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Rottach-Egern: Schlag im Weinlokal Moschner - Münchnerin verurteilt

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Rottach-Egern: Schlag im Weinlokal Moschner - Münchnerin verurteilt
Rottach-Egern: Schlag im Weinlokal Moschner - Münchnerin verurteilt © dpa

Eine Münchnerin (36) hatte Heiligabend 2019 im Weinlokal Moschner randaliert. Nach einer langen Verhandlung hat das Amtsgericht Miesbach die Frau nun verurteilt.

Rottach-Egern – Nach fünf stundenlangen Verhandlungstagen ist auch dieser Prozess zu einem Ende gekommen. Am Amtsgericht Miesbach fiel am Dienstag das Urteil gegen eine 36-jährige Münchnerin, die sich unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten musste. Die Frau erhielt eine Geldstrafe.

Rottach-Egern: Schlag im Weinlokal Moschner - Münchnerin verurteilt

Wie berichtet, soll die Münchnerin an Heiligabend 2019 zur Sperrstunde im Rottacher Weinlokal Moschner randaliert haben, weil sie ihre Jacke, wohl ein Erbstück einer Verwandten, vermisste und sich weigerte, das Lokal ohne diese zu verlassen. Einem Türsteher, der sie davon abhalten wollte, bei ihrer Suche auf die Bar zu klettern, soll sie einen Schlag aufs linke Auge versetzt haben.

Auch die zu Hilfe gerufene Polizei konnte die Frau nicht bändigen. Als die Angeschuldigte mehrere Platzverweise ignoriert hatte, wurde sie schließlich in Gewahrsam genommen und landete auf der Polizeiinspektion Bad Wiessee in der Arrestzelle. Dabei soll sie einen Polizisten getreten haben.

Dass die Auffassungen des angemessenen Strafmaßes bei Staatsanwältin und Verteidigung stark divergierten, hatte sich bereits in den Plädoyers am vergangenen Freitag gezeigt. Während die Staatsanwältin eine Bewährungsstrafe von einem Jahr zuzüglich einer Geldstrafe für angemessen hielt, forderte Verteidiger Kevin Rebentrost einen Freispruch seiner Mandantin. Der Verteidiger hatte erklärt, die Aussagen der Zeugen seien vielfach inkonsistent und voll von Widersprüchen gewesen, um seine Mandantin zu belasten und von eigenem Fehlverhalten abzulenken. Die Zeugen fürchteten ihrerseits strafrechtliche Konsequenzen für die Behandlung der Münchnerin und hätten darum ihre Aussagen „geschönt“. Die polizeilichen Maßnahmen seien vielfach rechtswidrig wesen. Die Staatsanwältin hatte in ihrem Plädoyer die fortwährende „Opferrolle“ der Angeschuldigten moniert. Diese hätte nur in ihrem Selbstmitleid gebadet statt ihr Fehlverhalten zu erkennen.

Das Verfahren endete schließlich mit einer Geldstrafe. 180 Tagessätze zu je 90 Euro lautete das von Richter Walter Leitner verhängte Urteil. Die Frau habe sich der vorsätzlichen Körperverletzung sowie des Angriffs auf und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und der vorsätzlichen Körperverletzung gegen diese schuldig gemacht. Der Schlag gegen den Türsteher sei ohne Rechtfertigung erfolgt und könne nicht als Notwehr gesehen werden. Die polizeilichen Maßnahmen seien rechtmäßig erfolgt. Trotz Alkoholeinflusses sei bei der Frau keine verminderte Schuldfähigkeit zu erkennen gewesen.

von Stefan Gernböck

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