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Down Under statt Tegernsee: Susanne und Hans Götschl verbringen die Weihnachtszeit in Australien.  

Weihnachten bei Susanne und Hans Götschl

Abenteuer statt Stille Nacht: Warum dieses Paar in Australien feiert

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Rottach-Egern - Kängurus statt Ochs und Esel, Abenteuer statt Stille Nacht: Susanne und Hans Götschl verbringen Heiligabend nicht am Tegernsee, sondern am anderen Ende der Welt: in Australien.

Packerl unterm Tannenbaum, ein traditionelles Weihnachtsessen mit der Familie, der Besuch der Christmette. Worauf sich die meisten von uns das ganze Jahr über wie kleine Kinder freuen, kann Susanne und Hans Götschl nicht reizen: „Wir wollen was erleben“, sagen die beiden – und verreisen. Aber ausgerechnet an Weihnachten? „Das machen wir seit zehn Jahren fast immer so, weil es sich mit unseren Berufen gut vereinbaren lässt“, erklärt Susanne Götschl. Sie ist als Chefärztin für Orthopädie, Akupunktur und Chirotherapie in der Wiesseer Klinik im Alpenpark tätig ist. Kurz vor Weihnachten und um den Jahreswechsel könne sie am besten Urlaub nehmen, „da planen wenige Leute eine Reha.“ Vier Wochen Urlaub sind heuer drin. Genug Zeit, um das Jahr Revue passieren zu lassen und Kraft zu tanken.

Easy-Going in Down Under

Die Urlaubsplanung war für das Ehepaar ein Kinderspiel: Hans Götschl ist Büroleiter im TUI ReiseCenter in Rottach-Egern. Das Reisebüro würde 1984 von ihm gegründet, er war bis 2011 dort Geschäftsleiter. Götschl ist also ein Profi, zusammen mit seiner Frau hat er schon viel von der Welt gesehen: von Kanada bis Südamerika, von den Galapagos-Inseln bis Tibet. Während einer Neuseelandreise war schon ein Abstecher nach Sydney drin. Das ganze Land kennen sie noch nicht. „Australien ist um diese Jahreszeit geeignet, zudem braucht man keine Impfung“, schwärmt Hans Götschl. Die „Easy-Going-Art“ in dem fernen Kontinent, die Freundlichkeit der Leute und das unkomplizierte Einreisen reizt seine Frau.

„Im November war alles dekoriert“

Am 12. Dezember hob der Flieger ab, ein Besuch auf dem ein oder anderen Adventsmarkt zum Weihnachtsduft-Schnuppern war also noch drin. „Und auch mein Haus hatte ich schon Mitte November weihnachtlich dekoriert“, sagt Susanne. Geschenke wurden auch noch vor der Reise überreicht, man traf sich mit der Familie zum Essen. „Klar will man alle nochmal sehen, das ist ganz normal“, gesteht Susanne. Weil sich die Familien der beiden das ganze Jahr über regelmäßig sehen, sei es kein Problem, ausgerechnet über Weihnachten zu verreisen. Und auf die vorweihnachtliche Hektik könne sie gerne verzichten, meint die Ärztin, „das lange Anstehen an den Kassen und den Stress beim Einkaufen und Kühlschrank-Füllen“.

Wohin die Talbewohner sonst verreisen

Die Götschls sind mit ihrer Weihnachtsreise keinesfalls Exoten. „Vor allem ältere Leute verreisen an Weihnachten gerne“, plaudert der Reiseexperte aus dem Nähkästchen, „Auch viele Leute, die keine Familie haben.“ Gefragt seien Kreuzfahrten, aber auch Reisen nach Südafrika oder die Kanaren. Dennoch glaubt Götschl, dass mehr Leute an den Tegernsee kommen, als dass Talbewohner verreisen. Schließlich seien viele ja auch in Hotels und Gaststätten beschäftigt. „Und die können nun mal nicht an Weihnachten verreisen, wenn Hochbetrieb herrscht.“

Ausfallen wird Weihnachten für die Götschls dennoch nicht. Allerdings wird Heiligabend nicht am 24. stattfinden wie bei uns, sondern auf die englische Art: am 25. Dezember. „Wir werden in Barossa Valley sein, einem bekannten Weinanbaugebiet nordöstlich von Adelaide und ein schönes Abendessen und eine Flasche guten Barolo genießen.“ Geschenke? Sind die im Gepäck dabei? „Die Reise ist unser Geschenk“, sagt Götschl.

Gute Wünsche fürs Tal

Und dann gesteht er es doch: Er wird es sich am 24. Dezember nicht verkneifen können, im Internet die Webcam vom Tegernsee anzuklicken. „Und sollte es dann einen Meter Neuschnee haben, werde ich sicherlich neidisch.“ Ein paar gute Wünsche werden die beiden dennoch ins Tegernseer Tal schicken: für friedliche Weihnachten. Die kann Deutschland gut brauchen – fernab von Down Under.

gr

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