Aber nur, wenn es sich auch lohnt

Rottach wird doch teil des neuen Verbands zur Landschaftspflege

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Rottach-Egern will sich dem Landschaftspflegeverband anschließen. Der soll beweisen, dass er was leisten kann. Ansonsten will sich die Gemeinde wieder aus dem Verband verabschieden.

Rottach-Egern – „Heute ist der Tag der Entscheidung“, schickte Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU) der Debatte voraus. Wie berichtet, hatte Landratsamt-Mitarbeiter Florian Busl dem Gremium bereits in der September-Sitzung den Beitritt zum geplanten Landschaftspflegeverband ans Herz gelegt. Der übernimmt Aufgaben, die derzeit unter der Regie des Amtes als Untere Naturschutzbehörde erledigt werden: Mahd von Streuwiesen, Entbuschung von Almwiesen, Pflege sensibler Moore. Für all das gewährt der Freistaat Zuschüsse. Sie zu bekommen, ist allerdings mit aufwendigen Anträgen verbunden. Darum der neue Verband: Dessen Geschäftsführer muss ein Profi im Förderwesen sein. Ob es überhaupt zur Verbandsgründung kommt, hängt von der Bereitschaft der Kommunen ab, Mitglied zu werden. 30 Cent pro Einwohner kostet das eine Gemeinde im Jahr.

Im Fall von Rottach-Egern sind das 2000 Euro. Kein großer Betrag, dennoch hatte sich der Gemeinderat bei der September-Sitzung noch nicht zur Mitliedschaft entschließen können. Das Landratsamt schiebe die Aufgabe nur weg, hatte Almbauer Anton Maier (CSU) damals moniert. Eine Meinung, von der Maier auch bei der neuerlichen Debatte nicht abrückte. Nach Abwägung aller Argumente spreche er sich dennoch für den Beitritt aus, erklärte Maier. Er habe sich bei Kollegen in Regionen erkundigt, in denen es schon Landschaftspflegeverbände gebe: Eigentümer von Streuwiesen seien oft von der geleisteten Arbeit begeistert. Leider nehme die Zahl der Landwirte ja auch weiter ab. Es könne schon ein Vorteil sein, wenn ein Verband einspringe, um die Pflege schwieriger Flächen zu übernehmen.

Auch Jakob Appoltshauser (SPD) schwenkte nach ursprünglicher Ablehnung um. „Ich dachte erst, dass es im Landratsamt Leute gibt, die sich ein bisschen mehr bewegen könnten“, erinnerte er. Ganz überzeugt sei er aber auch jetzt nicht. Vor allem frage er sich, ob es bei dem Jahresbeitrag von 2000 Euro bleibe oder dieser nach einiger Zeit steige. „Das macht mir schon Kopfarbeit“, erklärte Appoltshauser.

Bürgermeister Köck ließ das nicht gelten. „Für die Gemeinden gibt’s kein Risiko“, meinte er. Sie könnten jederzeit aussteigen. Er sei bereit, „zur rechten Zeit“ auf den Landkreis einzuwirken. Aus Gründen der Solidarität empfehle er den Beitritt zum Verband, so Köck. Vermutlich werde die breite Mehrheit der Gemeinden sich dafür entscheiden. Auch Vize-Bürgermeister Josef Lang (CSU) wollte nicht außen vor bleiben – obwohl er den Verband nach wie vor kritisch sieht. „Das ist eine versteckte Erhöhung der Kreisumlage“, meinte Lang. Aber als Mitglied könne man „wenigstens ein bisschen mitreden“.

Letztlich stimmte das Gremium geschlossen für den Beitritt. „Es ist ja auch nicht wirklich viel Geld“, meinte Hermann Ulbricht (FWG). Anastasia Stadler (CSU) verknüpfte ihre Zustimmung mit einem Appell ans Miteinander. Es dürfe nicht sein, dass der Landschaftspflegeverband einspringe, wenn ein Bauer seine Almen nicht ordentlich bewirtschafte: „Es geht nicht, dass dann die Allgemeinheit die Zeche zahlt.“

Rubriklistenbild: © tp

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