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Am Birkenmoos beginnen die Bauarbeiten für die Asyl-Traglufthalle in diesen Tagen.

Reichlich spät, sagt der Bürgermeister

Landwirt sammelt Unterschriften gegen Asyl-Traglufthalle

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Rottach-Egern - Während am Birkenmoos in Rottach-Egern die Bauarbeiten für die Asyl-Traglufthalle bald beginnen, formiert sich im Ort Widerstand. Ein Landwirt hat eine Unterschriftenaktion gestartet.

Ende Januar soll die Traglufthalle in Rottach-Egern für Flüchtlinge bereit stehen. 200.000 Euro hat die Regierung von Oberbayern bereits für die Erschließung des Grundstücks am Birkenmoos bereitgestellt. Während das Projekt also in trockenen Tüchern scheint, formiert sich in Rottach-Egern Widerstand: Landwirt Stefan Berghammer hat Unterschriften gegen die Halle gesammelt – mehr als 100 Bürger haben unterzeichnet.

Stefan Berghammer hat Unterschriften gegen die Halle gesammelt.

„Ich habe eine Verantwortung für meine Familie“, sagt der 41-jährige Berghammer. Angesichts der 120 Asylbewerber, die schon bald in der Traglufthalle am Birkenmoos einziehen sollen, treibt ihn die Sorge um die Sicherheit seiner Töchter um. Gerade nach den jüngsten Ereignissen in Köln, als Frauen Opfer eines regelrechten Sex-Mobs wurden, halte er diese Besorgnis auch für „sehr begründet“. Und der Landwirt ist nach vielen Gesprächen mit Mitbürgern überzeugt: „Mehr als zwei Dritteln der Rottacher geht es genauso.“

Um diesen Menschen eine Stimme zu geben, habe er die Unterschriftenlisten gegen den Bau der Traglufthalle vor einigen Tagen in verschiedenen Geschäften ausgelegt. Und tatsächlich kamen zunächst 133 Unterschriften zusammen, die Berghammer sogleich Bürgermeister Christian Köck (CSU) überbrachte. Später wurden nochmal ein paar Listen nachgereicht, so dass die Zahl der Unterschreiber laut Berghammer auf 145 gestiegen ist.

Ob sich die fix beschlossene Traglufthalle mit dieser Protestaktion noch aufhalten lässt, wisse er nicht, meint der Rottacher. „Das entscheiden andere.“ Tatsächlich erscheint das nahezu unmöglich. „Wir haben sehr viel Vorarbeit geleistet, das ist nicht mehr rückgängig zu machen“, erklärt Bürgermeister Köck auf Nachfrage. Schon deshalb sei er mit der Unterschriften-Aktion zu diesem Zeitpunkt nicht glücklich. „Sie kommt schlichtweg zu spät“, macht der Rathaus-Chef deutlich. Zudem seien von den 133 Unterschriften nach Abzug aller Nicht-Rottacher und minderjähriger Unterzeichner nurmehr 104 Namen übrig geblieben.

Die Gemeinde hat sich bisher in Sachen Traglufthalle um einen sehr sachlichen, unaufgeregten Ton sowie eine gewissenhafte Vorbereitung bemüht. Da kommt eine solche Initiative reichlich ungelegen. Zudem vermisst Köck konkrete Lösungsvorschläge seitens der Protestführer. Schließlich habe Rottach-Egern – ebenso wie alle anderen Kommunen – die Verpflichtung, Asylbewerber aufzunehmen. „Wir sind keine Enklave, die sich dem entziehen kann“, betont der Bürgermeister. Zugute hält Köck seinem Parteifreund Berghammer, dass er sich nicht anonym, sondern mit vollem Namen vorne hingestellt und die Aktion initiiert habe. „Das ist sehr mutig.“ Auch nimmt Köck die Sorgen seiner Bürger durchaus ernst. Er sieht hier die große Politik gefordert: „Ich hoffe, dass es bald eine Obergrenze gibt und dass Verfehlungen von Asylbewerbern künftig besser geahndet werden können.“

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