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Endspurt im Büro: Für Katrin Brück sind die letzten Wochen als Leiterin der Rottacher Grund- und Mittelschule angebrochen. In ihre Zeit als Rektorin fielen viele zukunftsweisende Entscheidungen. 

Scheidende Schulleiterin im Interview

Rektorin Katrin Brück: „Rottach-Egern war das i-Tüpfelchen“

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Mit 60 Jahren wollte es Katrin Brück noch einmal wissen: Sie übernahm die Leitung der Grund- und Mittelschule Rottach-Egern und damit der größten Schule dieser Art im Landkreis. Nun geht Brück in den Ruhestand - und blickt zurück.

Rottach-Egern – 42 Jahre lang durchwanderte Katrin Brück (65) die Schullandschaft des Landkreises. Verantwortung als Schulleiterin übernahm die Warngauerin aber erst, als die beiden Söhne aus dem Gröbsten herausgewachsen waren: Zunächst war sie Konrektorin an der Mittelschule in Miesbach, 2013 übernahm sie die Leitung der Grund- und Mittelschule in Rottach-Egern. Zum Ende des Schuljahres verabschiedet sich Brück nun in den Ruhestand. Ein Gespräch über große Herausforderungen, ungeliebte Verwaltungsaufgaben und einen turbulenten Schlussspurt.

Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Ende des Schuljahres. Wie fühlen Sie sich so kurz vor Beginn des Ruhestands, Frau Brück?

Katrin Brück: Ich bin nicht der Typ, der ein Maßband abschneidet oder die Tage runterzählt bis zum Ruhestand. Stattdessen bin ich noch mittendrin im Geschehen. Wir sind gerade am Planen fürs nächste Schuljahr, und ich möchte alles ganz genau wissen. Schließlich will ich meine Aufgabe hier gut abschließen und übergeben. Aber natürlich freue ich mich auf das, was danach kommt.

Mit der Leitung der Grund- und Mittelschule in Rottach-Egern haben Sie mit 60 ja noch einmal eine große Herausforderung angenommen.

Katrin Brück: Das ist richtig. Zum einen ist Rottach-Egern die größte Grund- und Mittelschule im Landkreis überhaupt. Und dann war es für mich absolutes Neuland, eine Grundschule mit zu übernehmen. Bis dahin war ich immer nur an Mittelschulen tätig (Anm.d.Red.: in Holzkirchen, Schliersee, Gmund, Hausham und Fischbachau) und kam als Konrektorin von der Mittelschule Miesbach. Aber die Aufgabe hat mich gereizt. Und meine Grundschul-Kolleginnen haben mich von Anfang an an die Hand genommen.

In Ihre Zeit als Rottacher Rektorin fielen der Neubau der Turnhalle, die Auslagerung der offenen Ganztagsbetreuung nach Bad Wiessee und Rückführung aller Klassen nach Rottach-Egern, schließlich die Planungen für den Schulumbau. Ganz schön viele Baustellen, oder?

Katrin Brück: Vielleicht war es ganz gut, dass mir am Anfang gar nicht alle Baustellen so bewusst waren. In manches wächst man ja mit der Zeit hinein. Die Auslagerung der offenen Ganztagsschule der Mittelschule zum Beispiel war eine Notlösung. Mit dem Neubau sollen die Ganztagsschüler natürlich ins Mutterhaus zurückkehren. Ich bin überzeugt davon, dass dann das Angebot noch besser wahrgenommen wird. Der Bedarf in diesem Bereich steigt ständig.

Bereut haben Sie den Schritt nach Rottach-Egern also nie?

Katrin Brück: Nein, niemals. Er war das i-Tüpfelchen auf meiner Laufbahn.

Demnächst soll endlich der Um- und Neubau an der Rottacher Schule beginnen. Inwiefern hat sie der als Rektorin beschäftigt?

Katrin Brück: Wir sind seit zwei Jahren in der Planungsphase für den Neubau und haben uns intensiv damit befasst. Vor allem die Grundschul-Kolleginnen haben sich enorm eingebracht. Schließlich geht es ja darum, ein innovatives Schulkonzept mit neuen Lernlandschaften und offenen Unterrichtsformen zu schaffen. Das muss erst einmal erarbeitet werden, damit das neue Gebäude dann auch den Ansprüchen genügt.

