber Absage

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Als Ehrenbürgerin der Gemeinde Rottach-Egern ist Gertraud Gruber hoch geschätzt. Mit einem Antrag für den Bau eines Gartenpavillons blitzte ihre Schönheitsfarm nun allerdings im Bauausschuss ab.

Rottach-Egern – Es pressiert den Verantwortlichen der Schönheitsfarm von Gertraud Gruber. Weil wegen der geltenden Corona-Abstandsregel der Platz im Speiseraum nicht mehr ausreicht, soll ein Gartenpavillon als zusätzlicher Speiseraum errichtet werden. Nur entspricht die Planung nicht der Ortssatzung. Der Bauausschuss musste der Rottacher Ehrenbürgerin eine Absage erteilen – wenn auch schweren Herzens.

Bürgermeister Köck: Pläne von Schönheitsfarm „null komma null satzungskonform“

Vorgesehen war ein verglaster Pavillon mit begrüntem Flachdach und Platz für fünf Tische. Doch ehe Bürgermeister Christian Köck (CSU) auf Details einging, erklärte er, dass er mit Gertraud Gruber, Ehrenbürgerin und Gönnerin der Gemeinde, eng verbunden und ihr die Gemeinde auch verpflichtet sei. Dennoch habe er in Anbetracht der Pläne, die „null komma null satzungskonform“ seien, größte Bedenken. „Wenn man den Namen der Antragstellerin auf der Planung abdecken würde, wäre sie sofort vom Tisch“, gestand der Rathauschef. „Ich sehe mich nicht imstande, das zu befürworten und eine Gefälligkeitsentscheidung zu treffen – trotz Name und bei allem Respekt unserer Ehrenbürgerin und ihren Leistungen gegenüber.“

Ehrenbürgerin Gertraud Gruber

Es gäbe doch sicherlich auch zu Corona-Zeiten in der Schönheitsfarm Möglichkeiten, Abläufe anders zu organisieren, meinte Köck. Er habe Irene Bopp von der Schönheitsfarm eine zeitweilige Duldung für den Pavillon angeboten, wenn dieser nicht dauerhaft errichtet werde. Das wurde abgelehnt. „Wir sind in der Bredouille“, schloss Köck, der sich einen Pavillon vorstellen könnte, der der Satzung nahe kommt und sich besser einfügen würde.

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Damit war eine rege Diskussion eröffnet: Dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG), die die Abläufe in dem Haus kennt, brach eine Lanze für die Schönheitsfarm und stellte klar, dass sich ein Schichtbetrieb beim Essen nicht organisieren ließe. Der Zeitdruck sei darin begründet, dass aktuell nur das halbe Haus belegt sei, sich das aber wieder ändern solle. Dennoch wünschte auch sie eine Neuplanung, die besser in das Grundstück und zur hiesigen Bauweise passt.

Harsche Kritik an einheimischem Architekturbüro

Ihr Fraktions-Kollege Hermann Ulbricht schalt das Architekturbüro Eham: „Das sind doch einheimische Architekten, und sie sollten wissen, was uns wichtig ist.“ Klaus Fresenius (FWG) betonte: „Sicher sind wir der Unternehmerin zu Dank verpflichtet und wollen auch die freundschaftlichen Beziehungen zu unserer Ehrenbürgerin weiter pflegen, aber sie wird verstehen, dass wir in Sachen Abweichungen bei Neubauten unter enormem Druck stehen.“

Neues Gästehaus für Grubers Schönheitsfarm

Alexander von Schoeler (Grüne) ging noch weiter: „Das wäre ein Präzedenzfall. Wenn Frau Gruber persönlich wüsste, was da beantragt wurde, würde sie selbst sagen: Nein, das machen wir anders.“ Während Florian Baier (CSU) forderte, den Bauantrag personenunabhängig zu bewerten und abzulehnen, schlug Vizebürgermeister Josef Lang (CSU) vor, das Gelände mit einem Bebauungsplan zu überziehen, sodass langfristig mehr Möglichkeiten offen stünden.

Dass das aber keine schnelle Lösung sei, war allen klar. Auch Josef Kaiser (CSU) schüttelte nur den Kopf. Einmal darüber, dass man für nur fünf Tische einen ganzen Pavillon bauen solle. Und einmal über das Planungsbüro: „Das ist geradezu ignorant. Da muss man denen reingrätschen“, forderte er mit Blick auf ein weiteres nicht satzungskonformes Projekt des Unternehmens in der Gemeinde Kreuth. Auch Michael Hagn (Blitz) befand: „Hätten sie gleich was Gescheites vorgelegt, hätten sie auch gleich bauen können.“ Am Ende lehnte das Gremium unisono die Errichtung des Gartenpavillons ab.

ak

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