In Ellmösl baut die Gemeinde Rottach-Egern derzeit zwei Wohnhäuser.
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In Ellmösl baut die Gemeinde Rottach-Egern derzeit zwei Wohnhäuser.

Statt Versammlung

Rottacher Rathaus-Chef wendet sich mit Video-Botschaft an seine Bürger

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Zweimal hatte Rottachs Rathauschef Christian Köck heuer eine Bürgerversammlung angekündigt, zweimal musste er wegen Corona absagen. Jetzt hat er sich für eine Video-Botschaft vor die Kamera gesetzt

  • Statt einer Bürgerversammlung gibt es heuer eine Video-Botschaft des Rottacher Bürgermeisters
  • Köck erklärt, dass die Pandemie die Gemeinde stark getroffen hat
  • Von neuer Grundschule bis Wohnungsbau: Blick auf viele Projekte

Rottach-Egern – 40 Minuten lang ist die Video-Bürgerversammlung, abrufbar unter www.gemeinde.rottach-egern.de. „Wir haben es verschlankt, sonst hört ja keiner mehr zu“, meint Rathauschef Christian Köck (CSU). Um Live-Atmosphäre zu vermitteln, spricht er frei in die Kamera, während die übliche Powerpoint-Präsentation mit Fakten und Fotos eingeblendet wird.

Köck: Auch in der Pandemie ist das Rathaus immer erreichbar

Er bitte, Versprecher und Stolperer zu entschuldigen, meint Köck. Und er hoffe sehr, im Frühjahr wieder eine echte Bürgerversammlung abhalten zu können. Eine, bei der auch die Bürger zu Wort kommen und ein Dialog möglich ist. Aber wer ein Anliegen habe, könne dies auch jetzt an ihn richten, erklärt Köck am Ende seines virtuellen Berichts. Diese besondere Zeit solle niemanden daran hindern, sich ans Rathaus zu wenden: „Wir sind für Sie erreichbar.“

Nahbar zu bleiben, ist für den Bürgermeister wichtig. Darum hat er sich auch entschieden, nicht nur einen schriftlichen Bericht auf die Homepage zu stellen. Rottach-Egern als Tourismusort sei von der Pandemie „unwahrscheinlich stark betroffen“, macht er im Video-Vortrag deutlich. Der Lockdown treffe neben den Gastronomen auch den Einzelhandel, dem mit den Gästen die Käufer fehlen. Mancher Betrieb sei in seiner Existenz bedroht. Es gelte, tapfer zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben.

2019 war ein starkes Jahr: 400.000 Übernachtungen erreicht

2019 war die Welt in Rottach-Egern noch in Ordnung. „Das war ein starkes Jahr“, stellt Köck fest. Die magische Zahl von 400.000 Übernachtungen sei erreicht worden. „Mehr Betten haben wir auch nicht.“ Auch sonst lief’s gut. Eine moderne Grundschule mit nach neuen pädagogischen Konzepten entworfenen Lernlandschaften ist im Bau, das Feuerwehrhaus steht nach einer Erweiterung gut da, die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Rottach sind endlich abgeschlossen. Die Feuerwehr hat zudem ein neues Fahrzeug zur Verfügung, dessen Vorgänger demnächst als Spende über die Walter-Waldschütz-Stiftung nach Argentinien verschifft werden soll.

Freude macht unter anderem der neu angelegte Baumkreis am Rottachdamm, der gemeinsam mit dem Verkehrsverein entstanden ist. Allerdings wurde diese Freude schon von Vandalismus getrübt. „Da fehlen einem eigentlich die Worte“, meint Köck in seinem Bericht. Zum Glück könne die Gemeinde bei der Beseitigung der Schäden im kommenden Frühjahr auf die Unterstützung von Spendern zählen.

Schaffung von bezahlbarem Wohnraum liegt Bürgermeister am Herzen

In seiner Rückschau geht Köck auf 2019 umgesetzte Maßnahmen ein, aber auch auf das fast beendete Jahr 2020. Eine große Vorschau findet nicht statt. Aber es wird klar: Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum liegt dem Bürgermeister besonders am Herzen.

In Ellmösl wurde ein gemeindliches Wohnhaus bereits aufgestockt und saniert, der Neubau von zwei weiteren Häusern mit Tiefgarage läuft. 2,7 Millionen Euro kosten die beiden Häuser mit den Nummern 19 und 21, die Sanierung des Hauses Nummer 23 schlägt mit 400.000 Euro zu Buche.

Das nächste Wohnbauprojekt hat Köck bereits im Visier. In Haslau habe die Gemeinde Rottach-Egern von den bayerischen Staatsforsten zwei Häuser gekauft, berichtet Köck. Der Gemeinderat habe eine Machbarkeitsstudie bei einem Architekturbüro in Auftrag gegeben, so Köck weiter. Sie soll klären, ob und in welcher Größenordnung an dieser Stelle bezahlbarer Wohnraum entstehen könne.

jm

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