Landhaus Bergspatz war Thema im Ortsplanungsausschuss

Mietwohnungen statt Hotelzimmer - Gemeinde macht nicht mit

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Das Landhaus Bergspatz soll in Mietwohnungen umgewandelt werden. Doch die Gemeinde macht nicht mit. Das Problem ist der Bebauungsplan, der gerade für das Gebiet aufgestellt wurde.

Rottach-Egern – Welche Zukunftspläne gibt‘s für das Landhaus Bergspatz in Rottach-Egern? Diese Frage beschäftigt die Gemeinde immer wieder. In der jüngsten Sitzung des Ortsplanungsausschusses ging es um einen Antrag auf Vorbescheid zur Nutzungsänderung des Hotels mit über 40 Betten. Das bisherige Frühstücks-Hotel so umgebaut werden, dass darin 15 kleinere Mietwohnungen entstehen. Der Besitzer sieht dafür ganz klar einen Bedarf im Ort.

Die Gemeinde will eine Umwandlung des Hotels verhindern und hatte deshalb bereits eine Veränderungssperre verhängt. Diese ist inzwischen abgelaufen. Zudem hat die Gemeinde einen Bebauungsplan für das Gebiet Georg-Hirth-Straße, Oberachweg- und Pflegerweg erlassen, in dem das Landhaus Bergspatz liegt. Mit dem Bebauungsplan soll der Charakter des Gebiets erhalten bleiben. Verhindern will man damit grundsätzlich, dass aus kleinen Häusern gewinnbringende Mehrspänner mit Tiefgaragen entstehen.

„15 Wohnungen, das widerspricht den Vorgaben unseres Bebauungsplans“, erklärte Bauamtsleiterin Christine Obermüller. Erlaubt sind laut Bebauungsplan nämlich nur zwei Wohnungen je Hauseinheit. Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) hatte kein Verständnis für die Planung: Die Gemeinde habe schon viel getan, um das Hotel zu erhalten. Unter anderem sei im Rahmen der Bebauungsplan-Aufstellung ein teures Schallschutzgutachten in Auftrag gegeben worden. Dann habe man das Gebiet, in dem das Landhaus Bergspatz liegt, nicht in ein reines, sondern in ein allgemeines Wohngebiet gepackt. „Der Besitzer könnte das Hotel auch ebenso gut weiter betreiben“, meinte Lang. Er sehe den Antrag als weiteren „Versuchsballon“, was überhaupt machbar sei. Auch Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) machte klar, dass sie nicht zustimmen werde: „Wir haben schon viel diskutiert, damit das Hotel Bestand hat.“

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Die Zukunftsgestaltung des Areals ist kompliziert. Erweiterung und Fortbestand des seit über 60 Jahren in Familienbesitz befindlichen Hotels, oder Umgestaltung für Mietwohnungen – beides passt offenbar nicht mit den gemeindlichen Vorstellungen zusammen.

gr

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