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Rottacher Rosstag kehrt mit neuem Format zurück - kein Schaufahren mehr

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Von: Gabi Werner

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Mit ihren herausgeputzten Rössern sind die Gespanne alljährlich beim Rosstag die große Attraktion (hier 2019). Den Festzug wird es auch heuer geben.
Mit ihren herausgeputzten Rössern sind die Gespanne alljährlich beim Rosstag die große Attraktion (hier 2019). Den Festzug wird es auch heuer geben. © Archiv tp

Der Rottacher Rosstag ist zurück: Heuer soll die beliebte Großveranstaltung wieder stattfinden. Allerdings anders als gewohnt. Ein Schaufahren wird es nicht mehr geben.

Rottach-EgernNach zwei Jahren Corona-Pause kehrt heuer mit dem Rosstag in Rottach-Egern eine weitere Großveranstaltung auf die Bildfläche zurück. Die Unterbrechung hat die Gemeinde genutzt, um die Traditionsveranstaltung auf neue Beine zu stellen: Sowohl der Termin als auch die Örtlichkeit sind in diesem Jahr neu. Und: Ein Schaufahren, wie es die Besucher bisher von der großen Festwiese in Enterrottach her kannten, wird es nicht mehr geben.

Grundbesitzer stellt Festwiese in Enterrottach nicht mehr zur Verfügung

Ganz freiwillig kommen die Veränderungen nicht. Nach dem jüngsten Rosstag im Jahr 2019 – es war die 50. Auflage – sei die Gemeinde „vor vollendete Tatsachen“ gestellt worden, berichtete Bürgermeister Christian Köck (CSU) am Mittwoch (29. Juni) bei einem Pressegespräch im Voitlhof. Der Grundbesitzer in Enterrottach wollte sein Areal nicht mehr fürs traditionelle Schaufahren der Gespanne bereit stellen. Die Suche nach einem neuen Festplatz begann.

Gelände beim Kutschenmuseum wird zum neuen Rosstag-Standort

Die rettende Idee kam laut Köck letztlich von Tobias Maurer, Kommandant der Rottacher Feuerwehr und zugleich stellvertretender Bauhofleiter. Er brachte die gemeindeeigene Fläche am Kutschenmuseum als neuen Rosstag-Standort ins Spiel – ein Vorschlag, dem die Gemeinde bereits im Frühjahr 2020 näher trat, als noch nicht klar war, dass der Rosstag ohnehin der Pandemie zum Opfer fallen würde. Sitzplätze gibt es hier ähnlich viele wie in Enterrottach, für ein Schaufahren reicht der Platz aber nicht. „Der Schwerpunkt liegt künftig auf dem Festzug, danach gibt es auf dem Gelände beim Gsotthaber Hof ein schönes Fest“, erläutert der Rathaus-Chef. Bewirtung und Musik inklusive.

Freuen sich auf den Rosstag 2022: Bürgermeister Christian Köck (l.) und Daniel Merone von der Bergwacht. Sie stellten gestern das neue Format vor.
Freuen sich auf den Rosstag 2022: Bürgermeister Christian Köck (l.) und Daniel Merone von der Bergwacht. Sie stellten nun das neue Format vor. © gab

Die Erschließung des neuen Rosstag-Geländes mit Wasser und Strom ist mittlerweile gesichert. Dabei kam es der Gemeinde entgegen, dass die Feldstraße und der Umgriff derzeit ohnehin saniert werden. „Wir haben somit nichts neu aufgraben müssen“, sagt Köck. Die Maßnahmen bezeichnet er als überschaubar. Ein Budget von 70.000 Euro ist ohnehin jedes Jahr für die Großveranstaltung eingeplant – „wenn wir heuer ein bisserl darüber liegen, passt das auch.“

Neuer Verlauf des Festzugs: Teilnehmer kommen nicht mehr an Rosskapelle vorbei

Mit dem neuen Platz ändert sich auch der Verlauf des Festzugs. Er startet wie gehabt in der Kobellstraße, führt über See- und Hauptstraße, biegt in die Leo-Slezak-Straße ab, um beim Feuerwehrhaus in Richtung Ellmau weiterzuziehen. Enden wird der Zug in der Dr.-Mohr-Straße, wo die Teilnehmer eine Schleife drehen und vom bewährten Moderatoren-Duo Bruno Six und Florian Maier vorgestellt werden, ehe sie auf der Oswaldwiese ihr Fahrerlager aufschlagen. An der Rosskapelle kommen Reiter und Kutschen nicht mehr vorbei, stattdessen wird für die Segnung ein Altar auf Höhe des Bauernhofs zum Dersch aufgestellt.

Weniger ist mehr: Rottach-Egern will Rosstag nur in der Region bewerben

Bei der Teilnehmerzahl hofft Köck auf eine ähnliche Größenordnung wie bisher: Rund 200 Gespanne und Reiter – viele davon alte Bekannte wie etwa die Tragtierkompanie aus Bad Reichenhall – sollen wieder dabei sein. Was die Besucher anbelangt, so würde es sich Köck hingegen eine Nummer kleiner wünschen. „Wir werden den Rosstag nur in der Region bewerben – eine zusätzliche Akquise unterlassen wir bewusst.“

Neuer Termin im September: Rosstag-Veranstalter hoffen auf besseres Wetter

Bislang fand das Stelldichein der Rosserer immer Ende August statt. Weil das Wetter zuletzt im September aber meist stabiler war, weicht Rottach-Egern nun auf den Sonntag, 11. September, aus. Einen Verschiebetermin wird es nicht mehr geben – „eine solch große Veranstaltung in kürzester Zeit neu aufzulegen, ist schwierig“, so die Begründung Köcks.

Bergwacht musste zwei Jahre Rosstag-Ausfall kompensieren

Erleichtert, dass der Rosstag endlich wieder stattfinden kann, ist auch Daniel Merone von der Rottacher Bergwacht. Die Bereitschaft profitiert seit jeher von den Erlösen der Veranstaltung und übernimmt gemeinsam mit den am Kutschenmuseum ansässigen Vereinen und Gastronomen auch die Bewirtung der Besucher. Den Ausfall der vergangenen beiden Jahre habe die Bergwacht mit Spendenaufrufen kompensiert. „Aber den Rosstag zu veranstalten, ist natürlich schöner, als betteln zu gehen“, sagt Merone.

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