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Hier am Schorn in Rottach-Egern hat die Gemeinde von Anfang Mai bis Ende September eine hundefreie Zone eingerichtet. 

Hundekot in Rottach-Egern

Problem an der Leine

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Das Thema Hundekot ist ein Dauerbrenner in Rottach-Egern. Bürgermeister Christian Köck (CSU) appelliert ständig an die Vernunft der Hundehalter – so auch erneut bei der Bürgerversammlung.

Rottach-Egern Wenn die Zeit naht, in der Erholungssuchende auf der Liegewiese am Schorn ihre Decken ausbreiten, hat Bürgermeister Christian Köck (CSU) wieder ein Problem mehr auf dem Tisch: Er muss sich mit Beschwerden zum Thema Hundekot auseinandersetzen. Die Bürgerversammlung im Seeforum nutzte er daher schon jetzt, um an das Verhalten von Hundehaltern beim Gassigehen zu appellieren. „Wenn man das Handtuch ausbreitet und dann auf einer Hinterlassenschaft von einem Hund liegt, dann ist das wirklich nicht schön“, beschrieb Köck das Szenario. „Ganz zu schweigen von Kindern, die dann ihre Finger in den Mund stecken.“ Köck war deutlich anzumerken, dass ihm das Problem ziemlich stinkt. „Manche Hundehalter benehmen sich nämlich so, als ob sie mit einem Haus auch gleich die ganzen Wege mit dazu erworben haben.“ Will heißen: Es gibt immer wieder Gassigeher, die sich nicht um die Hinterlassenschaft ihres Vierbeiners kümmern.

Köck rief das Hundeverbot in Erinnerung, das am Schorn von 1. Mai bis 30. September gilt. In dieser Zeit, kündigte der Rathauschef an, würden Polizei und Verkehrsüberwachung auch Kontrollgänge machen und – wenn nötig – auch mit Bußgeldern drohen. Bis zu 2500 Euro Strafe können fällig werden, wenn Herr und Hund inflagranti erwischt werden. Die Gemeinde versucht es immer wieder im Guten: Sie verteilt Flyer mit Verhaltensregeln, hat Schilder aufgestellt, die mit lustigen Cartoons auf die ordentliche Entsorgung des Hundekots aufmerksam machen. Auch hat die Gemeinde „Dog Stations“ im ganzen Ort aufgestellt – inzwischen über 70 Stück. Mit rund 700 Euro schlägt jede einzelne Station zu Buche. Einen halben Tag ist ein Gemeindemitarbeiter damit beschäftigt, diese zu entleeren. Manchen Hundehaltern ist das aber einerlei: Sie werfen die Tüten einfach in Bäche, Wiesen oder den See.

Mit Blick auf den Sommer schwant der Gemeinde nun wieder Übles. Köck versucht es immer wieder mit Vernunftsappellen. „Wir haben ja einen eigenen Hundestrand ausgewiesen.“ Dieser grenzt an die Badewiese am Schorn an. „Polizei und Verkehrsüberwachung werden dort wieder patrouillieren“, weiß auch Geschäftsleiter Gerhard Hofmann. „Die stellen uneinsichtige Hundehalter zur Rede und bitten sie, das Gelände zu verlassen.“ Was meist dann auch passiert. Bußgeld, so Hofmann, musste tatsächlich noch nie verhängt werden.

Derzeit sind 330 Hunde in der Gemeinde gemeldet. Eine „stabil gleichbleibende Zahl“, meint Hofmann. Sie bringen auch Steuereinnahmen: 80 Euro kostet die Steuer für einen Vierbeiner pro Jahr, für den Zweithund sind 150 Euro fällig, jeder weitere Hund kostet 250 Euro. Die Gemeinde macht immer wieder darauf aufmerksam: Diese Steuereinnahmen seien nicht dazu da, die Kosten für die Beseitigung der Hinterlassenschaften auszugleichen.

gr

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