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Nach der Wahl müssen die Plakate und auch die Stellwände schnell wieder abgebaut werden. 

Jetzt geht‘s an die Standortsuche 

Rottach macht Schluss mit dem Plakat-Wildwuchs zur Wahlzeit 

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Um Plakat-Wildwuchs zu Wahlzeiten künftig zu verhindern, setzt Rottach-Egern auf Stellwände. Geeignete Standorte werden noch gesucht. Besonders die AfD-Plakatierung viel negativ auf.

Rottach-Egern– Am hartnäckigsten hielt sich das Konterfei von Constantin Leopold Prinz von Anhalt-Dessau im Rottacher Ortsbild. Dabei waren die Plakate des AfD-Direktkandidaten schon vor der Bundestagswahl am 24. September teils ziemlich ramponiert. „Und danach wurden sie ewig nicht abgebaut“, erklärt Bürgermeister Christian Köck (CSU). Aber nicht nur deshalb will er künftig kein kunterbuntes Plakate-Durcheinander im Ort mehr dulden. „Wir müssen als Urlaubsort ein gutes Erscheinungsbild abgeben“, meinte Köck im Gemeinderat. Dort stellte er eine Änderung der Plakatierungsverordnung zur Abstimmung. Demnach sind einzelne Plakatständer künftig nicht mehr erlaubt. Stattdessen soll es Stellwände geben, auf denen die Parteien vor der Wahl gebündelt für sich werben dürfen. Ein Vorschlag, der auf einhellige Zustimmung stieß.

Jakob Appoltshauser (SPD) erinnerte daran, dass er eben diesen Antrag bereits vor sechs Jahren gestellt habe. Leider vergeblich. „Dabei

sind wir im Tal die einzigen, die noch keine Stellwände haben“, merkte er an. Wichtig ist Appoltshauser, dass die Stellwände groß genug sind. Jede Partei müsse so viel Platz haben, dass sie zwei Plakate aufhängen kann.

Das erschien Köck überdimensioniert. Er erinnere an die Fülle der Gruppierungen, die zur jüngsten Bundestagswahl angetreten sind. Für jeden zwei Plakate auf einer Stellwand, das ergäbe eine „sauberne Mauer“, schüttelte Köck den Kopf. Vielleicht, so seine Hoffnung, bewege die Platzknappheit die Parteien dazu, sparsamer Plakate drucken zu lassen. Die kosteten schließlich auch viel Geld. „Man merkt das an den Mitgliedsbeiträgen“, fügte der CSU-Mann an. Die Bedeutung von Wahlplakaten habe im Zeitalter der neuen Medien ohnehin stark abgenommen. Das sieht auch sein Parteifreund Josef Lang so. „Plakate haben nicht mehr den Stellenwert von früher“, meinte der Vize-Bürgermeister. Bislang habe er Stellwände abgelehnt, weil er dem Steuerzahler keine Kosten für die Wahl-Plakatierung aufbürden wollte. Inzwischen sei er einverstanden. Es müsse aber sichergestellt sein, dass eine Plakatierung dann ausschließlich an diesen Stellwänden erlaubt sei.

Ohnehin, stellte Geschäftsleiter Gerhard Hofmann klar, verbiete auch die bisher geltende Satzung Plakatieren im Ort – für alle Veranstaltungen. Ausnahme war bislang die Werbung kurz vor der Wahl. Allerdings wurde das Plakatierungsverbot vereinzelt missachtet.

Bis zur Landtagswahl im Oktober 2018 sollen die Standorte für die Stellwände festgelegt sein. Ihre Zahl will Köck gering halten: „ Es sollten nicht mehr als vier sein. Maximal fünf.“

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