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Putins Oligarch Usmanow will zurück an den Tegernsee - und findet die Sanktionen „unfair“

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Alisher Usmanow, Putin-Vertrauter und Milliardär, hat mehrere Villen am Tegernsee. Nun spekulieren die Nachbarn: Ist er noch da?
Alisher Usmanow hat mehrere Villen am Tegernsee. Nun äußerte er sich in einem Interview, dass er zurück wolle. © Westend61/Yuri Kochetkov/IMAGO/dpa (Archivbilder/Montage)

Oligarch Alisher Usmanow hat Rottach-Egern nach Beginn des russischen Angriffskriegs verlassen. Aber er denkt offenbar an eine Rückkehr.

Rottach-Egern – Wenn er auch mit Putins Überfall der Ukraine fluchtartig seine Villen in Rottach-Egern verließ, so sehnt der auf gut 15 Milliarden Dollar taxierte Oligarch Russlands das Ende der EU-Sanktionen offenbar herbei: der Usbeke Alisher Usmanow (68). Wie mehrfach berichtet, verfügt Usmanow über vier Immobilien am Südufer des Tegernsee. Alle wurden über Strohmänner und Briefkastenfirmen in der Steueroase Isle of Man erworben. Mit den Neubauten auf zwei Grundstücken dürfte Usmanow gut 50 Millionen Euro in Rottach-Egern investiert haben.

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Darauf lassen allein schon die vorliegenden Verträge schließen. Wie Usmanow seine Vorliebe für den Tegernsee entdeckte, verriet er jetzt dem Wochenmagazin Die ZEIT. Er sei erstmals vor mehr als einem Jahrzehnt wegen mehrerer komplizierter Augenoperationen ins Tal gekommen, lässt er über einen Sprecher mitteilen. Er habe damals nicht viel reisen können und den Ort „in sein Herz geschlossen“. Er sei zuversichtlich, an den Tegernsee zurückzukehren, „sobald die gegen ihn verhängten Beschränkungen aufgehoben wurden“, schreibt Die ZEIT.

Ukraine-Krieg: Oligarch Usmanow am Tegernsee - Villen waren Gästehäuser

Wenn er Rottach-Egern auch in sein Herz geschlossen hat, so ist über seine Aufenthalte hinter hohen Hecken hier wenig bekannt. Ausflüge habe er so gut wie nie unternommen, erzählt einer, der Usmanow kennt, aber anonym bleiben möchte. Meist habe sich der schwergewichtige Unternehmer mit etwa fünf Bodygards im nahen Umkreis seiner Villa in der Fischerstraße bewegt. Doch dort habe er gar nicht übernachtet, sondern in Suiten des nahen Luxushotels in der Egerner Bucht. Von dort sei auch in einem regelmäßigen Pendelverkehr mit Luxuslimousinen das Essen herbeigebracht worden.

„Usmanows Villen waren nur seine Gästehäuser“, weiß jemand aus der Nachbarschaft. Auf das gut gesicherte 4520 Quadratmeter große Grundstück einfahren durfte nur eine Frau, die Hausdame. Sie soll sich um die anfallenden Tätigkeiten gekümmert haben. Ähnliches erzählt man sich auch über die Fahrten zur Abholung seiner Gäste vom Münchner Flughafen. Nicht der mit geleasten Luxuskarossen ausgestattete Fuhrpark Usmanows kam demnach für solche Aufgaben zum Einsatz, sondern ein spezieller Taxifahrer in Rottach-Egern soll daran gut verdient haben.

Ukraine-Krieg: Oligarch Usmanow ist am Tegernsee als zuverlässiger Auftraggeber bekannt

Diese goldenen Zeiten sind nun vorbei, zumindest vorerst. So manche hatten bei Usmanow lange einen guten Job. Ob als Gärtner, Reinigungskraft oder Handwerksfirmen. Bei Letzteren stehen allerdings noch einige Hunderttausend Euro im Feuer. Sie dürften seine Rückkehr sehnlichst erwarten. Denn Usmanow soll über seine Vertrauensleute ein zuverlässiger Auftraggeber gewesen sein. „Er hat immer pünktlich bezahlt“, so seine Auftragnehmer unisono.

Es bleibt festzuhalten, dass der Oligarch nicht ohne Grund auf der EU-Sanktionsliste landete. Die EU-Behörden sehen in ihm einen „von Putin besonders favorisierten Oligarchen“. Er gehöre zu einem Kreis russischer Geschäftsleute, die „mit der Verwaltung von Finanzströmen betraut wurden“. In dieser Funktion habe er Präsident Wladimir Putin als „Strohmann“ gedient.

Ukraine-Krieg: Oligarch Usmanow will gegen Sanktionen klagen

Laut Die ZEIT bezeichnet Usmanow die Sanktionen gegen ihn als „unfair“, sie basierten auf „falschen Anschuldigungen“. Er sei nie nah an Putin gewesen, und er habe nie Geld für ihn verwaltet. Auf Anfrage teilte er der ZEIT mit, dass Usmanow die Immobilien in eine Familientreuhand eingebracht habe, zu der er keine rechtlichen Beziehungen habe. Vor dem Gerichtshof der Europäischen Union will er nun gegen die Maßnahmen klagen. Von Klaus Wiendl

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