„Sie hat befürchtet, dass er ihr etwas antun könnte“

Rottacher (44) droht Ex-Frau (33) am Telefon mit Mord - dann taucht sie ab

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Sie behauptete, er würde sie stalken. Er warf ihr vor, sie enthalte ihm die gemeinsame Tochter vor. Dann eskalierte der Streit des in Scheidung befindlichen Paars vollends.

Rottach-Egern – Am Telefon soll der 44-Jährige seiner Noch-Ehefrau gedroht haben, dass er sie umbringen werde. Deshalb musste er sich nun vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten.

Die Klärung des Sachverhalts erwies sich als schwierig, weil die heute 33-Jährige mit ihrer Tochter keinen Monat nach besagtem Telefonat aus ihrer Wohnung in Tegernsee ausgezogen war. Sie habe angekündigt, ins Ausland zu gehen, berichtete eine 47-jährige Polizeibeamtin der Inspektion Bad Wiessee im Zeugenstand. Ihr derzeitiger Aufenthaltsort sei unbekannt.

Aus Angst vor ihrem Ehemann habe sie darum gebeten, diesen erst dann zu vernehmen, wenn sie in Sicherheit sei. „Sie hat befürchtet, dass er ihr etwas antun könnte“, berichtete die Polizistin. Als sie den Beschuldigten dann vor sich hatte, habe sie Alkoholgeruch bei ihm festgestellt. Ein Test bestätigte den Verdacht, woraufhin die Beamtin das Gespräch abbrach. Zu einem weiteren Termin sei der Angeklagte nicht mehr aufgetaucht.

Vor Gericht nahm er dafür zu den Vorwürfen Stellung. Es sei richtig, dass er an besagtem Abend mit seiner Ex-Frau telefoniert habe, sagte der 44-Jährige. Sie habe ihm zuvor eine SMS geschrieben mit der Bitte, sich mal „zusammenzusetzen“. Nachdem ihm seine Frau eineinhalb Jahre lang den Kontakt zu seiner Tochter verboten habe, wollte er sie am Telefon darum bitten, sie wieder einmal sehen zu dürfen. „Ich zahle ja auch Unterhalt“, sagte der Angeklagte. Doch seine Frau habe ihm erneut vorgeworfen, dass er ein schlechter Vater gewesen sei. An weitere Details aus dem Gespräch könne er sich nicht mehr erinnern, beteuerte der 44-Jährige. Er sei sich aber sicher, dass er seine Frau weder beleidigt noch bedroht habe.

Richter Walter Leitner nahm ihm das nicht ab. Er hielt dem Angeklagten die Aussage der Ehefrau bei der Polizei vor. Diese habe behauptet, er habe das Gespräch eskaliert, sie massiv beleidigt und schließlich auch mit dem Tode bedroht. Am nächsten Morgen habe er sie erneut angerufen und ihr gesagt, wenn sie nicht mit der „Scheidung aufhöre“, werde er sie und seine Tochter umbringen. Zudem habe er ihr monatelang nachgestellt, ergänzte die Polizistin. „Sie hatte Schlafstörungen.“ 2016 habe die Ehefrau über einen Rechtsanwalt ein Kontaktverbot erwirkt.

Daran habe sich sein Mandant auch gehalten, betonte Rechtsanwalt Ciprian-Joan Steblea. Den Vorschlag von Richter und Staatsanwalt, das Verfahren gegen Geldauflage einzustellen, lehnte er ab. Die Aussagen der Frau seien nicht viel wert, solange sie nicht selbst im Zeugenstand erscheine. „Das Gericht sollte sich schon erst von ihrer Glaubwürdigkeit überzeugen“, sagte der Anwalt.

Dazu müsse man erst ihren derzeitigen Wohnort ermitteln, meinte Leitner und entschied, die Verhandlung auszusetzen. „Wenn wir was rausbekommen, machen wir weiter.“

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa / DB DVP

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