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In diesem Bootshaus wurde jahrelang gefeiert - ohne Genehmigung.

Seit Jahren ohne Genehmigung

Illegale Party-Hütte am Tegernsee: Jetzt mischt Söder mit

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Rottach-Egern - Die nachträgliche Genehmigung einer Bootshütte im Malerwinkel schlägt hohe Wellen. Jetzt redet sogar Heimatminister Markus Söder (CSU) mit: Er macht sich für die Hütte stark.

Mit seiner Bootshütte, direkt vor seinem Hotel Malerwinkel in Rottach-Egern, sorgt Thomas Höß derzeit für viel Gesprächsstoff. Jahrelang bot er die Hütte seinen Gästen auf speziellen Wunsch zum Feiern an – allerdings ohne offizielle Genehmigung. Höß will nun reinen Tisch machen: Er beantragte die offizielle Nutzung der Bootshütte als Veranstaltungsraum bei der Stadt Tegernsee. Die ist für alle Belange auf dem See zuständig und leitete Anfang Dezember trotz einiger kritischer Stimmen im Stadtrat die Änderung des Flächennutzungsplans ein. 

Im Zuge des Verfahrens gaben nun Behörden und Ämter ihre Stellungnahmen ab. Darunter auch die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung, die zum Ministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat gehört. Sie lehnt die gastronomischen Nutzung der Bootshütte ab und glaubt, dass damit ein Präzedenzfall geschaffen würde. Auch in vorangegangenen Fällen, wie 2009 bei der Genehmigung einer Bootshütte am Wiesseer Terrassenhof, hatte sich die Seeverwaltung kritisch gezeigt. 

Weil die Gemeinde Rottach-Egern von der Haltung der Seenverwaltung wusste, suchte sie den Draht nach ganz oben. „Bei den Klausur-Tagungen in Kreuth sprachen wir Minister Söder auf das Thema an“, bestätigt Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU). Der Heimatminister reagierte prompt: Schriftlich ließ er die Stadt Tegernsee Ende Januar wissen, dass er der Seenverwaltung nahelegen werde, den Betreibern der Hütte einen entsprechenden Vertrag anzubieten, um damit die gastronomische Nutzung legal zu machen. Für den Wunsch der Gemeinde habe er grundsätzlich Verständnis, lässt Söder durch Pressesprecherin Carolin Mayr mitteilen. Auch die Gemeinde Rottach-Egern betont in ihrer Stellungnahme, dass sie die Nutzung der Hütte für Gastrozwecke aus touristischer Sicht begrüßen würde. „Schließlich ist Familie Höß sehr mit dem Tegernsee verwurzelt“, meint Köck. Kleinere Feiern seien in der Hütte vertretbar. 

Das Landratsamt Miesbach meldete sich ebenso zu Wort – wenn auch äußerst knapp: „Der Zweck der Bootshütte ist ein anderer“, zitierte Bauamtsleiterin Bettina Koch bei der Stadtratssitzung den einzigen Satz aus der Stellungnahme. Im Klartext: Die Hütte ist für Boote da und nicht zum Feiern. Die Emissionsschutzabteilung forderte immerhin, dass der Betrieb auf die Zeit zwischen 6 und 22 Uhr zu beschränken sei. Dafür sieht die Stadt allerdings keine Veranlassung. „Bisher gibt es keine Beschwerden aus Rottach“, sagte Hagn. 

Grundsätzlich könne er die Bedenken der Seenverwaltung nachvollziehen, so der Rathauschef. Doch andererseits sei es schön, wenn Bootshütten auch im vernünftigen Rahmen für die Öffentlichkeit zur Verfügung stünden. Jeder Fall werde daher sehr eingehend geprüft. Im Fall des Bootshauses im Malerwinkel heißt das: Die Stadt ist mit der nachträglichen Genehmigung einverstanden. Und so segnete der Stadtrat einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans ab. Norbert Schußmann (CSU) war allerdings der Meinung, dass der Betreiber wegen der jahrelangen rechtswidrigen Nutzung schon noch zur Rechenschaft gezogen werden sollte.

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