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Mitangeklagte wurden freigesprochen

Kneipenschläger zu Haft verurteilt

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Rottach-Egern - Der Prozess um die brutale Kneipenschlägerei im vorigen November in Rottach-Egern (wir berichteten) ist nun ziemlich überraschend ausgegangen:

Der Hauptangeklagte, ein Koch (30) aus Rottach, wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Die beiden Mitangeklagten wurden jedoch freigesprochen. Dabei handelt es sich um einen Hilfsarbeiter (36) aus Bad Wiessee und eine Kellnerin (36) aus Schliersee, denen ursprünglich auch Gewalt gegen das Opfer, einen Koch (28), vorgeworfen worden war.

Schon im Vorfeld der Tat hatte es Zwistigkeiten zwischen den Beteiligten gegeben. Der Hintergrund: Die 36-Jährige und der 28-Jährige waren einst ein Paar, gerieten dann jedoch übel aneinander. Das Ende vom Lied war, dass er mit dem Messer auf sie losging, wofür er eine Bewährungsstrafe erhielt.

In der Nacht auf den 11. November 2015 trafen die verfeindeten Lager dann in einer Rottacher Bar aufeinander. Der 30-Jährige unterstellte dem 28-Jährigen, dass er ihm das Handy gestohlen habe, was dieser bestritt. Es kam zum verbalen Streit. Irgendwann wurde es jedoch handgreiflich. Gegen drei Uhr in der Nacht zog der 30-Jährige seinen Kontrahenten vom Barhocker und verpasste ihm Faustschläge ins Gesicht. Auch als dieser bereits auf dem Boden lag, schlug er ihn weiter, auch nach einer kurzen Pause bekam er noch mal Schläge. Dabei ging die linke Gesichtshälfte des 28-Jährigen zu Bruch. Es bestand zumindest abstrakte Lebensgefahr. Außerdem drohte der 30-Jährige damit, den Widersacher „abzustechen“.

Die ursprünglich angenommenen Fußtritte konnten nicht belegt werden. Kein Zeuge will etwas davon gesehen haben. Und auch die Rechtsmedizinerin kam zu dem Ergebnis, dass die Verletzungen wohl eher durch Faustschläge verursacht wurden. Im Fall von Tritten wäre die Strafe wahrscheinlich noch höher ausgefallen. Den beiden anderen Angeklagten konnte derweil überhaupt keine Beteiligung nachgewiesen werden.

Der Vorsitzende Richter Johannes Feneberg äußerte sich auch grundsätzlich zu dieser Art von Verfahren, die es leider oft am Landgericht gebe – Auseinandersetzungen, die mit viel Alkohol verbunden seien. „Es war klar, dass das schief geht“, sagte Feneberg, „aber keiner wollte das Feld räumen.“ Das Ergebnis sei, dass beide am Ende drunter leiden müssten. Der eine habe gesundheitliche Probleme, der andere müsse ins Gefängnis.

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