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Solidaritäts-Bekundungen: Viele Nachbarn, Freunde und Bürger hatten Bäckerei-Inhaberin Evi Tremmel in den zurückliegenden Wochen den Rücken gestärkt.

Bürgermeister will zwischen den Parteien vermitteln

Streit um Bäcker-Duft: Nun gibt‘s einen Gesprächstermin

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Nimmt der Streit um die Bäckerei-Gerüche in Rottach-Egern doch noch ein friedliches Ende? Zumindest wollen sich die zerstrittenen Parteien nun an einen Tisch setzen. Auch einen Vermittler wird es geben.

Rottach-Egern –Einen Sturm der Entrüstung hatte die Beschwerde des neu zugezogenen Ehepaares ausgelöst, das sich über die Gerüche aus der benachbarten Traditions-Bäckerei Tremmel in Rottach-Egern beklagt hatte. Bekanntlich hatten die Nachbarn angekündigt, das Landratsamt Miesbach einzuschalten, sollte Laden-Inhaberin Evi Tremmel nicht bereit sein, Abhilfe zu schaffen. Diese hatte von Beginn an abgewunken, die Fronten schienen verhärtet. Doch nun gibt es möglicherweise doch die Chance auf eine gütliche Einigung: Am 29. September wollen sich die Beteiligten zu einem Gespräch treffen.

Um zwischen Evi Tremmel auf der einen Seite und dem Ehepaar und seinem Anwalt Heino von Hammerstein auf der anderen Seite zu vermitteln, will auch Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU) an dem Gesprächstermin teilnehmen. Das bestätigte er am Donnerstag auf Nachfrage. „Es geht mir um den Ortsfrieden“, sagt der Rathaus-Chef. Ihm sei wichtig, die Geschichte endlich zu einem vernünftigen Ende zu bringen. Das Nachbars-Ehepaar hatte nach seiner Beschwerde wüste Beschimpfungen im Internet über sich ergehen lassen müssen. Deutschlandweit hatte der Fall für Aufsehen gesorgt.

„Die Kommentare, die hier gefallen sind, waren zum Teil sehr unschön“, meint Köck. Der Bürgermeister hat mittlerweile mit beiden Parteien Gespräche geführt und dabei den gemeinsamen Termin angeregt. „Und beide Seiten haben signalisiert, dass sie erscheinen werden“, berichtet Köck.

Eine gütliche Einigung – das wäre auch ganz im Sinne des Landratsamtes, wie Behörden-Sprecher Birger Nemitz verlauten ließ. Auch am Landratsamt habe man dem Beschwerdeführer bereits davon abgeraten, den offiziellen behördlichen Weg zu beschreiten. „Wir haben sogar angeboten, dass der Landrat in dem Streit vermitteln würde“, erklärt Nemitz. Da sei der Gesprächstermin mit Bürgermeister Köck Ende September aber bereits festgestanden. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) hatte sich gleich zu Beginn über einen Facebook-Post zu dem Streit zu Wort gemeldet. Er hatte sich dabei klar auf die Seite der Bäckerei geschlagen.

Sollte das Friedensgespräch nicht fruchten, bleiben dem Nachbars-Ehepaar letztlich zwei Möglichkeiten: eine zivilrechtliche Klage vor Gericht oder das offizielle Einschalten des Landratsamtes als zuständiger Ordnungsbehörde. In letzterem Fall würde laut Nemitz zunächst eine Ortsbegehung stattfinden. „Wir würden dann selber schnüffeln“, beschreibt es der Sprecher.

Wie weit ein solcher Streit gehen kann, zeigt derzeit übrigens ein ähnlich gelagerter Fall im Kreis Regensburg. Auch dort stört sich der Nachbar einer Bäckerei an der Lautstärke und den Gerüchen aus dem Betrieb. Er zog wegen der Baugenehmigung für eine Kühlkammer, die die Bäckerei angebaut hatte, vor das Regensburger Verwaltungsgericht. Dort kam der Fall am Donnerstag in insgesamt drei Verhandlungen auf den Tisch.

gab

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