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Daumen hoch bei den Schülern und Schwimmlehrern der DLRG: Alle Kinder, die regelmäßig am Kurs teilgenommen haben, können jetzt schwimmen.

Jeder vierte Schüler kann's nicht!

Eltern organisieren Nachhilfe in Sachen Schwimmen

Rottach-Egern - Kann das sein? Jedes vierte Kind an der Rottacher Grundschule kann nicht schwimmen. Der Elternbeirat will das ändern - und hat jetzt einen Kurs organisiert.

Ulrike Ruppert, Mitglied des Elternbeirats der Rottacher Grund- und Mittelschule, war als erste auf das Problem aufmerksam geworden. „Ihre Kinder sind Mitglied bei der DLRG“, sagt die Vorsitzende des Elternbeirats, Regina Stanovsky. „Auf diesem Wege hat sie mitbekommen, dass relativ viele Kinder nicht schwimmen können.“ Und tatsächlich: Eine Umfrage unter den rund 260 Kindern an der Grundschule ergab, dass jeder Vierte nicht schwimmen kann.

Für Stanovsky ein untragbarer Zustand. „Wir wohnen am Wasser, viele Schulwege führen direkt am See entlang“, gibt sie zu bedenken. „Außerdem ist die Schule nur 100 Meter vom Ufer entfernt.“ Allein schon aus Sicherheitsgründen sollte der Rottacher Nachwuchs also schwimmen können.

Eigentlich ist das Aufgabe der Eltern. „In der heutigen Zeit verpassen es die Eltern aber anscheinend, ihre Kinder in Schwimmkursen unterzubringen“, glaubt die Vorsitzende. „Und wenn die Kinder dann einmal in der Schule sind, dann ist die Scham wohl zu groß.“ Die Schüler, so die 32-jährige, hätten freilich keine Lust, gemeinsam mit Vierjährigen zu planschen.

Eigentlich bietet die Schule für die dritten und vierten Klassen Schwimmunterricht an, die zuständige Lehrkraft war aber zwischen Januar und April im Krankenstand. Infolge dessen hat der Elternbeirat das Projekt „Jeder kann schwimmen“ ins Leben gerufen. Zwei ausgebildete Schwimmlehrer der DLRG Tegernsee haben den Unterricht im Wasser rund 50 Mal ehrenamtlich begleitet.

Das Resultat kann sich sehen lassen. „Alle, die regelmäßig dabei waren, können jetzt schwimmen“, freut sich Stanovsky. „Einige wenige haben immer wieder Ausreden gefunden. Denen können wir aber auch nicht helfen.“

So effektiv das Projekt für die Grundschüler auch gewesen sein mag, die Mittelschüler waren bisher außen vor. Aber auch dort ist eine Lösung in Sicht. „Wir sind dran“, erklärt die Elternbeirats-Vorsitzende. „Wir versuchen, gemeinsam mit dem Kinderhort einen Ferienschwimmkurs auf die Beine zu stellen.“ Spruchreif sei das allerdings noch nicht.

Sollte auch in Zukunft Bedarf an solchen Projekten bestehen, so ist der Elternbeirat auf Spenden angewiesen. Schon in diesem Jahr hatte er das ehrenamtliche Engagement der beiden Schwimmlehrer mit einer Spende in Höhe von 500 Euro zugunsten der DLRG gewürdigt. Dennoch werde es wohl schwierig werden, auf Dauer ehrenamtliche Kräfte für das Projekt zu finden.

Letztlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Eltern kommen für private Schwimmkurse auf, oder sie spenden an den Elternbeirat, so dass dieser die Kurse organisieren kann.

Bastian Huber

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