Bauwut-Auswüchse im Tegernseer Tal

Scheibchenweise immer höher? Gemeinde will Bauherren in Rottach-Egern einbremsen

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Manchem Bauherren kann‘s nicht hoch genug hinaus gehen. Die Gemeinde Rottach-Egern will Mittel und Wege finden, um sie rechtzeitig einzubremsen.

Rottach-Egern– Angeregt hatte die Diskussion in der jüngsten Sitzung Klaus Fresenius (FWG). Er wollte wissen, ob der Gemeinde nicht eine Handhabe zur Verfügung steht, um rechtzeitig einzuschreiten, wenn ein Haus plötzlich höher wird als geplant. Offensichtlich wurden auf Rottacher Gemeindeflur zwar schon derlei widerrechtliche Haus-Erhöhungen bei der Bauabnahme durch das Landratsamt festgestellt. Wenn aber der Dachstuhl und das Dach (und eventuell eine Fotovoltaikanlage) schon drauf sind, werde ein Rückbau oftmals als „nicht angemessen“ erachtet. Außer einer Geldbuße, die nach Ansicht der Dritten Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) in keinem Verhältnis zu den Vorteilen steht, bleibe das eigentliche Problem also bestehen. Und dagegen helfen auch die Maßnahmen nichts, die die Gemeinde bereits verfolgt

Bauamtsleiterin Christine Obermüller bedauerte: „Da ist die Gemeinde nicht zuständig, sondern das Landratsamt.“ Aber grundsätzlich seien digitale Vermessungen im Verdachtsfall schnell möglich. „Die Ergebnisse müssen dann aber an das Landratsamt gemeldet werden, damit die einschreiten“, betonte Obermüller. Die Gemeinde müsste sich ein solches Vermessungsgerät erst beschaffen und den zusätzlichen zeitlichen Aufwand für die Gemeindemitarbeiter einkalkulieren. Eine Rohbauabnahme gebe es nicht mehr. An solche – in den 80er-Jahren – hatte sich Jakob Appoltshauser (SPD) erinnert.

Was hilft angesichts der Bauwut-Auswüchse im Tegernseer Tal?

Josef Kaiser (CSU) sprach sich für eine Zwischenkontrolle durch die Gemeinde aus: „Jeder baut höher, und die höheren Häuser sind dann wieder Bezugsobjekte für den nächsten Bauantrag“, monierte er – ein Teufelskreis. Schultes-Jaskolla sprach sich ebenfalls dafür aus, dass die Gemeinde das Landratsamt aktiv über Bausünden informiert und darauf besteht, dass die übergeordnete Behörde dagegen vorgeht – schnell, ehe Dachstuhl und Dach fertiggestellt werden. „Das ist eine Frage des Zeitpunkts“, pflichtete ihr Andreas Erlacher (FWG) bei. Das Landratsamt müsste rechtzeitig informiert werden, um zeitnah einen Rückbau verfügen zu können.

Zu einem Beschluss kamen die Gemeinderäte noch nicht. Das Thema soll auf Vorschlag Obermüllers in der nächsten Sitzung des Ortsplanungsausschusses noch einmal besprochen werden. 

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Rubriklistenbild: © Thomas Plettenberg

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