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Kann sich die Gemeinde leisten: Anwesen an der Seestraße.

Weil Steuern sprudeln 

Rottach kann sich Hauskauf ohne Kredit leisten

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Rottach-Egern - Die Steuereinnahmen sprudeln. Und so kann sich die Gemeinde den Kauf von zwei Häusern an der Seestraße ohne Kredit leisten. 

Die Gemeinde hat zwei Häuser an der Seestraße 8 und 10 gekauft. Ebenerdig befinden sich Geschäfte darin, darüber hat das Gästehaus Mahler lange Jahre Betten vermietet. Der Betrieb des Gästehauses wurde inzwischen aufgegeben. Ein weiteres Gebäude, das zwischen der Seestraßen-Bebauung und dem Max-Josef-Weg liegt, wird als Wohnhaus genutzt und gehört nun ebenfalls der Gemeinde. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, als der Nachtragshaushalt auf der Tagesordnung stand, kam die Angelegenheit zur Sprache.

„Der Kauf war eine große Chance für Rottach-Egern“, erklärt Geschäftsleiter Gerhard Hofmann auf Nachfrage und erklärt die komplizierten Zusammenhänge: Schon in den 1920er-Jahren habe die Gemeinde das Grundstück erworben, später aber an einen Strandbad-Betreiber verkauft. „Dieser hat sich verschiedene Rechte eintragen lassen, was mit dem Anwesen passieren dürfe“, erklärt Hofmann. Genau diese Rechte aber bereiten der Gemeinde seit jeher Probleme. „Etwa beim Seeforum, das 1983 als Kur- und Kongresssaal gebaut wurde“, erklärt Hofmann. So könne eine Terrasse noch immer nicht so genutzt werden, wie man das gerne hätte – wegen besagter Rechte, die auch den Lärmschutz betreffen. „Als sich jetzt die Möglichkeit zum Kauf ergab, haben wir zugepackt“, berichtet Hofmann. „Und wir haben auch gleich sämtliche Rechte löschen lassen.“ Dauerhaft behalten will die Gemeinde die beiden Anwesen nicht. „Wir werden sie 2017 wieder verkaufen“, berichtete Kämmerer Martin Butz im Gemeinderat. Er informierte über die Finanzierung – zum Kaufpreis will die Gemeinde aber nichts sagen. Fest steht: Die Gemeinde musste keinen Kredit aufnehmen. Dank sprudelnder Steuer-Mehreinnahmen konnte der Kauf problemlos getätigt und großteils aus dem Verwaltungshaushalt finanziert werden. Allerdings mussten 470 000 Euro aus der Rücklage entnommen werden. Insgesamt erhöht sich der Verwaltungshaushalt nachträglich von 17,3 auf 19,8 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt klettert von 6,4 auf 9,2 Millionen Euro.

Auch die neue Drehleiter der Feuerwehr taucht im Nachtragshaushalt auf. Die Summe von 392 000 Euro war schon im Haushalt 2016 vorgesehen. Die Drehleiter, so Butz, werde aber erst 2017 geliefert und auch bezahlt. Der Nachtragshaushalt geht für den Gemeinderat in Ordnung. Einstimmig wurde er abgesegnet. 

gr

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