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Runderneuert: die Rottacher Auferstehungskirche inklusive Vorplatz

Sanierungsarbeiten an Auferstehungskirche vollendet

Saniert: Gulbranssons Auferstehungskirche in Rottach

Rottach-Egern - Knapp eine Million Euro haben die Sanierungsarbeiten an der Rottacher Auferstehungskirche verschlungen. Jetzt erstrahlt das Gotteshaus inklusive Vorplatz in neuem Glanz.

Zehn Jahre hat es gedauert – jetzt sind die Sanierungsarbeiten an der Auferstehungskirche endgültig abgeschlossen. Auch über einen neuen Vorplatz dürfen sich die Mitglieder der evangelischen Gemeinde freuen. Eine große Freude zu Pfingsten und passend zu gleich zwei Jubiläen: Der Erbauer Olaf Andreas Gulbransson, Sohn des Malers, Grafikers und Karikaturisten Olaf Gulbransson, hätte heuer 100. Geburtstag, die Auferstehungskirche steht seit 60 Jahren. „Sie ist eine der wichtigsten Kirchenbauten der Nachkriegszeit“, erklärt Pfarrer Markus Weber. Das dokumentiert auch ein Kirchenführer, der zum Abschluss der Sanierung aufgelegt wurde. 

Die Auferstehungskirche steht unter Denkmalschutz

Die große Besonderheit des 1955 fertiggestellten Bauwerks ist die Einheit zwischen Theologie und Architektur, die Architekt Gulbransson geschaffen hat. „Nach dem Kriegsende hat ein Umdenken stattgefunden“, sagt Weber. „Das spiegelt sich auch an der Auferstehungskirche wider.“ 

Zum einen, was die Optik – damals als architektonisches Wagnis bezeichnet – angeht, zum anderen auch hinsichtlich der Raumaufteilung. So stehe beispielsweise der Taufstein – anders als bei Kirchen aus dem Barock – in der Mitte. „Deswegen steht die Kirche unter Denkmalschutz“, weiß der Pfarrer. Der Schutzstatus ist mit ein Grund, warum sich die Sanierungsarbeiten über ein Jahrzehnt erstreckten. Schließlich waren viele Auflagen einzuhalten. 

Erste Schätzungen der Kosten beliefen sich auf lediglich 1000 Euro

Als die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 2006 geplant wurden, waren erste Schäden, eine feuchte Wand und eine defekte Dachrinne, entdeckt worden. Geschätzte Kosten: 1000 Euro. Diese waren allerdings bei weitem zu niedrig angesetzt, wie ein Gesamtgutachten zeigte. Tatsächlich beliefen sich die Kosten letztendlich auf knapp eine Million Euro. 350 000 Euro stellte die Landeskirche zur Verfügung, die übrigen knapp 650 000 Euro konnten durch Spenden gestemmt werden. Vor allem engagierten sich der Kirchbauverein, die Beisheim- und die Altgelt-Stiftung, aber auch viele Mitglieder der Gemeinde gaben Geld. „Das zeigt, dass das Projekt von der Breite getragen wird“, sagt Weber. „Das ist für mich der eigentliche Wert.“ 

Die Kreuzigungsgruppe ist an den Grenzen des Geschmacks verwirklicht

Ein wichtiger Teil des Projekts sei die Verwirklichung der Kreuzigungsgruppe gewesen. Diese sei zwar bereits in der ursprünglichen Planung vorgesehen gewesen, aber nie umgesetzt worden. Inzwischen existiert die Kreuzigungsgruppe in „radikal moderner Form“. Die Kirche sei damals an den modernsten Grenzen des Geschmacks gebaut worden, erklärt Weber. Auch die Vollendung habe darum nicht historisierend erfolgen sollen, erläutert der Pfarrer. Sondern eben wieder an den heutigen Grenzen. „Deshalb die radikal moderne Form.“ Das Ergebnis sei deutschlandweit einzigartig. 

"Die Gesamtwirkung muss stimmen"

Beispielhaft sei auch die Einheit des Bauwerks mit der umliegenden Natur. „Die Form der Kirche war ursprünglich an die Silhouette der Berge angepasst“, erklärt Weber. Durch Baumaßnahmen in der näheren Umgebung habe diese Einheit aber nicht mehr bestanden. Deswegen habe man im Zuge der Sanierung auch die Außenanlage inklusive neuer Wegeführung gestaltet. „Wir haben so viel Zeit investiert“, sagt Weber. „Da muss dann die Gesamtwirkung stimmen."

Bastian Huber

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