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Politische Galionsfiguren für 2018: Der Grünen-Kreisverband im Landkreis Miesbach um die Vorsitzende Ulrike Küster (l.) setzt im Doppelwahljahr auf Thomas Tomaschek (Landtag) und Elisabeth Janner (Bezirkstag).

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Rottacher Thomas Tomaschek (41) will für die Grünen in den Landtag

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Die Kreis-Grünen nehmen Kurs auf die Landtagswahl 2018. Ihre Galionsfigur für den Wahlkampf ist erst seit Kurzem an Bord. Musikproduzent Thomas Tomaschek (41) aus Rottach-Egern will in den Landtag.

Landkreis – Mit großen Auftritten kennt sich Thomas Tomaschek ja eigentlich aus. Der gebürtige Tegernseer und studierte Musiker stand mit seiner Band Selmer Saxharmonic regelmäßig auf der Bühne. 2010 gewann er gar den Echo Klassik. Und doch war ihm die Nervosität, ja vielleicht sogar das Lampenfieber, anzumerken, als er bei der Aufstelllungsversammlung in der Alten Post in Holzkirchen vor seine Parteikollegen trat, um sie von sich als Kandidaten für die Landtagswahl 2018 zu überzeugen.

Wegen eines Gegenkandidaten musste er sich keine Sorge machen; den gab es nicht. Und so legte sich die Anfangsaufregung auch schnell. Selbst als seine Karteikarten durcheinander gerieten, auf denen er seine Rede notiert hatte, ließ sich Tomaschek nicht mehr aus der Ruhe bringen. Souverän und mit einer Portion Witz legte er die Punkte und Themen dar, auf die er im Wahlkampf setzen will. Seine Parteikollegen hat er schon einmal überzeugt. Von 29 Stimmberechtigten stimmten 27 pro Tomaschek, bei einer Enthaltung und einer ungültigen Stimme.

Der 41-Jährige führt die Grünen im Stimmkreis 120, zu dem der Kreis Miesbach und die Gemeinden Bad Feilnbach und Feldkirchen-Westerham (Kreis Rosenheim) zählen, somit in den Landtagswahlkampf. Inhaltlich tritt er für Ur-Grüne Themen ein: kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt, Klimaschutz, Energiewende. Themen, die aktueller seien denn je. Themen, die die Gesellschaft derzeit wie nie beschäftigen würden, sagt Tomaschek. Oder anders ausgedrückt: „Es weht ein grüner Wind durch die Republik.“ Und in eben diesem politischen Wind will er Segel setzen und Fahrt aufnehmen. Der Kurs ist klar. Ziel ist das Maximilianeum, die größtmögliche Polit-Bühne im Freistaat.

Bislang hat Tomaschek ausschließlich auf lokaler Ebene politische Luft geschnuppert. Seit 2013 ist er Mitglied bei den Grünen, ein Jahr später wurde er in Rottach-Egern in den Gemeinderat gewählt. Er hat sich in der örtlichen Asylunterkunft engagiert und mit dem Arbeitskreis Tegernseer Tal für Energie und Klimaschutz einen Energienutzungsplan in fast allen Tal-Gemeinden etabliert. Über sich selbst sagt er: „Ich bin bloß ein kleiner Gemeinderat.“

Mit Ilse Aigner (CSU) hat er zwar eine „erfahrene“ und „mächtige“ Konkurrentin im Stimmkreis. Abschrecken kann ihn das nicht. „Das wird schwer, aber ich will es wagen. Und ich traue mir durchaus zu, in die Aufgabe hineinzuwachsen“, sagt er. Seine fehlende politische Erfahrung versteht er daher auch nicht als Nachteil. „Ich bringe frischen Wind rein und eine unbefangene Herangehensweise mit.“ In der Arbeit im Parlament etwa wolle er auf Annäherung statt Konfrontation setzen. „Nicht alles, was ein CSU-Mann sagt, ist schlecht.“ Eine bisschen Kompromissbereitschaft wäre nötig, „um unsere Themen anzuschieben“.

Dass sich ein grüner Politiker im schwarzen Bayern gegen die CSU-Konkurrenz behaupten kann, den Beweis hat ein Parteikollege aus dem eigenen Kreisverband erbracht: Wolfgang Rzehak. „Einen Grünen-Landtag“, sagt Tomaschek, „hätte auch niemand für möglich gehalten.“

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