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Nein zu dieser Gesetzgebung: Josef Bogner (r.) und Andreas Niedermaier wollen die Erbschaftssteuer refomiert haben. 

Wegen Erbschaftssteuer

Rottacher schlagen Alarm: Einheimische am Tegernsee müssen Elternhäuser verkaufen

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Wer erbt, muss unter Umständen zahlen. Zwei Rottacher sehen darin eine große Ungerechtigkeit, ja sogar einen „Ausverkauf der Heimat“. Mit einer Petition setzen sich sich für eine Reform der Gesetzgebung ein.

Rottach-Egern – Im Herbst 2017 haben Josef Bogner und Andreas Niedermaier die Talbewohner – besonders die alteingesessenen – aufgeschreckt. Bei Dorfgesprächen brachten die Rottacher das Thema Bodenrichtwerte aufs Tapet und mit ihm die Erkenntnis, dass das Vererben von Immobilien und großen Grundstücken, deren Wert-Ermittlung auf jenen Bodenrichtwerten basiert, teuer werden kann, bisweilen sogar gar nicht finanzierbar ist. 

Die Zahl der Einheimischen, die ihr Eltern- oder Großelternhaus nicht mehr halten können, steige. Um dieser Entwicklung zu stoppen, bräuchte es eine Änderung der Steuerrechtssituation. Diese wollen Bogner und Niedermeier mit einer Petition an die Bayerische Staatsregierung, namentlich Ministerpräsident Markus Söder, initiieren. Auf einer Plattform haben sie jetzt ein Begehren „Schluss mit ungerechter Erbschaftssteuer“ eingestellt. Es ist bis 22. Juni aktiv. 

Was sich langsam anließ, nimmt Fahrt auf: Insgesamt haben sich bis dato fast 600 Unterzeichner (vernehmlich aus dem Tegernseer Tal) gefunden. Fast Dreiviertel der Unterstützer geben, schon jetzt oder in Zukunft betroffen zu sein. Wir haben bei den Initiatoren nachgefragt:

Herr Bogner, Herr Niedermaier, welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Petition?

Bogner: Ziel ist ganz klar, eine Gesetzesänderung herbeizuführen. Außerdem wollen wir erreichen, dass sich die Politiker mit dem Thema ernsthaft befassen und die wirklichen Sorgen der Bürger sehen. Wir streben also ein Quorum an, das heißt. 24.000 Unterschriften. Wir denken, dass das zu schaffen ist und dieses Thema von hier aus alle Landkreise im Speckgürtel Münchens wie ein Flächenbrand erfassen wird.

Warum haben Sie dafür das Internet gewählt?

Niedermaier: Wir wissen zwar, dass viele ältere Bürger nicht so internetaffin sind. Deshalb werden wir auch den klassischen Weg einschlagen und Unterschriftenlisten in den örtlichen Geschäften auslegen. Aber das Internet ist das zeitgemäße Mittel der Wahl, um aktiv Demokratie mitzugestalten. Übrigens sind auf unserer Petitionsseite auch Unterschriftenlisten downloadbar, auf denen alle, die sich engagieren möchten, Unterschriften in ihrem Umfeld sammeln können.

Warum liegt Ihnen das Thema so am Herzen?

Bogner: Weil wir weit vorrausschauen und wissen, dass bei den bestehenden Gesetzen eine finanzielle Überlastung der jungen Generation droht – und damit der Ausverkauf unserer Heinmat absehbar ist. Da müssen wir aktiv werden.

Wie zufrieden sind Sie mit der Resonanz, knapp ein Woche nach dem Start?

Niedermaier: Innerhalb von drei Tagen über 300 Unterzeichner gewonnen zu haben, ist sehr vielversprechend. Es zeigt, dass das Thema der Bevölkerung auf den Nägeln brennt. Jeder Zweite in Bayern ist aktuell oder in naher Zukunft vom Thema Erbschaftssteuer betroffen. Um das Eigentum zu sichern, haben andere Länder wie Österreich die Erbschaftssteuer komplett abgeschafft. Das oder zumindest eine gerechtere Besteuerung ist unser erklärtes Ziel.

Hier geht es zur Online-Petition

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