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Wurde beim Perfekten Dinner gleich am ersten Tag entlarvt: Sternekoch Michael Fell von den Egerner Höfen in Rottach-Egern am Tegernsee.

Als Anzeigen-Verkaufsleiter von Merkur und tz

Sternekoch Michael Fell beim Perfekten Dinner - so flog er auf

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Rottach-Egern - Küchenchef Michael Fell vom Tegernsee machte beim Vox Dinner-Spezial "Wer ist der Profi?" mit. Doch die tolle Tarnung als Verkaufsleiter unserer Zeitung brachte ihm nicht viel.

Es hätte alles so schön werden können. Michael Fell, Sternekoch und Küchenchef beim Hotel Egerner Höfe in Rottach-Egern, hatte sich richtig gut in sein neues Ich eingearbeitet: Bei der Spezialausgabe vom Perfekten Dinner - "Wer ist der Profi?" - gab er sich als Hans-Georg Bechthold aus, Verkaufsleiter für Anzeigen bei Münchner Merkur und tz. Er hatte sämtliche Auflagen- und Zugriffszahlen von Münchner Merkur, tz, merkur.de und tz.de gepaukt und gelernt, wie wichtig das Online-Geschäft bei einer Tageszeitung ist. All das hätte er eine Woche lang zum Besten geben können.

Das Perfekte Dinner ist die wohl bekannteste Kochshow im deutschen Fernsehen. Seit zehn Jahren treten jede Woche fünf Kandidaten gegeneinander an und laden sich gegenseitig zu sich nach Hause ein. Das Perfide: Sie müssen sich auch gegenseitig bewerten – ein Stilmittel, das von Beginn an für das nötige Salz in der Suppe sorgt. Und um die Sache noch mehr aufzupeppen hat Vox eine Spezialversion erfunden, bei der sich undercover ein Profi unter die Kandidaten schleicht. In dieser Woche: Michael Fell.

Am ersten Tag ließ Christine (2.v.l.) die Bombe platzen: Sie kennt Fell über ihren Mann.

Und am Anfang lief ja auch alles ganz gut. Nur der gewohnt lakonische Sprecher beim Perfekten Dinner konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen, als Fell (53) gleich in der ersten Szene in seinen dicken BMW stieg. Na, ob sich das ein Mann aus dem Print-Geschäft in dieser Zeit wirklich noch leisten könne? Fell konterte in seinem BMW sitzend die Verdächtigung mit seinem Kampfspruch: "Ich schlage den Profi, weil ich immer Vollgas gebe." Natürlich eine dreiste Lüge - zumindest das mit dem Profi. Der war er ja selbst. Doch die Spannung hielt sowieso nicht lange. 

Kandidatin Christine entpuppte sich als Whistleblowerin - und ließ Michael Fell gleich am Montag auffliegen. "Christine kann da nichts dafür", sagt Fell unserer Onlineredaktion. "Sie kannte mich halt." Besser ihr Mann: Der ist nämlich auch Koch und die beiden haben lange gemeinsam Fußball gespielt. Und Fell verrät: "Auch der Kandidat Matthias konnte etwas mit meinem Gesicht anfangen." Dabei hatte Zahnarzt Matthias am Montag schon eine sterneverdächtige Show abgeliefert - und für allerlei Spekulationen gesorgt. Auch Fell war ehrlich beeindruckt: "Wie modern er angerichtet hat, das war schon toll."

Vox machte das Beste draus. Die Sendung ging weiter - und eigentlich umso witziger, nachdem das leidige Rätselraten beendet war. Fell kochte bereits am Dienstag - mit Erfolg. Obwohl man ihn bereits als Profi enttarnt hatte, bekam er von den Kandidaten insgesamt 38 von 40 möglichen Punkten. Das bisher beste Ergebnis. Doch noch ist nichts entschieden. Donnerstag kocht Petra, mit einer, soviel darf Fell schon vorab verraten, gigantischen Soße. Und erst am Freitag ab 19 Uhr auf Vox fällt dann die große Entscheidung.

Fells größte Motivation waren übrigens durchaus die 5000 Euro. Nicht weil er sie besonders nötig hätte, sondern weil er diese gerne an zwei wohltätige Vereinigungen spenden möchte: An die Chancenstiftung und an "Gesellschaft macht Schule". Und ein angenehmer Nebeneffekt kam auch dabei raus.

Michael Fell:

Die Gruppe nimmt's sportlich und tritt ganz offen gegen den Sternekoch an.

"Ich sehe es schon ein bisschen als meine missionarische Aufgabe, der jüngeren Generation zu zeigen, dass Gastgebertum etwas ganz Tolles und Erhabenes ist. Was gibt es schöneres, als Leute einzuladen, sie zu bekochen und mit ihnen bei einem guten Glas Wein ein paar schöne Stunden zu verbringen."

Sternekoch als Merkur-Mann - so ist die Idee entstanden

Nein, es war kein genialer Marketing-Gag unserer Zeitung, mehr ein Spaß zwischen zwei sehr guten Freunden: Fell hatte im Sommer entschieden beim Perfekten Dinner mitzumachen. Nur mit welcher Figur antreten? Was kauft man einem 53-Jährigen mit grauer Kurzhaarfrisur und gesundem Bauch ab? Fell dachte sofort an seinen Freund Hans-Georg Bechthold - den gibt's nämlich wirklich und er arbeitet auch bei uns als Verkaufsleiter der Anzeigenabteilung. So wurde aus dem Michael der Hans-Georg. "Ich habe ein hervorragendes Briefing vom echten Hans-Georg bekommen", sagt Fell. 

Fell kämpft trotzdem - und kocht Kalb.

Nur ein Versprechen hat ihm Bechthold abgenommen: "Wenn du das machst, muss auf jeden Fall irgendwo der Münchner Merkur vorkommen." Vox allerdings sprach überall nur vom Anzeigen-Verkaufsleiter bei einem Printprodukt, nannte wohl bewusst keine Namen. Doch Fell ließ seinen Freund nicht hängen. Bei der Vorstellungsrunde platzte er damit heraus: "Ich kann's ja sagen. Münchner Merkur und tz. Da verkaufe ich Anzeigen." Einziger Wermutstropfen: Fünf Minuten später flog die Scharade auf. Hans-Georg wurde als Michael, Sternekoch vom Tegernsee, enttarnt.

Zum Nachschauen

Bei der ersten Folge des Perfekten Dinners am Montag tritt Fell noch als Anzeigen-Verkaufsleiter auf. Ab Minute 9 wird er vorgestellt. Bei Minute 19 stellt sich Fell bei seiner Konkurrenz vor. Und am Dienstag kocht Fell selbst.

Und das war sein Menu

Vorspeise: Saiblingsfilet mit Alpenländischem Brotsalat, Gurke und tomatisiertem Räucherfond

Hauptspeise: Tiroler Kaiser-Kalb in Heu und Wiesenblumen gegart, Spitzkohl und Kartoffeln in der Folie.

Nachspeise: Tegernseer Topfen - Topfensoufflé mit geschmortem Pfirsich, Limone und Basilikum

kmm

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