Rottach-Egern setzt auf den Radverkehr: Damit in der Gemeinde – hier die Seestraße – mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen, soll unter anderem die Beschilderung verbessert werden.
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Rottach-Egern setzt auf den Radverkehr: Damit in der Gemeinde – hier die Seestraße – mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen, soll unter anderem die Beschilderung verbessert werden.

Köck: „Keine Insellösungen“

Rottach strampelt für ein neues Radkonzept

  • Alexandra Korimorth
    VonAlexandra Korimorth
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Rottach-Egern will fahrradfreundlicher werden. Für dieses Ziel strampelt die Gemeinde schon einige Zeit. Nun wurde die nächste Etappe in Angriff genommen.

  • Rottach-Egern ist auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Kommune
  • Im Gemeinderat wurde die weitere Marschrichtung besprochen
  • Christine Obermüller ist neue Fahrradbeauftragte der Gemeinde

Rottach-Egern - Es war der Sprecher der Arbeitsgruppe „Rottach radelt“, Christian Stadler, der im Gemeinderat die bisherigen Bemühungen noch einmal Revue passieren ließ. Er spannte den Bogen von der Klausurtagung des Gremiums im Januar 2017, als die Idee für „Rottach radelt“ geboren wurde, über die Gründung der ADFC-Ortsgruppe im landkreisweiten Verbund und diverse Einzelprojekte der Arbeitsgruppe bis hin zur Antragstellung, die eine Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) zum Ziel hat. Dazu fand Anfang Oktober die so genannte Erstberadelung statt, für die die Arbeitsgruppe eine Tour mit möglichst vielen Schnittstellen der Schulwege, touristischen Radlwege und Routen der Alltagsradler erarbeitet hatte. Die Route erstreckte sich vom Seeforum über die Popperwiese, entlang der Weißach bis zum Eisernen Steg über die Valepperstraße und den Rottach Damm zurück.

Bei Beradelung gab‘s Lob und Kritik vom AGFK-Komitee

Das AGFK-Komitee lobte nach der Beradelung das gut verzweigte Straßennetz, die radfahrerfreundlichen Zugänge zum See, die Radführung durch die Überfahrtstraße, die touristische Beschilderung, den Verkehrsübungsplatz in Birkenmoos, das starke Bürgerengagement und die enge Verknüpfung mit anderen Institutionen. „Es sind alle mitgeradelt: Gemeindevertreter, Landratsamt, Polizei, ATS, TTT und ADFC“, berichtete Stadler. Für ausbaufähig und verbesserungswürdig hielten die Vertreter der ADFK allerdings die Einbindung ins Bayernnetzwerk, den radspezifischen Internet-Auftritt, die Ausschilderung der Wege für Radler sowie den Umstand, dass der motorisierte Verkehr so stark im Vordergrund stehe. Kritik gab es auch für das mangelhafte Angebot an Fahrradparkplätzen und -ständern sowie für die Tatsache, dass es keine Datenerhebung über den Modal-Split, also die Nutzungsverteilung der Wege auf die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer, gebe.

Rottach-Egern hat jetzt eine eigene Fahrradbeauftragte

„Alles in allem konnten wir uns gut präsentieren, und wir wurden als vorläufiges Mitglied der AGFK aufgenommen“, bilanzierte Bürgermeister Christian Köck (CSU). Um auf Dauer ein gutes Zusammenspiel zwischen Verwaltung, Arbeitsgruppe „Rottach radelt“, ADFC-Ortsgruppe und AGFK zu gewährleisten, forderte der Rathaus-Chef die Ernennung eines Fahrradbeauftragten. Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, dass die bisherige Bauamtsleiterin Christine Obermüller, die ohnehin schon eng mit dem Verkehrsreferat zusammenarbeitete, diese Aufgabe übernehmen solle. Obermüller nahm die Aufgabe dankend an.

Bürgermeister Köck: „Es wird keine Insellösungen geben“

Die Anfrage von Grünen-Sprecher Thomas Tomaschek, welche konkreten Aufgaben für die nächsten vier Jahre der Probezeit anstünden und ob nicht eventuell externe Dienstleister und Verkehrsplaner hinzugezogen werden sollen, wurde auf den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung verschoben. Bürgermeister Köck kündigte aber an, dass sich die Gemeinde vorgenommen habe, bei einigen Teilprojekten wie der Modal-Split-Erhebung auf externe Fachleute zurückzugreifen. „Aber wir werden kein fertiges Radlverkehrskonzept einkaufen. Wir sind nicht allein und werden interkommunal und auch mit unseren Tourismusorganisationen zusammenarbeiten. Es wird keine Insellösungen geben“, erklärte Köck mit Nachdruck.

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