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Der Anbau an die Garage in der Froumundstraße ist ohne Genehmigung entstanden. Der Bauausschuss verweigerte ein nachträgliches Okay. 

Nachträgliche Genehmigung abgelehnt 

Rottacher Bauausschuss fühlt sich übergangen: Kleiner Anbau lässt Zorn hoch lodern

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Ein Rottacher hat seine Garage um einen Anbau erweitert - ohne Genehmigung. Im Bauausschuss bat er um das nachträgliche Okay. Mit der Reaktion hat er wohl nicht gerechnet. 

Rottach-Egern– Weil der Platz im Keller nicht reicht, hat Thomas Wenning die Garage bei seinem Wohnhaus an der Rottacher Froumundstraße um Lagerräume erweitert. „Ich dachte, das ist genehmigungsfrei“, meinte er im Bauausschuss des Gemeinderates. Dort ließ der Anbau oder vielmehr der Umstand, dass er ohne das Okay der Gemeinde entstanden ist, den Zorn hoch lodern.

„Ich versuche, mich verbal zu beherrschen, aber das ist fast schon ein bisschen dreist“, wetterte Bürgermeister Christian Köck (CSU). Er sei dagegen, im Nachgang zu genehmigen, was frecherweise ohne Rückfrage bei der Gemeinde entstanden sei. Alle Versuche des Bauherrn, das Gremium zu beschwichtigen, schlugen fehl. Einmütig wehrte der Ausschuss den Antrag ab, rückwirkend eine Genehmigung zu erteilen.

Stein des Anstoßes sind 120 Quadratmeter Abstellfläche. Ins Auge gefallen war der Anbau einem Mitarbeiter des Landratsamtes, wie Wenning dem Ausschuss berichtete. Bauüberwacher Michael Holzapfel habe ihm erklärt, ein Anbau dieser Größe sei nicht genehmigungsfrei. Der Bauherr müsse nachträglich einen Antrag im Rathaus einreichen. „Er hat aber gesagt, das dürfte kein Problem sein, es sehe doch alles schön aus“, erklärte Wenning.

Bauausschuss Rottach-Egern: Keine nachträgliche Genehmigung

Eine Aussage, die Bürgermeister Köck erst recht auf die Palme brachte. Es gehe nicht an, dass ein Mitarbeiter des Landratsamtes über den Kopf der Gemeinde hinweg einen Freibrief ausstelle. Denn dann, grollte Köck, könne sich die Gemeinde ihren Ortsplanungsausschuss auch sparen. „Dann brauche ich die Leute, die hier sitzen, nicht an einem normalen Werktag von der Arbeit wegholen“, meinte er mit Blick auf die Gemeinderäte.

Wenning versuchte, Verständnis zu wecken. Seit 2014 lebe er mit seinen fünf Kindern in Rottach-Egern und sei darüber auch glücklich. Der Anbau sei wegen der Hecke kaum sichtbar und verursache keine Beeinträchtigungen. Der Verstoß gegen die örtliche Satzung sei ihm absichtslos unterlaufen. „Ich wollte Sie nicht ärgern oder mich über irgendwelche Sachen hinwegsetzen“, versicherte Wenning.

Er hätte sich informieren müssen, erwiderte Köck Wer etwas bauen wolle, müsse sich als erstes an die Gemeinde wenden. Wenning möge sich vorstellen, was passiere, wenn jeder aufs Geratewohl Bauten errichte, gab Köck zu bedenken: „Dann brauchen wir keinen Ortsplanungsausschuss mehr, keinen Gemeinderat und irgendwann auch keinen Bürgermeister.“

Genehmigung von Anbau: Das letzte Wort hat das Landratsamt

Das letzte Wort ist in dieser Sache noch nicht gesprochen. Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt. Die Gemeinde kann zwar ihr Einvernehmen verweigern, aber nicht die Beseitigung des Anbaus anordnen. Letzteres wäre Sache des Landratsamts. Nach Prüfung des Sachverhalts kann das Amt auch gegen den Willen des Rathauses eine Duldung erteilen. 

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