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Johannes Rummel (20) ist der neue Mesner in Rottach-Egern. 

Der neue Mesner von Rottach-Egern

Johannes Rummel: "Sogar mein Uropa hat das gemacht"

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Rottach-Egern - Sein Opa war Mesner, seine Eltern sind es. Nebenbei. Johannes Rummel (20) hingegen kümmert sich in Vollzeit um Kirche, Pfarrhof und Kindergarten in Rottach-Egern.

Samstags kann es schon mal stressig werden. „Zwei Hochzeiten, zwei Taufen. Und dann stehen schon die Leute fürs Rosenkranzgebet vor der Tür“, erzählt Johannes Rummel. Dafür, dass alles vorbereitet ist in der Egerner Pfarrkirche St. Laurentius, sorgt er seit 1. September. Sein Vorgänger Reinhold Borosch verabschiedet sich in den Ruhestand, lernt seinen jungen Nachfolger aber noch ein. 

„Wir hatten etliche Bewerber“

An Kandidaten für den Posten hat es übrigens nicht gefehlt. Ausgeschrieben war eine 35-Stunden-Stelle. „Wir hatten etliche Bewerber“, berichtet Pfarrverbandsleiter Walter Waldschütz. Letztlich habe man sich für den jungen Kandidaten entschieden, weil halt „alles so gut passt“. 

„Das Mesneramt gehört einfach zu unserer Familie“

Dabei war Mesner, also quasi Kirchen-Hausmeister, zunächst nicht der Traumjob von Johannes Rummel. Zuhause ist er in Unterdarching. Dort war sein Opa 50 Jahre lang Mesner. „Sogar mein Uropa hat das schon gemacht“, erzählt Rummel. Inzwischen kümmern sich seine Eltern Sabine und Georg um die Unterdarchinger Kirche. „Das Mesneramt gehört einfach zu unserer Familie“, sagt Rummel. Als Bub Ministrant zu sein, zehn Jahre lang, war für ihn selbstverständlich. Gelernt hat Rummel aber etwas anderes: Er absolvierte eine Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher. 

Rummel wollte für seinen Traumjob nicht nach Norddeutschland umziehen

Ein Beruf, der ihm eigentlich viel Spaß macht. Schließlich spielt er leidenschaftlich gern Tuba. Aber was er liebt, das ist die Handarbeit. „Doch inzwischen gibt es fast nur noch Massenfertigung“, meint Rummel. Fließbandarbeit, die keinen Spaß macht. Obendrein haben Firmen, die Blasinstrumente fertigen, ihren Sitz weit weg von Rummels geliebter Heimat. „In Norddeutschland hätte ich schon einen Job bekommen“, meint Rummel. Aber so weit weg, das wollte er auf gar keinen Fall. 

„In Unterdarching ist vielleicht einmal im Jahr eine Hochzeit. Und hier gibt’s fast jeden Samstag eine oder zwei“

Jetzt wohnt er im Rottacher Pfarrhaus. Ganz fremd ist er am See nicht. Schon vor seiner Anstellung als Mesner spielte Rummel Tuba in der Rottacher Blaskapelle, war auch bei den Kurkonzerten dabei. Trotzdem ist die Eingewöhnung nicht ganz einfach. Privat und beruflich. Der Touristenrummel am See, die vielen Feste, das ist neu. „In Unterdarching ist vielleicht einmal im Jahr eine Hochzeit. Und hier gibt’s fast jeden Samstag eine oder zwei“, berichtet Rummel. 

„Ich bin der Mann für alles“

Aber nicht nur deshalb braucht Rottach-Egern einen hauptamtlichen Mesner. Denn der muss nicht nur in der Pfarrkirche dafür sorgen, dass alles zur rechten Zeit am rechten Platz steht, sondern kümmert sich auch um den Pfarrhof und den Kindergarten. Eine Arbeit, bei der schon mal Improvisationstalent gefragt ist, wie Rummel sagt: „Ich bin der Mann für alles.“

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