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Ein Grabmal für die Ewigkeit: Kirchenpfleger Kajetan Liedschreiber und Barbara Winkler, Vorsitzende des Rottacher Kunst- und Kulturvereins, setzen sich für den Erhalt der letzten Ruhestätte von Opernsänger Erik Wirl ein.

Gedenken an Tenor Erik Wirl

Rottacher Verein rettet berühmte Grabstelle

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Der Friedhof in Rottach-Egern ist letzte Ruhestätte für zahlreiche berühmte Persönlichkeiten. Eine davon ist der Tenor Erik Wirl, der 1954 starb. Sein Grab sollte nun aufgelöst werden.

Rottach-Egern – Wer den Rottacher Friedhof über den Hauptweg in Richtung Pfarrkirche betritt, stößt auf der linken Seite gleich auf die ersten berühmten Namen. Der Heimatdichter Ludwig Thoma (1867-1921) ist hier begraben und auch Schriftsteller Ludwig Ganghofer (1855-1920). Die Grabstätten großer Familien und Adeliger sind hier zu finden, überhaupt ist der Weg durch den Friedhof wie ein Gang durch die Geschichte des Ortes. Schräg gegenüber befindet sich der prägnante Grabstein, der an den Opernsänger und Schauspieler Erik Wirl erinnert. Geboren 1884 im österreichischen Ebensee, gestorben am 15. Februar 1954 in Rottach-Egern.

Kirchenpfleger Kajetan Liedschreiber musste sich jetzt mit dem Wunsch der Erben Wirls befassen, die das Grab auflösen wollten. „Sie haben kein Interesse mehr an der Grabstätte“, berichtet der Rottacher, der zugleich Mitglied im Rottacher Kunst- und Kulturverein ist. Bei deren Hauptversammlung berichtete er von der geplanten Auflösung.

„Bei uns schrillten sofort alle Alarmglocken“, sagt Barbara Winkler. Die 45-Jährige war gerade zur neuen Vorsitzenden gewählt worden und erkannte mit dem Vorstand: „Das kommt uns sehr gelegen.“ Der Erhalt des Grabes würde nicht nur der Satzung des Vereins entsprechen, sondern auch gut ins Konzept für ein Vorhaben passen, an dem der Verein arbeitet. „Wir planen einen Denkmal- und Skulpturenweg durch Rottach-Egern“, verrät die Vorsitzende. Details möchte sie noch nicht bekannt geben, aber Absicht sei es, dabei Rottacher Geschichte mit all ihren Persönlichkeiten und Berühmtheiten für die heutige, moderne Zeit aufzubereiten. „Und da passt die Grabstelle von Erik Wirl gut dazu.“

Auch sie und der Vorstand hätten erst einmal recherchieren müssen, um wen es sich bei Erik Wirl genau handle. Inzwischen haben sie herausgefunden, dass Wirl ein namhafter Opern- und Operettentenor war, der in ganz Europa und Südamerika auftrat. Er sei auch im Unterhaltungssektor unterwegs gewesen, machte mit der Interpretation von Bertold Brecht und Kurt Weill von sich reden. 1932 ließ er sich dann in Rottach-Egern nieder, „vermutlich im Dunstkreis anderer Künstler dieser Zeit“, so Winkler. „Er hatte wohl Strahlkraft, ohne dann mit den Nazis zu sympathisieren.“

Um dem Verein die Entscheidung zu erleichtern, hat die Pfarrei entschieden, die jährlichen Kosten von 68 Euro für das Grab zu erlassen. Der Verein will nun einen Grabpflegevertrag abschließen und so dafür sorgen, dass die Ruhestätte künftig in ordentlichem Zustand ist. Liedschreiber begrüßt die Entscheidung. Er findet es ohnehin schade, dass immer mehr Gräber verschwinden. Diese Erinnerungsstätte bleibt Rottach-Egern nun erhalten.

gr

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