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Wer die Spitze des Wallbergs erklimmt, steht vor einem über acht Meter hohen Gipfelkreuz. Vor 125 Jahren haben es die Rottacher Trachtler aufgestellt.

Wahrzeichen feiert 125. Geburtstag

Deshalb gibt es das Gipfelkreuz auf dem Wallberg

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Wer die Spitze des Wallbergs erklimmt, steht vor einem mächtigen Gipfelkreuz. 125 Jahre ist es her, dass es Mitglieder des Rottacher Trachtenvereins aufgestellt haben. Noch heute ist der Verein stolz auf diese Pionierleistung.

Rottach-Egern – Der Rottacher Trachtenverein war noch blutjung – gerade einmal drei Jahre alt –, als die Idee entstand, auf dem Wallberg ein Gipfelkreuz aufzustellen. Der Gedanke kam dem Münchner Wallberger-Mäzen Theodor Neumayer während einer Bootsfahrt über den Tegernsee. Warum nicht ein Wahrzeichen schaffen auf dem Namensgeber des Trachtenvereins? „Der eilends der Vorstandschaft vorgebrachte Vorschlag stieß auf reges Interesse“, heißt es in der Chronik zum 125-jährigen Bestehen der Wallberger. Der Grundstein für eines der ältesten Gipfelkreuze der Region war damit gelegt.

Spenden fürs Kreuz kamen aus ganz Deutschland

Eilends wurden die Vorbereitungen getroffen und Spenden gesammelt, um die Summe von 1058 Mark für das Vorhaben aufzutreiben. Erstaunlich: Ein Großteil der Spenden kam von Gönnern aus Leipzig, Berlin und Nürnberg. Aber auch einheimische Bauern, Mägde, Holzknechte und Dienstboten wollten ihren Teil beitragen – und gaben, so viel sie eben konnten.

Herzog Carl Theodor wollte die Aufstellung noch verhindern

Trotz all der Unterstützung drohte das Vorhaben kurz vor der Aufstellung im August doch noch zu scheitern. Herzog Carl Theodor in Bayern, der am Wallberg die Jagd ausübte, war nicht geneigt, sein Einverständnis zur Kreuzaufstellung zu geben. „Die früheren Jagdherren wollten eben ungestört bleiben“, erzählt der heutige Wallberger-Vorsitzende Anton Maier (49). Erst nach einer „Audienz bei seiner königlichen Hoheit“ habe der Herzog schließlich einlenken müssen, steht in der Chronik geschrieben.

Was seine Vorfahren im Trachtenverein sodann beim Aufbau des Wahrzeichens geleistet haben, ringt Maier höchsten Respekt ab. „Die mussten das gesamte Material über winzige Steige rauftragen – Wege gab es damals ja noch nicht“, berichtet der Vorsitzende. In der Chronik heißt es dazu: „Zement musste geschleppt werden, das Fundament betoniert, die Gitterkonstruktion aufgestellt werden.“ Nach tagelangem Schuften befreiten die Zimmerleute schließlich das über acht Meter hohe Kreuz am 13. August 1892 von seinem Baugerüst.

Kreuz-Einweihung war die Geburtsstunde des Wallbergerfestes

Im Gasthof Glasl in Rottach-Egern wurde die erfolgreiche Aufstellung des Wallbergkreuzes noch am gleichen Abend ausgiebig gefeiert, ehe tags darauf die offizielle Einweihung stattfand. „Diese Einweihungsfeier war übrigens die Geburtsstunde unseres heutigen Wallbergerfestes“, erzählt Maier. Wie passend also, dass das diesjährige Fest der Rottacher Trachtler ausgerechnet am morgigen Sonntag in Enterrottach gefeiert wird.

So engagiert, wie die Wallberger seinerzeit beim Aufbau des Kreuzes zu Werke gingen, so gewissenhaft kümmern sich die heutigen Mitglieder um den Erhalt des mächtigen Bauwerks. Alle zehn bis 15 Jahre erhält das Kreuz einen neuen Anstrich, zudem muss der Verein regelmäßig überprüfen, ob die Seile, mit denen die Konstruktion gesichert ist, noch fest im Boden verankert sind. Auch der Steinsockel und die hölzerne Sitzbank mussten schon einmal erneuert werden. Das Kreuz selbst hat die lange Zeit seit seiner Entstehung bislang gut überstanden. „Wir wissen allerdings nicht, wie es im Inneren beieinander ist“, räumt Maier ein.

Der Vorsitzende ist stolz darauf, was die Wallberger mit dem Kreuz geschaffen haben. „Es ist eines der schönsten Kreuze überhaupt – und wir stehen dazu. Es ist ein Bekenntnis zu unserem Glauben“, sagt Maier.

Im September wird das Jubiläum groß gefeiert

Anlässlich des Jubiläums „125 Jahre Wallbergkreuz“ lädt der Rottacher Trachtenverein am Sonntag, 10. September, ab 11 Uhr zu einem Berggottesdienst am Gipfel ein. Umrahmt wird er von den Rottacher Bläsern und den Alphorndudlern. Anschließend ist ein gemütliches Beisammensein im Panoramarestaurant mit den Rottacher Musikanten, den Rottacher Goaßlschnalzern und den Alphorndudlern geplant. Ein Blick zum Gipfel hinauf lohnt sich am Wochenende der Feierlichkeiten übrigens ganz besonders: In den Nächten zum 10. und zum 11. September wird das Wallbergkreuz beleuchtet.

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