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Ein Zaun als Hoffnungsträger: Wie der Neubau aussehen soll, zeigen Tafeln. Im Frühjahr 2020 sollen die Bauarbeiten für ein Suitenhotel beginnen.

Durchführungsvertrag schon zweimal verlängert 

Hotel-Neubau ersetzt Seeperle: Die nächste Frist läuft ab

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Wo einst die Seeperle an der Rottacher Seestraße stand, ist seit zwei Jahren nichts als grauer Kies. Hier soll ein Hotel entstehen. Aber wann geht‘s endlich los?

Rottach-Egern Lange war da, wo bis vor knapp zwei Jahren die Seeperle stand, nichts als grauer Kies. Inzwischen künden Tafeln an der Rottacher Seestraße vom Geplanten: Ein Suitenhotel der Luxusklasse soll entstehen, dazu Läden und eine Tiefgarage. So sieht es der längst genehmigte Bebauungsplan vor. Die Durchführung hat die Gemeinde sich per Vertrag sichern lassen. Zweimal schon hat der Gemeinderat die für die Realisierung des Projekts gesetzte Frist verlängert. Zum Jahresende läuft sie erneut aus. Langsam wird Bürgermeister Christian Köck ungeduldig: „Auf der Fläche sollte jetzt schon langsam was Sichtbares passieren.“

Der Bau werde im Frühjahr 2020 beginnen, versichert Rainer Leidecker, der mit Ernst Tengelmann die Projektgesellschaft Seestraße 19-21 führt. „Wir sind in der Endphase der Verhandlungen“, berichtet Leidecker. Voraussichtlich in etwa vier Wochen könne er offiziell Ross und Reiter nennen. Bürgermeister Köck werde bald von ihm hören.

Hotelbau an Rottacher Seestraße: „Man tröstet sich so durch die Jahreszeiten“

Darauf wartet man im Rathaus schon seit einigen Monaten. „Man tröstet sich so durch die Jahreszeiten“, seufzt Köck. Eine Kiesgrube in Bestlage am See könne es nun wirklich nicht sein, auch wenn der Zaun die Optik verbessere. „Wir werden von der Bevölkerung auch sehr oft darauf angesprochen.“

Noch weniger Freude als der blanke Kies hatte zuvor die Seeperle bereitet. Deren Anmutung war weit weniger glanzvoll als der Name. Es handelte sich um einen Gebäudekomplex, der 26 Jahre lang stand, ohne je eine Bestimmung gefunden zu haben. Es gab viele Auseinandersetzungen, Pleiten und gescheiterte Konzepte, bis Andreas Greither die Immobilie 2008 übernahm, um mit dem Gespann Leidecker/Tengelmann etwas Ansehnliches an der Seestraße zu entwickeln.

Im Frühjahr 2010 präsentierte Greither dem Gemeinderat die Pläne für den Umbau in ein nobles Hotel mit 52 Zimmern. Später beschloss der Unternehmer, sich doch auf sein Projekt Westerhof zu konzentrieren und legte die Seeperle in die Hände von Leidecker und Tengelmann.

Neubau an der Rottacher Seestraße: Suitenhotel mit 102 Zimmern

Das Duo entschied sich letztlich für den Abriss, um am Standort Neues zu schaffen. Das Konzept sieht ein Suitenhotel mit 102 Zimmern im Bereich vier bis für Sterne, fünf Läden, seeseitig ein Schwimmbad und eine Tiefgarage mit 60 Plätzen vor. Der Gemeinderat erarbeitete einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, zu dem ein Durchführungsvertrag gehört. Demnach sollte das Projekt spätestens im Jahr 2016 realisiert sein. Doch während Planungen immer wieder verändert wurden, kamen die Verhandlungen mit Investoren bislang nicht zum Abschluss. Der Gemeinderat bewies Geduld, immer in der Hoffnung auf den großen Wurf. Um zumindest die – zuvor verlängerte – Frist für den Abriss zu wahren, ließ Leideckers Projektgesellschaft den größtenteils leer stehenden Altbau im Spätherbst 2017 abbrechen.

Eines ist für Köck klar: An der Vorgabe, dass auf dem Grundstück ein Hotel entstehen muss, wird die Gemeinde nicht rütteln. Der Bebauungsplan lasse keinen Wohnungsbau zu. Von diesem Weg planerisch abzuweichen, wäre sicher ein falsches Signal. Zumal die Gemeinde ein neues Hotel gut brauchen könne: „Wir haben etliche Gästebetten verloren.“

So sehr die Gemeinde auf den ersten Spatenstich für den Neubaukomplex hofft: Für die benachbarten Betriebe an der Seestraße bedeutet die Bauphase eine große Belastung, wie Köck weiß: „Das wird nicht einfach.“

Lesen Sie auch: Rottacher Seeperle: "Investoren müssen liefern"

Oben Almdorf, unten Seeperle - läuft da was?

Alte Seeperle muss Neubau weichen

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