Wie sieht der weitere Fahrplan in Sachen Neubau aus?

Katrin Brück: Die Planungen sind schon sehr weit gediehen. Dem Schulverband haben zuletzt die steigenden Kosten Sorge bereitet, aber ich denke, dass es nun im Februar 2019 endgültig mit dem Neubau losgehen kann. Die Bauphase soll dann eineinhalb Jahre dauern. Mein großer Wunsch ist es, dass die Gemeinde Rottach-Egern und der Schulverband, die uns immer sehr unterstützen, ihre positive Haltung im Hinblick auf den Neubau beibehalten. Mir ist bewusst, dass das viel Geld kostet, aber das ist eine Entscheidung für die nächsten 50 Jahre. Da darf man nicht auf Kante planen.

Der Ruf der Mittelschulen ist nicht immer gut. Stichwort: Resteschule. Wie sehen Sie die Entwicklung dieser Schulart?

Katrin Brück: Die Mittelschule ist ganz klar eine wesentliche Säule des bayerischen Schulsystems. Sie ist diejenige Schulart, die ans Berufsleben heranführt und viele Chancen bietet. Das deutlich zu machen, war mir immer eine Herzensangelegenheit. Mein Konrektor Herr Throner(Anm.d.Red.:Ulrich Throner wird auch Nachfolger Brücks als Schulleiter) und ich sind die Öffentlichkeitsarbeit daher vehement angegangen. So waren wir federführend bei der Durchführung der Auftaktveranstaltung zur Mittelschulinitiative, die im April 2017 im Seeforum in Rottach-Egern stattfand. Dieses Projekt, das von allen Gemeinden des Landkreises unterstützt wird, hat zum Ziel, die Mittelschule als Schulart zu stärken, um letztendlich der Wirtschaft mehr Auszubildende zur Verfügung stellen zu können. Jetzt wäre es halt wichtig, dass das Rad, das wir damals in Schwung gebracht haben, weiter gedreht wird. Die Schülerzahlen an unserer Mittelschule sind übrigens stabil bis steigend.

Also setzen die Menschen im Tal durchaus Vertrauen in diese Schule?

Katrin Brück: Ja, unsere Mittelschule hat hier ein gutes Standing. Auch mit den Ausbildungsbetrieben arbeiten wir eng und gut zusammen.

Klingt, als würden Sie nur positive Erinnerungen aus Ihrer beruflichen Laufbahn mitnehmen.

Katrin Brück: Ganz so ist es nicht. Es gibt auch Dinge, die man kritisch betrachten muss und die ich in der Vergangenheit auch immer kritisch gesehen habe. So kämpfen wir, wie alle anderen Schularten auch, mit einem ständigen Lehrermangel, entgegen allen Berichten aus dem Kultusministerium. Außerdem bedauere ich es zum Beispiel sehr, dass wir Schulleiter immer mehr administrative Aufgaben übergestülpt bekommen. So werden wir von oben mit neuen Schulprogrammen für den PC überfrachtet, die noch gar nicht richtig ausgefeilt sind. Ein Wirtschaftsunternehmen könnte sich das nicht leisten, was der Staat da so macht. Da wird an den falschen Ecken und Enden eingespart.

Und das kostet natürlich wertvolle Zeit...

Katrin Brück: Ich hätte oft gerne weniger Verwaltungsarbeit gemacht und dafür mehr Zeit mit meinem Team, den Schülern und dem Elternbeirat verbracht. Denn als Rektorin habe ich ja eine Fürsorgepflicht, und Schule kann nur funktionieren, wenn das soziale Geflecht stimmt. Man ist einfach zu viel im Büro beschäftigt und verliert dann oftmals die Nähe zu den Schülern und Kollegen. Trotzdem: Ich kann sagen, ich habe 42 Jahre lang meinen absoluten Wunschberuf ausgeübt.

Ein schönes Fazit.

Katrin Brück: Ja, ich fühle mich schon sehr vom Glück bestrahlt.

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