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In der Wohnung der Verurteilten wurden unter anderem Amphetamine (Symbolbild) gefunden. 

Rottacherin wegen Drogenbesitz zu Geldstrafe verurteilt

Heroin und Amphetamine: Rottacherin verurteilt

Rottach-Egern/Miesbach – Inzwischen ist die 44-Jährige clean. Dennoch wurde sie vor Gericht für ihre Vergangenheit zur Verantwortung gezogen. Der Richter beließ es bei einer Geldstrafe. 

Seit knapp einem Jahr ist eine 44-jährige Rottacherin frei von Drogen, musste sich nun aber wegen Vergehen vergangener Tage vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Dabei geht es um drei verschiedene Fälle, die sich im letzten Quartal des Jahres 2014 sowie im Juni 2015 zugetragen haben. 

Die Polizei fand 2,6 Gramm Haschisch, etwas mehr als zwei Gramm Amphetamine sowie zwei Ecstasy-Tabletten

2014 soll die Rottacherin in Miesbach einmal fünf Gramm und zweimal zwei Gramm Marihuana vom Dealer ihres Vertrauens erworben haben. Im Jahr darauf fand die Miesbacher Polizei in der Wohnung der Frau 2,6 Gramm Haschisch, etwas mehr als zwei Gramm Amphetamine sowie zwei Ecstasy-Tabletten, eine Bong und eine Feinwaage. Die Angeklagte räumte umgehend ein, die Drogen gekauft, beziehungsweise besessen zu haben, was es Amtsrichter Walter Leitner und Rechtsreferendar Giannini erheblich erleichterte, das Ganze aufzuklären. 

„Es war für mich nochmal ein Tritt in die richtige Richtung“

„Es war für mich nochmal ein Tritt in die richtige Richtung“, sagte die Angeklagte kleinlaut vor Gericht aus. In ihrer Wohnung soll „Tag und Nacht relativ reger Verkehr von Leuten, die dem Drogen-Milieu zuzuordnen sind“ geherrscht haben, meinte ein Beamter der Miesbacher Polizei. Ein Handeltreiben der Rottacherin mit Betäubungsmitteln habe sich letztlich aber nicht bestätigt, wie der Polizist hinzufügte. 

Mit 15 Jahren Haschisch, mit 16 Jahren Heroin

Die Vergangenheit der ehemaligen Konsumentin ist jedoch gut bestückt mit Drogen-Exzessen. Bereits im Alter von 15 Jahren griff sie zum ersten Mal zu Haschisch, mit 16 kam dann schon Heroin ins Spiel. Auch Methadon nahm sie lange zu sich. Stationäre Entzüge und Langzeittherapien Ende der 90er-Jahre halfen auch nichts, immer wieder wurde die 44-Jährige rückfällig. 

Auch drei Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz in den Jahren 1995, 1996 und 2005 konnten die Frau nicht davon abhalten, immer wieder zu den Drogen zu greifen. Nun scheint sie es aber verstanden zu haben, den Ausstieg aus der Drogenszene vor knapp einem Jahr habe sie gar ohne fremde Hilfe geschafft, erzählte sie selbst. Ein letztes Mal muss die insgesamt elffach Vorbestrafte wegen der Betäubungsmittel-Vergehen in den Vorjahren dennoch büßen. 

Der Richter verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 25 Euro

Wegen vorsätzlich unerlaubten Erwerbs und Besitzes von Betäubungsmitteln plädierte Giannini für eine Geldstrafe von 200 Tagessätzen à 25 Euro. Verteidiger Frank Zahnert war die Strafe jedoch viel zu hoch angesetzt. Maximal 90 Tagessätze sollte es für die Rottacherin geben, „zumal viele Strafen über 20 Jahre her sind und sie in guten Verhältnissen lebt“. Leitner verurteilte die Angeklagte letztlich zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 25 Euro. „Man hätte da auch schon über eine Bewährungsstrafe nachdenken können“, sagte der Richter und belehrte die Frau: „Nur weil viele Fälle schon lange zurückliegen, darf man so einen Fehler nicht nochmal machen.

hph

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